Trachtler pilgerten zur Wallfahrtskirche

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Große Wallfahrt der Chiemgauer Trachtler

Schleching/Chiemgau - Bereits zum 60. Mal pilgerten die Trachtler des Chiemgau-Alpenverbandes an Christi Himmelfahrt zur Wallfahrtskirche "Maria zu den sieben Linden" in Raiten.

Große Wallfahrt der Chiemgauer Trachtler

Die Böllerschützen begrüßten jeden ankommenden Verein mit einem Salut. Unter den Ehrengästen war auch der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes, Otto Dufter.

"Die Initiatoren der Bitt- und Dankwallfahrt im Jahr 1952 wollten ihren Dank zum Ausdruck bringen, dass sie das Inferno des Zweiten Weltkrieges überlebt haben, das Ende eines Landes, eines Volkes vor Augen," sagte Gauvorstand Ludwig Entfellner. Heute gehe wieder die Angst um, "dass wir aussterben, und das auf friedlichem Wege".

Jubiläums-Wallfahrt der Chiemgauer Trachtler

Die Einflüsse der innerdeutschen und europäischen Völkerwanderung der letzten 60 Jahre seien nicht zu übersehen. Es bleibe oftmals die bange Frage, was an bayerischer Volkskultur und Eigenständigkeit übrigbleibe. Sicher sei, dass starke kulturelle Eigenständigkeit und starke Gemeinschaften dafür verantwortlich sind, dass diese Prozesse friedlich ablaufen.

Pfarrer Christoph Huber aus Reit im Winkl, Diözesanpräses des Kolpingwerks Diözesanverband München und Freising, zelebrierte die heilige Messe und gedachte am geschmückten Soldatenkreuz der Gefallenen. "Heimat ist nicht nur Landschaft, Heimat ist, wohin man geht und woran man glaubt," sagte Pfarrer Huber. "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat," passe besonders zur Heimat.

In seiner Predigt ging der Pfarrer auf die Gedanken zum gestrigen Feiertag Christi Himmelfahrt ein. "Was steht ihr da und schaut in den Himmel, eure Aufgaben sind Zeit eures Lebens hier auf der Erde," habe bereits in der Apostelgeschichte gestanden. Liebe und Barmherzigkeit, Gnade und Mitgefühl seien unser Auftrag, wieder für ein Jahr. "Lasst uns mit glaubendem Herzen danken für die Heimat."

Die musikalische Gestaltung mit der Deutschen Messe von Franz Schubert übernahmen die "Schlechinger Sänger" und Rudi Ritter (Zither), die "Musikkapelle Schleching" unter der Leitung von Erwin Gründler und die "Jungen Schlechinger Alphornbläser".

Im Anschluss an die Messe gedachte Pfarrer Huber mit den Gläubigen und den Fahnenabordnungen am geschmückten Soldatenkreuz. Mit dem "Guten Kameraden" der "Musikkapelle Schleching" und einem Kanonensalut, den Florian Ebersberger schoss, endete die Totenehrung. Nach der Bayernhymne machten sich die Wallfahrer auf den Heimweg.

Gauvorstand Entfellner sprach allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben, ein herzliches Vergelt's Gott aus. Nach der kirchlichen Feier bewirtete die "Feichten"-Familie die Gäste.

bre/Chiemgau-Zeitung

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