Stelldichein der großen Autoren

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Grassau im Mittelpunkt der deutschsprachigen Liebesromanautoren: Reges Treiben herrschte in der Bücherei, denn bei Kaffee und Kuchen konnte mit den vielen Autoren geratscht werden (Bild oben). Ein Stelldichein der großen Romanautoren gab es bei der gut besuchten langen Lesenacht im Heftersaal.

Grassau - Drei Tage lang stand Grassau im Mittelpunkt der deutschsprachigen Liebesromanautoren. Drei Tage lang wurde gelesen, geschmökert, geredet und informiert.

Drei Tage lang konnte mit Bestsellerautoren auf Tuchfühlung gegangen werden, und dies alles in der eigentlich für eine solch hochkarätige Veranstaltung verhältnismäßig kleinen Gemeinde. Die Vereinigung Deutschsprachiger Liebesroman-Autoren "DeLiA" hatte Bevölkerung und Interessierte zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen.

Britta Sabbag

Mit Schreibseminaren für jedermann begann der Veranstaltungsreigen. Rebecca Michéle informierte dabei, wie für den Historischen Roman recherchiert werde und warnte davor, sich allein auf das Internet und hier auf Wikipedia zu verlassen. Am Anfang müsse die Idee, der Ort, die Zeit stehen und akribisch recherchiert werden, denn der historische Roman soll nicht nur unterhalten, sondern auch informieren und einen umfassenden Einblick in die handelnde Zeit bieten. Unterstützt wurde sie bei ihrem Vortrag von dem Autorenehepaar Elmar und Iny Lorentz (Romanautoren der "Wanderhure"), die sich bestens mit der Recherche zum historischen Roman auskennen.

Wie eine spannende Gschichte entsteht, erklärte anschließend Charlotte Thomas. Sie verdeutlichte den Spannungsbogen einer Story, der sich auch im Film wiedererkennen lässt. Zur Idee müsse gleichzeitig ein zentraler Konflikt bestehen, denn ohne diesen sei keine Spannung aufzubauen. Dieser müsse die Geschichte bestimmen, in die Länge gezogen und auf die Spitze getrieben werden, erklärte die Autorin unter anderem.

Victor Glass informierte derweil über "electronic Publishing am Beispiel "Kindle" und Petra Schier erklärte, wie ein Buch im Internet beworben werden kann.

Ein Stelldichein der großen Romanautoren gab es bei der gut besuchten langen Lesenacht im Heftersaal. Sieben Autoren präsentierten dabei auszugsweise ihre neuesten Veröffentlichungen. Heidi Rehn las aus "Gold und Stein", entführte das aufmerksame Publikum ins 15. Jahrhundert und ließ es an einer schweren Geburt teilhaben.

Hausrecht konnte sich derweil schon Angeline Bauer einfordern, denn ihr Roman "Die Niemalsbraut", ein spannender Krimi, spielt direkt in Grassau und Umgebung. Im Kindsbett verstirbt die Bäuerin, die ihrem Mann das Versprechen abnimmt, dass ihre sechs Töchter nur der Reihe nach heiraten dürfen, die Älteste zuerst. Ein unseliges Versprechen, das die jüngste Tochter nach einigen seltsamen Todesfällen in arge Bedrängnis bringt.

Amüsant war die launige Lesung von Kerstin Gier. In ihrem Roman "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner", darf ihre Romanheldin die Uhr zurückdrehen und die vergangenen fünf Jahre noch einmal erleben. Ob sie aus ihren Fehlern gelernt hat und ob es dadurch einfacher wird, sei dahin gestellt.

Iny Lorentz

Marie Cristens historischer Roman "Blutflucht" handelt von Aliza, einem Mädchen mit Blutmal im Nacken, das von Zigeunern gerettet wurde. Mit ihrem Erstlingswerk "Pinguinwetter" konnte Britta Sabbag die ungeteilte Aufmerksamkeit im Saal erringen. Danach folgte das Autorenpaar Elma und Iny Lorentz, die ihren neuesten und fünften Band der Wanderhurenromane "Töchter der Sünde" vorstellten. Im Mittelpunkt steht weniger Marie, die mittlerweile 60 Jahre alt ist, als vielmehr ihr Sohn Falko, der in Rom einige Abenteuer bestehen muss. Noch immer hängt den beiden das Stigma des Schanksohns und der Hure an.

Den Abschluss der langen Lesenacht bildete Petra Schier mit ihrem Buch "Die Gewürzhändlerin", wobei es einer einfachen Frau gelingt, durch ihre Fähigkeit des Rechnens Anerkennung zu erlangen.

Gleich zwei parallele Veranstaltungen wurden am Samstag geboten. Aufgrund der Wetterlage musste die "Literadtour" entfallen und wurde in den kleinen Heftersaal verlegt. Hier lasen Sylvia Lott aus "Die Rose von Darjeeling", Elisabeth Büchle aus ihrem nominierten Roman "Goldsommer", Viktor Glass aus "Rudolf Diesel", Christopher Ross aus "Der Ring der Mc Callums" und Charlotte Thomas aus "Das Erbe der Braumeisterin".

In der Bücherei stellte derweil Nora Berger ihren Roman "Königsberger Klopse und Champagner" vor und Michelle Raven ihr Buch "Ghostwalker-Tag der Rache". Schließlich las auch Katryn Berlinger aus "Die Meeresflüsterin" und Rebecca Michéle aus "Die Tote von Higher Barton". Nach diesem Vorlesemarathon konnte bei Kaffee und Kuchen mit Signierstunde mit den Autoren diskutiert und geratscht werden.

Beendet wurde die dreitägige Veranstaltung mit einem Frühschoppen. Als besonderer Gast kam hier Pfarrer Rupert Rigam und überraschte selbst die erfahrenen Autoren mit seinem "Schnubiglbairisch".

tb/Chiemgau-Zeitung

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