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Peter Ramsauer (CSU) in Unterwössen

„Müssen behutsam mit den natürlichen Ressourcen umgehen“

Einladung zum Eglsee
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Im Rahmen des Rundgangs kam auch die Frage und Diskussion nach etwaigen Ursachen und Lösungsansätzen für die als schneller voranschreitend empfundene Verlandung des Sees auf.

Der CSU-Ortsverband Wössen lud neulich zu einem Ortstermin am Eglsee in Oberwössen. Der ebenfalls eingeladene Bundesverkehrsminister a.D. Dr. Peter Ramsauer (CSU) betonte dabei, dass es gelte, mit den natürlichen Ressourcen behutsam umzugehen.

Pressemitteilung im Wortlaut:

„Wir müssen behutsam mit den natürlichen Ressourcen umgehen und ‚Maß und Mitte‘ wahren!“ betonte Bundestagsabgeordneter und Bundesverkehrsminister a.D. Dr. Peter Ramsauer (CSU) beim Ortstermin am Eglsee in Oberwössen - Brem, Gemeinde Unterwössen. Seit 1982 und damit knapp vier Jahrzehnten ist der Eglsee mit seiner Streuwiese und dem Hochmoor, ein durch Verordnung öffentlich-rechtlich geschütztes Naturdenkmal. Von der einheimischen Bevölkerung wird er und der Rundweg um ihn herum als ein Ort der Ruhe und Stille geschätzt.

Treffen von Fachleuten beim Ortstermin der CSU Wössen

Der CSU-Ortsverband Wössen hat kürzlich auf Initiative und Organisation seines Vorsitzenden und zugleich 2. Bürgermeisters der Gemeinde Unterwössen Johannes Weber hin Vertreter der mit dem Schutz, der Unterhaltung und der Pflege des Seeareals betrauten Institutionen zu einem geführten Rundgang und einem damit verbundenen Gedanken- und Ideenaustausch vor Ort eingeladen. Die Führung wurde dabei fachkundig von dem mit eigenem Planungsbüro für Landschaftsökologie selbstständigen Diplom-Biologen Markus Sichler vorgenommen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion waren neben Markus Sichler, Dr. Peter Ramsauer und Johannes Weber unter anderem der gebietszuständige Mitarbeiter bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Traunstein Wolfgang Selbertinger, der Revierförster für Unterwössen des Forstbetriebs Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten, welche den Grund für dessen Eigentümer, den Freistaat Bayern, verwalten und ihn insofern vertreten, Lothar Klöffer, der Beauftragte für Umwelt- und Naturschutz des CSU-Ortsverbandes Wössen, zugleich Mitglied des Naturschutzbeirats des Landkreises Traunstein und Vorsitzender des Anglerbundes Chiemsee Josef Schiller, der Erste Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen und Stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Wössen Ludwig Entfellner, der Altbürgermeister der Gemeinde Unterwössen Hans Haslreiter (CSU), der Leiter des Bauhofs der Gemeinde Unterwössen Georg Schlaipfer, der Geschäftsführer des Ökomodells Achental e.V. Wolfgang Wimmer, die Vorsitzende des gemeinsamen Kommunalunternehmens Achental Tourismus Elisabeth Keihl, der Stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende und Oberst der Bundeswehr a.D. Hermann Minisini, die Leiterin des Wahlkreisbüros von Herrn Dr. Peter Ramsauer Marlene Weber, sowie die CSU-Ortsverbandsmitglieder Oberstleutnant der Bundeswehr a.D. Klaus Hellmich, ehemaliger Vorsitzender des Ortsverbandes Unterwössen im Bayerischen Bauernverband Josef Schuhbeck und Vorsitzender der Stiftung Diakonie im Achental Volkmar Döring.

Johannes Weber ordnete zu Beginn ein: „Wir vom CSU-Ortsverband Wössen haben ja eine gewisse Tradition für Ortstermine. Beim heutigen handelt es sich bereits um den 13. innerhalb der letzten drei Jahre. Nachdem wir uns im vorigen Jahr im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der CSU-Gemeinderatsfraktionen aller sieben Achental-Gemeinden dem Thema „Naturschutz, Umweltschutz, Wald und Landwirtschaft – Berührungspunkte im Handeln zwischen Fachbehörden und Gemeinden sowie diesbezügliche aktuelle Herausforderungen in der Region.“ und dabei auch der etwaigen Rückkehr des Wolfs und dem Overtourism gewidmet und in diesem Jahr bereits die Bergmähderprojektflächen am Hochgern besichtig haben, knüpfen wir mit dem Ortstermin hier am Eglsee umwelt- und naturschutzthematisch daran an. Ziel war und ist es, ein Bewusstsein zu schaffen, zum zukunftsgerichteten Weiterdenken anzuregen, Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren und Austausch zu fördern. Und am Besten geht das natürlich vor Ort mit Eindrücken von vor Ort.“.

Der Eglsee - ein besonderes Fleckchen Erde

Weber weiter: „Wir wollen uns heute unter Beachtung der gebotenen Sorgfalt einen besonderen, sensiblen Schatz anschauen und vorstellen lassen, den Eglsee“. Dem heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer dankte er dabei für sein Kommen und attestierte ihm: „Die hier und heute besprochenen und diskutierten Themen sind solche, die Dir, lieber Peter, sehr am Herzen liegen.“.

Diplom-Biologe Markus Sichler schilderte im Rahmen der Führung um den See die Besonderheiten desselbigen mit seinem Schwingrasen und angrenzenden Hochmoor und der einzigartigen, vielfach seltenen und daher geschützten Vegetation, die rund 40 Pflanzenarten umfasst.

Exemplarisch stellte er den streng geschützten Glanzstendel heraus, der in Bayern nur noch vereinzelt im Alpenvorland vorkommt und dabei besonders am Eglsee, einem der „besten Moorkomplexe des süddeutschen Raumes“. Die Streuwiese um das Gewässer sei wertvoll für viele Pflanzen aber auch bestimmte Tierarten. Wolfgang Selbertinger (Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Traunstein) stellte ebenso die naturschutzfachliche Bedeutung dieses „unglaublichen und ungestörten Ensembles“ heraus. Glücklicherweise sei dieses „nicht der Geheimtipp auf dem Handy“. Auch wenn ein schmaler, begehbarer Rundweg um den See führt, so gelte es mit Rücksicht auf die Sensibilität und Schädigungsanfälligkeit des Areals, seiner Pflanzen, Tiere und Insekten stets auf den Wegen zu bleiben, so die Experten. Dies mahnt auch das große Hinweisschild mit Erläuterungen zum Naturdenkmal, das sich am Zugang zum See befindet. Vor diesem Hintergrund - zumal dem Schutzstatus und damit einhergehenden Verboten - sei es absolut unverständlich, wenn Leute hier picknicken oder sogar zelten würden.

Ist die Verlandung schneller und stärker geworden und falls ja, wie kann diese verlangsamt werden?

Im Rahmen des Rundgangs kam auch die Frage und Diskussion nach etwaigen Ursachen und Lösungsansätzen für die als schneller voranschreitend empfundene Verlandung des Sees auf. Vor allem Hans Haslreiter, Georg Schlaipfer und Josef Schiller blickten einige Jahrzehnte zurück, als die Wasserfläche noch beträchtlich größer als heute gewesen sei.

Dabei konnte Wolfgang Selbertinger anhand von Kartenmaterial und Luftbildaufnahmen starke Indizien dafür liefern, dass jedenfalls in den vergangenen dreißig, vierzig Jahren die Verlandung nicht übermäßig gewesen sei oder gar stark zugenommen habe. 

Da die Fläche direkt am See einmal jährlich nach Abblühen und Absamen der Pflanzen nur gemäht, die Mahd weggebracht und damit verlandungsfördernde Nährstoffe sogar entzogen werden, führte Markus Sichler als mögliche Ursache für eine etwaige stärkere Verlandung den Eintrag von in der Luft enthaltenen Stickstoffpartikeln in den See an. Diese könnten dabei von Düngungen im weiteren Umfeld des Sees herrühren.

Hans Haslreiter blickte zurück auf einige in der Vergangenheit durchgeführte Versuche, die Verlandung des Sees zu bremsen. Wurde früher - dabei aber nie durchgeführt - das Ausbaggern vielfach als zielführend gesehen, so erscheint dieses vor dem Hintergrund des hohen Schutzstatus und der Störungsempfindlichkeit als nicht zulässig möglich, wie vor allem Markus Sichler und Wolfgang Selbertinger betonten.

Ungebremste und dabei stärker werdende Verlandung führe aber im Endeffekt irgendwann dazu, dass die Wasserfläche ganz zugewachsen sei und damit auch wieder der Lebensraum vieler Arten verschwinde und mit ihm diese Arten, wand Josef Schuhbeck ein und mahnte den Prozess „nicht einfach laufen zu lassen“. Wolfgang Selbertinger warf die Frage nach natürlichen bzw. naturnahen und dabei verordnungskonformen Möglichkeiten für eine Verlangsamung der Verlandung bzw. Vergrößerung der Wasserfläche auf.

Ludwig Entfellner gab zu überlegen, ob nicht vielleicht in früherer Zeit geschaffene, heute nicht mehr bekannte bzw. erkennbare künstliche Abflüsse dem See, der nur über sehr wenige unterirdische Quellen und vor allem Regen gespeist wird, Wasser entziehen. In diese Richtung ließen auch die Erinnerungen von Josef Schiller aus seiner Kinder- und Jugendzeit vermuten.
Begeistert zeigten sich alle, dass die stets offene und sachliche Diskussion vielerlei an Denkanstößen geliefert habe, die es nun weiterzuverfolgen gelte. Der Vororttermin solle der Auftakt für anschließende Termine sein.

Johannes Weber sah mit dem Ortstermin die „vertrauensvolle und funktionierende Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen, Stellen und Behörden beim Erhalt des Kleinods ‚Eglsee‘ bestätigt“. Er wertete diese auch zukünftig mit als Schlüssel.

Dr. Peter Ramsauer, der zum Achental seit Kinder- und Jugendtagen eine besondere Verbindung pflegt, hatte er doch dort am staatlichen Landschulheim in Marquartstein 1973 sein Abitur abgelegt, würdigte nach dem Rundgang und den dabei erfolgten Ausführungen und Diskussionen die Bedeutung dieses Ortstermins und das große Engagement aller Beteiligten, vor allem auch von Johannes Weber als in der kommunalen Umwelt- und Naturschutzpolitik engagiertem Akteur.

Ramsauer appellierte im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes nicht mit ideologischer Verbissenheit vorzugehen: „Schauen wir was sinnvoll und machbar ist, reagieren wir flexibel und nehmen wir Anregungen der Bevölkerung mit in Überlegungen und Entscheidungen auf.“.

Ortstermin wurde von Journalisten begleitet

Am Ortstermin nahm auch ein zweiköpfiges Journalistenteam der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, nämlich Katrin Jakob und Daniel Blum, teil. Sie waren im Rahmen einer Reportagereihe, die sich mit Blick auf die Bundestagswahl im September diesen Jahres mit den traditionellen Stimmenhochburgen der einzelnen im Bundestag vertretenen Parteien beschäftigt, gekommen, um Peter Ramsauer bei seiner politischen Arbeit in seinem Wahlkreis zu begleiten und so denn auch beim Ortstermin mit dabei. Mit dabei waren außerdem mit Andreas Wittenzellner und Ludwig Flug Berichterstatter für die regionalen Tageszeitungen.

(awi, Abgeordnetenwahlkreisbüro Ramsauer, CSU Wössen)

Pressemitteilung des CSU-Ortsverbandes Wössen und des Wahlkreisbüros von Bundestagsabgeordnetem Dr. Peter Ramsauer

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