Umgehungsstraße für B307: Gefahr durch Raser

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Schmal ist die Straße. Begrenzungspfosten werden an- oder umgefahren und müssen ausgewechselt werden. Foto

Marquartstein - Während die Verlegung der Bundesstraße 307 in Schleching um den Ortsteil Raiten nach Plan verläuft, gibt es auf der schmalen Umgehungsstraße nach Beobachtung der Anlieger immer wieder Schwierigkeiten.

Die kurvenreiche Kreisstraße TS 55, deren Straßenbelag zweifellos schon bessere Zeiten gesehen hat, wird seit der Sperrung der Bundesstraße wegen Bauarbeiten seit dem 19. Juli in beiden Richtungen weit stärker befahren als früher. Vor rund zwei Wochen gab es hier zwei Unfälle innerhalb von vier Stunden. Besonders das Holzblockhaus, Süssen 5, von Doris Angerer, das direkt neben der Kreisstraße steht, wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Schon am Tag nach den Unfällen ließ das Straßenbauamt den Fahrbahnrand an der Unfallstelle neu aufkiesen, setzte mehrere neue Pfosten am Straßenrand und erließ eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h. Außerdem kontrollieren Polizei und Straßenmeisterei die Strecke seit den Unfällen mindestens zweimal am Tag. Da die Straße für stärkeren Verkehr eigentlich zu schmal sei, hätten Straßenbauamt und Tiefbauverwaltung vorübergehend das Tempolimit angeordnet, erklärte Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt.

Die Schwierigkeiten, die durch den derzeit starken Verkehr entstehen, sind aber vor allem für Doris Angerer noch nicht vorbei. Nach ihren Beobachtungen halten sich zwar die Pkw meistens an die Geschwindigkeitsbeschränkung. Aber Großfahrzeuge seien nach wie vor viel zu schnell, so Angerer. Vor einigen Tagen wurde in den frühen Morgenstunden einer ihrer beiden Kater, der zwölfjährige "Pinsel", überfahren. "Wie der ausgeschaut hat, war das sicher ein Lastwagen", sagt die Anliegerin.

Da die Straße so schmal ist, werden Begrenzungspfosten an- oder umgefahren, so dass sie immer wieder ausgewechselt werden müssen. Beim Ausweichen beschädigte kürzlich eine Fahrerin aus der Agg, Unterwössen, den Seitenspiegel ihres Wagens an einem Pfosten. Am vergangenen Wochenende wurde eine Bewohnerin des Seniorenheimes Marquartstein beim Spaziergang zu ihrem früheren Wohnhaus in Lanzing von einem vorbeifahrenden Wagen am Arm gestreift. Die Seniorin war in Begleitung ihrer Tochter und kam glücklicherweise mit dem Schrecken davon.

Nach Meinung von Doris Angerer müsste es weit mehr Geschwindigkeitskontrollen auf der Strecke geben. Sie hat nach wie vor Angst um ihr Haus. Deshalb hat sie - so weit wie möglich - zur Selbsthilfe gegriffen: Auf ihrem Grundstück steht eine selbst gefertigte Warntafel: "Tiere kreuzen - Bitte langsam fahren". An der Straße selbst dürfen solche Schilder nicht angebracht werden.

gi/Chiemgau-Zeitung

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