Tierschützer gegen Ochsenrennen

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Frasdorf/Grassau - Spannende Rennen und eine Riesengaudi versprechen die beiden Ochsenrennen am Faschingssonntag in Wildenwart und Rottau. Doch nicht alle sehen die Veranstaltungen positiv!

Der Trachtenverein GTEV d'Gederer Rottau und die freiwillige Feuerwehr haben für den Faschingssonntag zwei Großveranstaltungen auf die Beine gestellt. In Wildenwart fällt der Startschuss um 13.13 Uhr nahe der Kirche. Zehn Ochsen treten bei einem Wagenrennen gegeneinander an. Im Grassauer Ortsteil Rottau schwingen sich anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Trachtenvereins um 13 Uhr Reiter auf die Rücken der massigen Tiere.

"Lasst doch die armen Ochsen im Stall", meint dagegen die Tierschutzorganisation "Animal 2000 - Menschen für Tierrechte Bayern". Die Tierschützer fordern ein Verbot der Veranstaltungen und begründen dies mit Verstößen gegen den Tierschutz, die sie bei verschiedenen Ochsenrennen in Bayern festgestellt hätten. Tiere seien mit Schlägen zum Laufen gebracht worden. Auch bedeute ein solches Rennen für die Tiere extremen Stress.

Argumente, die Ewald Reich nicht nachvollziehen kann. Er ist Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Wildenwart, die das dortige Rennen organisiert. "Bei uns ist der Tierschutz kein Problem", ist er überzeugt. Reich hat selbst bei Ochsenrennen auswärts gesehen, wie Tiere geschlagen wurden. "So etwas kommt bei uns nicht vor", schließt er aus: "Wenn ein Ochse nicht geht, geht er eben nicht. Das ist ja die Gaudi."

Doch auch das sieht die Tierschutzorganisation kritisch. "Ein Tier sollte nicht für diesen Zweck verhöhnt und missbraucht werden", erklärt Mechthild Mench, stellvertretende Vorsitzende von Animal 2000, in einer Mitteilung. Die Würde des Tieres werde mit Füßen getreten. Reich dagegen ist überzeugt davon, dass es auch den Tieren Spaß macht. "Wir haben schon bei den Probeläufen gemerkt, wie sich die Ochsen freuen, wenn sie laufen dürfen."

Keine Veranlassung, auf die Initiative der Tierschützer zu reagieren, sieht das Veterinäramt Rosenheim. "Ein Verbot der Veranstaltung ist rechtlich auch nicht möglich", sagt Amtsleiter Dr. Werner Hamp. Das Veterinäramt hat für den Genehmigungsbescheid abgeklopft, was von Seiten des Tierschutz- und Seuchenrechts vorgeschrieben ist. Die Veranstalter haben entsprechende Auflagen erhalten. Man überprüfe auch vor Ort, ob dies eingehalten wird, so Hamp: "Ein Amtstierarzt wird dabei sein. Wenn er Verstöße gegen die Auflagen feststellt, steht der Veranstalter in der Pflicht, diese durchzusetzen."

ku/Oberbayerisches Volksblatt

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