Video: So geht's den heimischen Bauern

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Unterwössen - Wenn Felder zu Baustellen werden: Nach der Hochwasserkatastrophe sind viele Felder von Geröll und Schlamm überzogen.

Viele Felder und Wiesen wurden in den letzten Tagen mit Wassermassen überschwemmt, so auch in Unterwössen, wo sogenannte ausgewiesene Überschwemmungsgebiete ganz bewusst mit Wasser aus der Tiroler Ache geflutet wurden. Sepp Schuhbeck, Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands in Unterwössen, hat unmittelbar am Ufer der Ache landwirtschaftlichen Grund gepachtet.

"Überschwemmtes Gebiet ist eine Baustelle"

"Für mich ist das ganze überschwemmte Gebiet mehr oder weniger eine Baustelle geworden", sagt der Landwirt. "Wir sind auf fremde Hilfe vollkommen angewiesen." Dort, wo einmal ein Feld war, liegen nun viele Zentimeter dick nasser Sand, mörsches Geäst und Steine - alles Relikte des Hochwassers.

Anton Kreitmair, Präsident des Bayerischen Bauernverbands in Oberbayern, der sich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht hat, fordert, zur Not sogar die Bundeswehr bei den Aufräumarbeiten einzusetzen. "Die Bauern sind mit Sicherheit überfordert", so Kreitmair.

"Ein Großteil ist für dieses Jahr unbrauchbar"

Trotz aller künftiger Bemühungen bezweifelt Schuhbeck, dass alle Felder heuer noch bestellt werden können. "Ein Großteil ist für dieses Jahr wahrscheinlich unbrauchbar", schätzt der Landwirt. Wie groß die entstandenen Schäden sind, können weder Kreitmair noch Schuhbeck einschätzen. Kreitmair geht jedoch davon aus, dass das Hochwasser "für den einen oder anderen mit Sicherheit existenzgefährdend" sei.

Für alle betroffenen Landwirte wünscht sich Kreitmair schnelle unbürokratische Hilfe. Neben Unterstützung bei den Aufräumarbeiten hofft er, dass den Bauern "Teilbeträge erkennbar" ersetzt würden.

"Von Hilfsgeldern kommt bei uns nie was an"

Ob das vom Freistaat Bayern geschnürte 150 Millionen Euro-Hilfspaket für die Hochwassergebiete auch den Landwirten eine Hilfe ist, bezweifelt Kreitmair indes. Ein Feld sei eben kein Schrankboden, den man eins zu eins ersetzen kann. "Ich hoffe, dass unsere Bauern nicht alleine gelassen werden", so Kreitmair.

Hochwasser: Massive Schäden auf den Feldern

Schuhbeck hingegen ist gar überzeugt, dass bei den Bauern keine Gelder aus dem Hilfspaket ankommen werden. "Da muss ich ein bisschen darüber lächeln. Diese Hilfen werden jedes Jahr angesprochen, aber bei uns in der Landwirtschaft kommt da leider nie was an."

Rubriklistenbild: © bla

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