Unbekannte schossen auf Hotelier

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Tatort: Hier wurde der Hotelier von zwei Unbekannten niedergeschlagen und offenbar auch mit einer Gaspistole beschossen.

Reit im Winkl - Nach der Raub-Attacke auf einen Porsche-Besitzer in Reit im Winkl laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren.

Zwei Unbekannte haben am Freitagabend mitten in Reit im Winkl einen Hotelier niedergeschlagen und offenbar mehrmals mit einer Gaspistole auf ihn geschossen. Die Täter hatten es allem Anschein nach auf den teuren Sportwagen ihres Opfers abgesehen. Der Hotelier konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Die Fahndung läuft.

Offenbar hatten es die Täter auf den 120.000 Euro teuren Porsche Cayenne des Hoteliers abgesehen. Sie lauerten ihrem Opfer gegen 19.30 Uhr am Parkplatz seines Hotels auf, schlugen ihn nieder und schossen offenbar mehrmals mit einer Gaspistole auf ihn. Als sich Passanten dem Tatort näherten, flüchteten die Täter und konnten trotz einer sofort eingeleiteten Großfahndung bislang nicht gefasst werden.

"Meinem Vater geht es Gott sei Dank wieder gut", konnte die Tochter des überfallopfers am Samstag im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erleichtert feststellen. Er habe das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.

Der rumänische Staatsbürger hatte erst vor zwei Jahren in Reit im Winkl den unter Denkmalschutz stehenden "Oberschmied" erworben, den seine Tochter seither mit ihrem Mann betreibt. "Die zwei Täter haben sehr nervös gewirkt", berichtete die Tochter.

Der Hotelier war nach Angaben der Polizei zusammen mit seiner Frau von einem Einkauf zurückgekehrt. Als er allein auf dem Parkplatz war, näherten sich die Täter. Nach der Attacke flüchteten die beiden Männer allerdings aus nicht ersichtlichen Gründen ohne Beute.

Die Verletzungen im Gesicht des Opfers wurden umgehend vom Notarzt und vom Rettungsdienst versorgt. Anschließend wurde der 53-Jährige mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 14" in die Landeskrankenanstalten nach Salzburg geflogen.

Ein Zeuge verfolgte offenbar zunächst die Flüchtenden, ließ jedoch von den Tätern ab. Dem Vernehmen nach schossen die Täter auch auf diesen Verfolger.

Die sofort eingeleitete Großfahndung mit mehreren Streifenfahrzeugen und Diensthunden sowie mit Unterstützung des Polizeihubschraubers "Edelweiß 1" und österreichischen Einsatzkräften führte bislang nicht zum Erfolg.

Die Polizei ging anscheinend davon aus, dass sich die beiden Unbekannten eventuell ins benachbarte Tirol absetzen wollten. Zumindest überflog der Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera den Ort über eine Stunde lang in westlicher Richtung.

"Wir haben dort auch einen Pkw gestoppt und vier Verdächtige festgenommen. Auf diese passte die Täterbeschreibung", so Fritz Braun, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberbayern Süd. "Wir haben von der Bevölkerung sehr schnell viele Hinweise bekommen, die recht hilfreich waren."

Bei den Ermittlungen durch den Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein erhärtete sich der Tatverdacht gegen diese vier Männer aber offensichtlich nicht. Nach ihrer Vernehmung wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Im Ort sorgte der dreiste überfall für große Aufregung und setzte wilde Spekulationen frei. Dass die Täter Landsleute des Opfers waren, konnte allerdings von keiner Seite bestätigt werden.

Die Polizei geht jedoch dem Hinweis eines Zeugen nach, der am Vortag des überfalls einen fremden Mann dabei beobachtet haben will, wie dieser den Porsche fotografiert hatte.

Die Tochter des Opfers zeigte sich auch am Tag nach der Tat geschockt über den Angriff, sagte aber auch, dass "wir uns über die aufmunternden Reaktionen unserer Nachbarn gefreut haben".

Hinweise nimmt die Kripo Traunstein unter Telefon 0861/98730 entgegen.

Hanns Ostermaier/Chiemgau-Zeitung

Lesen Sie auch:

Die Meldung der Polizei

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser