21-Jähriger neues Skicross-Talent

Im Portrait: Tim Hronek vom SV Unterwössen

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Tim Hronek (links)

Unterwössen - Tim Hronek heißt das neue Talent im Skicross. Jetzt will er beim Weltcup in Frankreich angreifen. Die Premiere hat er schon mal bestanden. Ein Porträt: 

Kommenden Donnerstag wird es für Tim Hronek vom SV Unterwössen ernst. Im französischen Val Thorens steht das erste Weltcuprennen im Skicross auf dem Programm. Die Saison-Premiere hat der 21-jährige bereits mit Bravour bestanden. Im Pitztal ist er beim Europacup-Skicross auf den zweiten Platz gekommen. Nur der Schweizer Armin Nieder ist im Finale schneller gewesen. „Ich wollte ein gutes Ergebnis heimfahren und habe meine Chance am Schopf gepackt“, freute sich Hronek. 

Der Unterwössener hat zunächst wie seine Schwester Nicki mit dem Alpinen Skifahren begonnen. Als 17-jähriger ist er ins Lager der Crosser gewechselt. Skicross ist die große Leidenschaft von Tim Hronek geworden. In einer Minute ist alles vorbei. Etwa 1.200 Meter haben die Fahrer zu bewältigen. „Da wird dir alles abverlang t“, sagt der ehemalige Junioren-Vizeweltmeister. Bei einem Höhenunterschied von bis zu 250 Meter sind künstliche Hindernisse zu überwinden. Nicht nur für die Zuschauer sind die Sprünge spektakulär. Bis zu vier Meter sind die Crosser in die Luft, das kostet Überwindung. 

"Die drei neben dir wollen dir nichts Gutes"

„Viel Zeit zum Nachdenken bleibt da nicht. Du musst hellwach und bis ins Ziel konzentriert sein“, weiß Hronek. Die meisten Überholmanöver passieren schließlich auf der Zielgeraden. Da wird sogar das Fotofinish extra trainiert. „Da heißt es manchmal, den Finger langmachen“, lacht er und meint: „Das Rennen ist erst zu Ende, wenn du über der Ziellinie bist.“ Hronek liebt den Kampf Mann gegen Mann. Vier Sportler bestreiten jeweils den Lauf, jeder davon will als erster ins Ziel kommen. 

„Die Sprünge sollen möglichst flach gehalten werden, man muss die Wellen schlucken. Du musst ständig rechnen, dass einer von hinten oder von der Seite kommt. Vor dir kann jederzeit einer stürzen“, erklärt der 21-jährige den Höllenritt. „Eines muss dir klar sein, die drei neben dir wollen dir nichts Gutes.“ Einer der kritischsten Momente ist das Überholen. 

Der Bub kann was

Wer da Angst hat, der hat schon verloren. Der Gegner merkt genau, wenn du unsicher bist. Uns junge Sportler versucht man bereits am Start durch grimmige Blicke einzuschüchtern.“ Entschieden werden die Rennen oft bereits in dieser Phase. Vier Plätze gibt es im sogenannten Startgate. Die schnellen aus der Qualifikation dürfen sich das Gate aussuchen. Da bleibt für die etwas langsameren meistens nur der Rand. „Da wirst du ganz schnell abgedrängt und fährst nur noch hinterher“, erklärt er die Feinheiten. In den Anfangszeiten des Skicross sind viele Quereinsteiger vom alpinen Skisport gewechselt. Mittlerweile ist aber das Niveau so hoch, dass deren Zeit vorbei ist. 

In diesem Winter wird Tim Hronek seine erste komplette Saison im Weltcup bestreiten. Im vergangenen Winter haben ihn die Trainer nur sporadisch im Weltcup eingesetzt. Im Team der Arrivierten ist er gut aufgenommen worden und er hat sich Respekt verschafft. „Am Anfang merkst du schon, dass du ein Neuling bist. Als sie gesehen haben, dass der >Junge Bub< was kann, haben sie mich schnell akzeptiert“, sagt er selbstbewusst. 

Ziel: Möglichst oft in die "Heads" kommen

In dieser Saison will er möglichst oft in die sogenannten „Heads“ kommen. Heißt in das Feld der besten 32 nach der Qualifikation. Auch die Weltmeisterschaft 2017 in der Sierra Nevada in Spanien hat er im Fokus. 2018 wären dann die Olympischen Spiele ein reizvolles Ziel. Trotz der sportlichen Ernsthaftigkeit schätzt Tim Hronek die lockere Atmosphäre bei den Skicrossern. In der lässigen Kleidung machen die Sportler mit ihren farbigen Hosen und Jacken auch modisch was her. 

„Ganz ehrlich, ein alpiner Rennanzug ist doch nicht sexy“, meint er lachend. „Das Image des wuiden Hunds passt viel eher zu mir.“ Bleibt ihm zum Schluss noch ein Wunsch. „Ich möchte gerne einen Sponsor finden. Das ist unheimlich schwer“, gibt er zu. 

sjh

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