Statt Bundestag nun Rathaus-Saal

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Sandra Sonntag möchte Bürgermeisterin von Unterwössen werden.

Unterwössen - Zum Einzug in den Bundestag hat es für Sandra Sonntag (FDP) nicht ganz gereicht. Nun versucht die Unterwössnerin ihr Glück als Bürgermeister-Kandidatin bei der Kommunalwahl.

Zum ersten mal in der Gemeindegeschichte wurde an diesem Donnerstag eine Bürgermeisterkandidatin direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Viele Unter- und Oberwössern Bürger nahmen aktiv an der Aufstellungsversammlung teil. Der von der Versammlung gewählte Wahlleiter, Walter Sahle, erklärte nochmals in Kurzform die Ziele der neu gegründeten überparteilichen Wählervereinigung und zitierte aus dem Gründungsprotokoll:

1. Wir wollen die Idee einer Gemeinschaftliste und des Mehrheitswahlrechts bei den Kommunalwahlen in unserer Gemeinde weitertragen und fördern und deshalb vor allem durch einen Wahlvorschlag für die Wahl des ersten Bürgermeisters dauerhaft und aktiv mit eigenen Vorstellungen im Gemeinderat mitwirken.

2. Ausschließlich um diese beiden Ziele zu erreichen, gründen wir heute gem. §§ 21ff. BGB die Wählervereinigung Bürgerkandidat/in (der Befürworter einer Gemeinschafsliste) nach den Vorschriften des Gemeinde- und Landkreiswahlgesetzes (Art. 24), der entsprechenden Wahlordnung (§§ 34ff.) sowie der dazugehörigen Vollzugsbekanntmachung (Nr.38.2, Nr. 39.2.1). Das Kennwort soll vorläufig sein.

3. Wir verstehen uns als überparteilicher und für alle Bürger Unterwössens , die die beiden Ziele unterstützen wollen, offener Verein, in dem das Mehrheitsprinzip gilt.

Nachdem Sandra Sonntag von der Versammlung vorgeschlagen wurde, führt sie in ihrer Vorstellungsrede unter anderem vier Kernbereiche aus, die in den nächsten Jahren für Unterwössen besonders wichtig seien:

1. Gemeindefinanzen:

Der Schlüssel zum Erfolg seien die Finanzen. Vor allem die finanziellen Erblasten müssten dringend abgearbeitet und verbessert werden - hohe Verschuldung führe zu weniger finanziellem Gestaltungsspielraum der Gemeinde. "Zum Beispiel der Verkaufserlös des gemeindeeigenen Postgrundstückes wurde nicht zur Tilgung des damals aufgenommenen Darlehens verwendet, nein, es wurden damit zwei kleinere andere Darlehens getilgt und der Rest wurde in den laufenden Haushalt gestreckt, damit es dort keine weitere Kreditaufnahme bedarf. So darf man nicht mit den Steuergeldern der Bürger umgehen", stellte die Kandidatin klar.

2. Infrastruktur:

Vor allem Tourismus sei der Hauptwirtschaftsfaktor der Gemeinde. Die Übernachtungszahlen seien in den letzten zehn Jahren drastisch zurückgegangen und damit auch die Einnahmen der Gemeinde.

3. Kinder/Jugend/Schule:

"Wir müssen gemeinsam den Schulstandort Unterwössen sichern", so Sonntag. Lehrer, Schule und Gemeinde müssten die Schule so attraktiv gestalten, dass die Verantwortlichen in München die Schule nicht so einfach schließen könnten.

4. Demographischer und sozialer Wandel:

Unterwössen müsse für die Zukunft fit gemacht werden. Weitere Fehler könne sich Unterwössen nicht mehr leisten.

Die Erfahrungen in den letzten Jahren hätten gezeigt, dass die Gemeinden ihre Zusammenarbeit im Achental stärker als bisher ausbauen müsse. Es solle dabei der Grundsatz gelten, so viel Eigenständigkeit und Eigenverantwortung wie möglich und soviel Zusammenarbeit wie nötig. Das Ökomodell und der Abwasserzweckverband seien nur ein Anfang dieser Zusammenarbeit. "Mein Vorschlag: einen Zweckverband Tourismus Achental zu gründen, ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft", so Sonntag.

Für sie sei klar, dass sie sich nicht alleine hinstelle und kandidiere: "Für mich gibt es nur einen Weg, wenn die Bürgerinnen und Bürger von Unterwössen hierbei entscheidend mitbestimmen, denn das ist nicht nur die notwendige Ermutigung, die ich für diese schwere Aufgabe brauche, sondern ich brauche auch die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit den Bürgern." Das Amt des künftigen Bürgermeisters von Unterwössen sei eine äußerst schwierige Aufgabe, die ein Mensch alleine ohne Rückhalt in der Bürgerschaft nicht bewältigen könne. Sie stehe für eine transparente und offene Gemeindepolitik, in der das Wohl des einzelnen Bürgers im Mittelpunkt stehe. Daher wolle sie künftig die Bürger aktiv bei wichtigen Entscheidungsprozessen miteinbeziehen und die Bürger-Kompetenz für alle nutzen.

"Unterwössen muss den Anschluss zu den anderen Achental-Gemeinden wieder schaffen, das ist das wichtigste Ziel", so Sandra Sonntag. Unterwössen stehe an einem Scheideweg: "Weiter wie bisher, oder wir haben den Mut für einen Neuanfang und das wird nicht leicht werden." Sie trete nicht gegen jemanden an, sondern sie trete zu hundert Prozent für Unterwössen an, damit Unterwössen eine Chance auf einen längst notwendigen Aufstieg habe.

Nach Ihrer Vorstellung ging es weiter mit dem Wahlgang. Mit 91,67 Prozent der Stimmen wurde Sandra Sonntag zur Bürgermeister-Kandidatin gewählt. Nach der Nominierung sind nun noch 80 Unterstützer-Unterschriften für den neuen Wahlvorschlag im Rathaus nötig, dann ist Sandra Sonntag offiziell Bügermeister-Kandidatin des "Wahlvorschlag Bürgerkandidat/in".

Pressemitteilung Wählervereinigung

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