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Es gibt viel zu beachten

„Wir sind auf dem Weg!“ - So laufen die Pläne für den Hochwasserschutz in Oberwössen

Johann Semmler (1.v.l.), der Leiter des Projekts Roman Lindenthaler (3.v.l.) sowie von der Gemeinde Unterwössen den Geschäftsleiter der Verwaltung Thomas Müllinger (2.v.r.) .
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Parkplatz am Kinderspielplatz in Hinterwössen direkt neben dem Moosbach. Das Bild zeigt vom WWA Traunstein den Leiter des Sachgebietes „Wildbäche“ der Planungsabteilung Johann Semmler (1.v.l.) und den Leiter des Projekts Roman Lindenthaler (3.v.l.) sowie von der Gemeinde Unterwössen den Geschäftsleiter der Verwaltung Thomas Müllinger (2.v.r.) bei der Erläuterung der Planung gegenüber Anliegern.

Die Hochwassergefahr umtreibt die Verantwortlichen in Unterwössen schon länger. Bei einem unlängst abgehaltenen Treffen brachten sie sich auf den neuesten Planungsstand.

Meldung im Wortlaut

Im Einvernehmen mit dem Ersten Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen, Ludwig Entfellner (CSU), hatte der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen, Johannes Weber (CSU), kürzlich einen Vororttermin zur Vorstellung des aktuellen Planungsstandes im Hinblick auf die baulichen Hochwasserschutzmaßnahmen in Oberwössen, Hinterwössen und Brem organisiert und dazu eingeladen.

Wer war dabei?

So kamen beim Parkplatz am Kinderspielplatz in Hinterwössen die beiden Bürgermeister und der Geschäftsleiter der Verwaltung der Gemeinde Unterwössen Thomas Müllinger zusammen. Außerdem waren anwesend: Vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Traunstein Baurat Johann Semmler als Leiter des Sachgebietes P2 „Wildbäche“ der Planungsabteilung und Projektleiter Roman Lindenthaler, vom Ortsverband Oberwössen im Bayerischen Bauernverband dessen Vorsitzender Johann Loider junior, von der Freiwilligen Feuerwehr Oberwössen der Gemeinde Unterwössen deren Erster Kommandant Korbinian Mühlberger und vom Wasserbeschaffungsverband Oberwössen dessen Vorsteher Walter Bauer, zugleich Geschäftsführer der Elektrizitätswerk Oberwössen eG und Gemeinderatsmitglied für die Oberwössener Wählergruppe (OWG).

Teilgenommen haben des Weiteren die Gemeinderatsmitglieder Katharina Wagner (zugleich Stellvertretende Fraktionssprecherin für die CSU), Gabriele Neubert (zugleich Fraktionssprecherin für Bündnis 90/Die Grünen), Bartholomäus Irlinger (zugleich Sprecher der und Fraktionssprecher für die OWG sowie Zweiter Vorsitzender des Verkehrsvereins Oberwössen) und Philipp Weißenbacher (Freie Wähler).

Daneben eine große Schar an Bachanliegerinnen und -anliegern, vor allem Eigentümer von wohnhausbebauten Bachanrainergrundstücken.

Diese Gewässer geben den Anlass

Mit dem Masererbach, dem Alpschlechtgrabenbach, dem Roßstallgrabenbach, dem Zinterlinggrabenbach, dem Schlierbach, dem Moosbach und dem Hammerergrabenbach befinden sich gleich sieben als Wildbäche kategorisierte Bäche auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Oberwössen, die Anlass für Hochwasserschutzplanungen geben.

Den aktuellen Stand der Planungen aufzuzeigen, zu informieren und sich auszutauschen sei „extrem wichtig“, so der Organisator des Termins Zweiter Bürgermeister Johannes Weber.

Die Planungsarbeiten

Die WWAler Johann Semmler und Roman Lindenthaler berichteten, dass das Gesamtvorhaben „Hochwasserschutz Moosbach und Seitengewässer“ auf drei Vorhaben aufgeteilt wurde. Den „Hochwasserschutz Oberwössen“, den „Hochwasserschutz Hinterwössen“ und den „Hochwasserschutz Brem“.

Entsprechend werde es grundsätzlich auch drei Entwurfsplanungen und drei Planfeststellungsverfahren geben.

Mit der Entwurfsplanung für den Hochwasserschutz Oberwössen wurde dabei bereits im Jahr 2018 begonnen. Im Rahmen dessen wurden folgende Planungsarbeiten seither durchgeführt: Die Feststoffanalyse (Geschiebe und Wildholz), planungsbegleitende Vermessungen, hydraulische Untersuchungen, Baugrunderkundungen und faunistische sowie vegetationskundliche Kartierungen.

Weitergearbeitet wurde an der technischen Planung (Objektplanung) des Wildholzrechens am Kiesfang Masererbach und der technischen Planung zur Adaptierung des Kiesfangs 1 am Alpschlechtgrabenbach sowie faunistischen und vegetationskundlichen Kartierungen in diesen Bereichen.

Ausständig sind demgegenüber noch die ergänzende Baugrunderkundung des Kiesfangs 1 am Alpschlechtgrabenbach und die Tragwerksplanung (Statik) aller Maßnahmen sowie die technische Planung der restlichen Einzelmaßnahmen. Der Beginn der Entwurfsplanungen der beiden anderen Vorhaben ist demgegenüber derzeit noch nicht absehbar.

Es gibt viel Erfreuliches

Erfreulich ist, dass nach dem letzten Stand der Planungen auch weiterhin derzeit landwirtschaftlich genutzte Flächen entlang der Bäche, wenn überhaupt, dann nur in äußerst geringem, um nicht zu sagen geringstmöglichen Maß durch die angedachten Maßnahmen betroffen sein werden.

Zentrale Maßnahme ist aus Sicht von WWA und Gemeinde vor allem auch die Installation von Wildholzrechen, die Treib- und Schwemmgut, vor allem Baumstämme und -äste aufhalten und so Verklausungen an im weiteren Gewässerverlauf liegenden neuralgischen Stellen verhindern können.

Neu war für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass aufgrund der vielfach beengten Raumsituation, etwa zwischen Moosbach und dortigen Straßen und/oder Häusern, beabsichtigt sei, mit dem Instrument von Hochwasserschutzwänden zu arbeiten.

Diese würden eine Höhe von etwa 1 bis 1,20 Metern ab Oberkante Straße/Grundstück erreichen. Die dabei von einer Teilnehmerin erblickte Gefahr der Beschattung bestehe also nicht.

Ein Teilnehmer des Termins aus Reihen der Moosbachanwohnerschaft monierte, dass die Planungen seiner Meinung nach zu langsam voranschritten und auch vormals, etwa auf der Bürgerversammlung 2018 kommunizierte Zeithorizonte nicht eingehalten worden seien.

Einige zu erfüllende Anforderungen

Johann Semmler versicherte dabei, dass die Planungsabteilung beim Wasserwirtschaftsamt ihr Möglichstes tue. Zum Einen handele es sich um sehr weitreichende Maßnahmen, deren Vor- und Entwurfsplanungen viel Zeit in Anspruch nähmen. Hinzu kämen vielfältige rechtliche Anforderungen, die es zu erfüllen gelte.

Ferner müsse beachtet werden, dass die genannten Zeithorizonte unter Vorbehalt gestanden hätten bzw. frühest mögliche Zeiten genannt hätten. Auch hat das Wasserwirtschaftsamt Traunstein mit seinem großen gebietlichen Zuständigkeitsbereich eine Vielzahl von Projekten zeitlich überlappend durchzuführen:

Rund 160 Wildbachprojekte in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land und Traunstein stehen derzeit auf der Prioritätenliste des WWAs Traunstein, die geplant und baulich umgesetzt werden müssen. Davon befinden sich alleine derzeit 40 in Bearbeitung, respektive Ausführung mit Planung und baulicher Umsetzung.

Schließlich seien vor dem Hintergrund der gestiegenen und hohen Projektanzahlen, -umfänge und -intensitäten, die zur Verfügung stehenden Finanz-, Personal- und Zeitressourcen bisweilen noch nicht in selbem Umfang gestiegen.

„Wir sind auf dem Weg!“

Erster Bürgermeister Ludwig Entfellner betonte vor allem gegenüber den Anliegern nochmals, dass die Gemeinde Unterwössen nicht Trägerin der Vorhaben und auch nicht Durchführende der Planungen ist. Sie sei vielmehr „nur“ Verfahrensbeteiligte, genauso wie die Bürgerinnen und Bürger.

Selbstredend stehe aber auch die Gemeinde im wiederkehrenden Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt und sei am schnellen Voranschreiten und Umgesetztsein der Planungen und damit einem hohen Grad an Hochwassergeschütztheit für die betreffenden Häuser, ihre Eigentümer und Mieter interessiert. Aus diesem Grunde sei auch denkbar und werde geprüft, die so wichtigen Wildholzrechen in eigenen Plangenehmigungsverfahren vorzuziehen.

Es werde aber noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen, bis der Schutz für den Ortsteil Oberwössen dann in Gänze verwirklicht sei. „Wir sind auf dem Weg!“ lautete die abschließende Botschaft von Wasserwirtschaftsamt und Gemeinde. Im Anschluss standen die Fachleute für weitere Fragen und Anregungen zur Verfügung und erläuterten in persönlichen Gesprächen mit Anrainern weitere, oftmals anliegerspezifische Details der Planungen.

Pressemitteilung der Gemeinde Unterwössen

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