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Gelungene Veranstaltung in der Achental Halle im Alten Bad in Unterwössen

Nutzung erneuerbarer Energien im Achental - Sachstand, Potentiale, Entwicklungsmöglichkeiten

„Das bei der gemeinsamen Sitzung aufgenommene Bild zeigt (von links) den Projektbetreuer für Klimaschutz- und Flächenmanagement beim Ökomodell Achental e.V. Florian Maier, den Geschäftsführer des Ökomodell Achental e.V. und Geschäftsführer des Biomassehof Achental GmbH & Co. KG Wolfgang Wimmer, den Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen, Organisator und Leiter der Veranstaltung Johannes Weber, selbst Mitglied beim Ökomodell Achental e.V., die Geschäftsführerin der Energieagentur Südostbayern GmbH Bettina Mühlbauer, die Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH Dr. Birgit Seeholzer, den Leiter der Abteilung „Bauen“ am Landratsamt Traunstein und Juristen Christian Nebl, die Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayern und Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein des BUND Naturschutz Beate Rutkowski, den Sprecher des Aktionsbündnisses „Bürgerwindräder im Landkreis Traunstein“, also der Windkraftinitiative im Landkreis Traunstein und Vorsitzenden des Kreisverbandes Traunstein der ÖDP Georg Huber sowie den Geschäftsführer der Beermann Energie-Systeme GmbH München und „Windkümmerer“ für Oberbayern Peter Beermann.
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„Das bei der gemeinsamen Sitzung aufgenommene Bild zeigt (von links) den Projektbetreuer für Klimaschutz- und Flächenmanagement beim Ökomodell Achental e.V. Florian Maier, den Geschäftsführer des Ökomodell Achental e.V. und Geschäftsführer des Biomassehof Achental GmbH & Co. KG Wolfgang Wimmer, den Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen, Organisator und Leiter der Veranstaltung Johannes Weber, selbst Mitglied beim Ökomodell Achental e.V., die Geschäftsführerin der Energieagentur Südostbayern GmbH Bettina Mühlbauer, die Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH Dr. Birgit Seeholzer, den Leiter der Abteilung „Bauen“ am Landratsamt Traunstein und Juristen Christian Nebl, die Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayern und Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein des BUND Naturschutz Beate Rutkowski, den Sprecher des Aktionsbündnisses „Bürgerwindräder im Landkreis Traunstein“, also der Windkraftinitiative im Landkreis Traunstein und Vorsitzenden des Kreisverbandes Traunstein der ÖDP Georg Huber sowie den Geschäftsführer der Beermann Energie-Systeme GmbH München und „Windkümmerer“ für Oberbayern Peter Beermann.

Großes Interesse rief die gemeinsame Sitzung der Mitglieder der Vorstandschaften und Gemeinderatsfraktionen der sieben CSU-Ortsverbände des Achentals zum Thema „Nutzung erneuerbarer Energien im Achental – Sachstand, Potentiale, Entwicklungsmöglichkeiten“ hervor.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Unterwössen - Teilgenommen haben über sechzig Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, darunter auch der Bezirksrat für das Berchtesgadener Land Georg Wetzelsperger (Teisendorf, CSU), die Ersten Bürgermeister Ludwig Entfellner (Unterwössen, CSU), Matthias Schlechter (Reit im Winkl, CSU), Josef Loferer (Schleching, CSU), Andreas Scheck (Marquartstein, BfM), Martina Gaukler (Staudach- Egerndach, CSU), Stefan Kattari (Grassau, SPD), Thomas Schmidinger (Schnaitsee, CSU), Thomas Gasser (Teisendorf, CSU) und Justus Pfeifer (Ruhpolding, CSU), die Altbürgermeister Josef Jahner (Palling, Unabhängige Wähler), Karl Kaditzky (Staudach-Egerndach, CSU), Hans Pertl (Staudach-Egerndach, CSU), Peter Stöger (Übersee, CSU), Marc Nitschke (Übersee, CSU) und Georg Schützinger (Grabenstätt, CSU), die Ortsvorsitzenden Martin Riedl (Marquartstein), Franz Heigenhauser (Staudach-Egerndach), Horst Schmitz (Grassau) und Jan Kühne (Übersee), weiterhin Gemeinderatsmitglieder, Kreistagsmitglieder/Kreisräte sowie verschiedene engagierte Privatpersonen, unter anderem Georg Hermannsdorfer aus Siegsdorf.

Als Referentinnen und Referenten konnte der Organisator und Moderator der Veranstaltung Johannes Weber, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen und dort Ortsvorsitzender, kompetente und einflussreiche Expertinnen und Experten gewinnen. Dies waren neben dem Geschäftsführer des Ökomodell Achental e.V. und Geschäftsführer des Biomassehof Achental GmbH & Co KG Wolfgang Wimmer, die Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH mit der Wirtschafsförderung Dr. Birgit Seeholzer, die Geschäftsführerin der Energieagentur Südostbayern GmbH Bettina Mühlbauer, der Leiter der Abteilung „Bauen“ am Landratsamt Traunstein und Jurist Christian Nebl, der Geschäftsführer der Beermann Energie-Systeme GmbH München und „Windkümmerer“ für Oberbayern Peter Beermann sowie der Sprecher der Windkraftinitiative im Landkreis Traunstein Georg Huber. An der den einzelnen Vorträgen folgenden offenen Diskussion nahm unter anderem auch die Stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayern und Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein des BUND Naturschutz Beate Rutkowski teil.

Teilgenommen haben auch die Vorständin des gemeinsamen Kommunalunternehmens Achental Tourismus Elisabeth Keihl, der Leiter des Gebäude- und Energiemanagements des Landratsamtes Traunstein Franz Eichinger, zugleich beim Sachgebiet Hochbau am Landratsamt Traunstein, sowie der Projektbetreuer für Klimaschutzmanagement und Flächenmanagement beim Ökomodell Achental e.V. Florian Maier. Wolfgang Wimmer eröffnete den Reigen der Referierenden mit einer Vorstellung des Biomassehofes in Grassau, für den die Anlage in Reit im Winkl Vorbild gewesen sei. Allein in Grassau konnten nach seinen Ausführungen im letzten Jahr 55.000 Tonnen CO²-Emission eingespart werden. Eine Gemeinschaftsbiogasanlage in Übersee sei in den letzten Jahren leider gescheitert. Man arbeite jedoch immer weiter an neuen Projekten. So wurde eine Machbarkeitsstudie für das Projekt „Fließgewässerkraftwerke an der Tiroler Achen“ erstellt. Hier gestalte sich die Umsetzung wegen Interessen der Landwirtschaft, Einwänden des Naturschutzes und zu erstellenden Genehmigungen jedoch schwer.

Auch der Ausbau der Stromverteilungsnetze stünde bevor, was einen riesigen Umfang bedeute. „Wir versuchen stets alle Möglichkeiten zu überdenken“, so Wimmer. „Im Bereich AGRI-Photovoltaik-Anlagen würden wir mit einem Pilotprojekt vorangehen. Hier hoffen wir, dass die zuständigen Behörden ihre Beurteilungs- und Entscheidungsspielräume bedenken bzw. der Gesetzgeber entsprechende Anpassungen vornehmen wird. Wir sind da guter Dinge, Partner wären da. Auch versuchen wir stets geeignete Flächen zu finden und die passende Beratung zu stellen. Dafür betreiben wir viel Öffentlichkeitsarbeit und befinden uns in ständigem Austausch mit Frau Mühlbauer von der Energieagentur Südostbayern. Der Anteil erneuerbarer Energien für Strom und Wärme in unserer Region liegt aktuell bei 35%, weit über dem Durchschnitt für den Freistaat Bayern. Dies ist für uns aber kein Ruhepolster, wir wollen immer noch mehr. Wichtig ist für uns, dass wir die verschiedenen erneuerbaren Energien nicht gegeneinander ausspielen.“

Anschließend gab Dr. Birgit Seeholzer einen Überblick über die Gesamtenergiesituation im Achental. Der Energieverbrauch sei hier seit 10 Jahren relativ gleich, wobei der Anteil bei den privaten Haushalten abnehme, jedoch durch die Zunahme mittlerer und größerer Gewerbe ausgeglichen werde. Die anteilig größten Energieerzeuger seien die Biomasse als stärkster Produzent, gefolgt von Wasserkraft und Photovoltaik. Es müsse in der Zukunft einen kontinuierlichen Auf – und Ausbau der erneuerbaren Energien geben. „Wir brauchen viel, viel mehr. Aber auch Energieeinsparungen beim Heizen, Wärmepumpen und E-Autos können hier helfen. Jeder Euro aus erneuerbar gewonnener Energie bleibt in der Region! Ein gesunder Mix ist extrem wichtig, da wir gesetzlich vorgeschrieben die Grundlast erfüllen müssen.“. Hier stünden Solar, Wasserkraft und eventuell Wasserstofferzeugung über Biogas im Vordergrund. Für die Nutzung der Windkraft blieben im Achental wohl nur die höheren Lagen, da hier in den Tälern nicht genügend Fläche zur Verfügung stehe. Im Achental seien momentan Photovoltaik und Biomasse die vorrangigen Energieproduzenten.

Der aktuell geltende Regionalplan, die Raumordnungsplanung für die Region weise südlich der A8 keine Windvorranggebiete aus, was im Umkehrschluss ein Verbot der Windenergienutzung dort bedeute, schilderte Christian Nebl vom Landratsamt Traunstein. Windenergienutzung sei vor diesem aktuellen rechtlichen Hintergrund eher im nördlichen Landkreis Traunstein möglich, wie Christian Nebl beschrieb. Er erläuterte dann die Situation aus Sicht des Gesetzgebers. Grundsätzlich wolle der Gesetzgeber die Windkraft stärken. Die sogenannte 10-H-Regel sei kürzlich bzw. momentan für die sogenannten Vorrangflächen bereits abgeschafft. Stand jetzt müssen 0,7 Prozent der Landkreisfläche für Windenergie genutzt werden, bis 2027 dann 1,1 Prozent, bis 2032 sollen dies 1,8 Prozent sein. Hier habe der Bund eingegriffen. Auf Grund der Themen Naturschutz, Tourismus und Erholungsgebiete bestehe in den Alpen die größte Herausforderung. Im südlichen Landkreis Traunstein sei Windkraft zum jetzigen Zeitpunkt gesetzlich unzulässig. Jedoch befände sich im Achental einiges im Fluss, es stünden ambitionierte Projekte an. Biomasse, Wasserkraft und Solar spielten eine große Rolle und es gäbe jederzeit umfangreiche Unterstützung vom Landratsamt.

Auf Christian Nebl folgte Peter Beermann, Geschäftsführer der Beermann Windsysteme GmbH und seit 2020 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium ernannter „Windkümmerer“ für Oberbayern. Er führte aus, dass Windkraft nur gemeinsam mit den Kommunen und Bürgern möglich sei. Die 2014 erlassene 10-H-Regel habe in der Region die Windkraft praktisch zum Erliegen gebracht. Es bestünde aber jetzt die Möglichkeit, dass durch kommunale Bauleitplanung niedrigere Abstände beschlossen werden könnten. Eine Nutzung von 2 Prozent der Flächen durch Windkraft könne 75 Prozent des Bruttostromverbrauches abdecken und dies preisgünstig bei 4 – 8 Cent pro Kilowattstunde. Windräder wären flächeneffizient am sinnvollsten, jedoch mit dem Nachteil der weithin Sichtbarkeit behaftet. Diese Art der Energieerzeugung stelle zum aktuellen Zeitpunkt bereits 13.000 Arbeitsplätze allein in Bayern, Tendenz steigend, und fördere dezentrale Teilhaberstrukturen, die die Teilhabe von Großkonzernen einschränke. Im letzten Paket des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) zu Ostern diesen Jahres habe der Gesetzgeber zahlreiche Änderungen eingesetzt. Wörtlich: „Die Nutzung der Erneuerbaren Energien liegt im öffentlichen Interesse und dient der öffentlichen Sicherheit.“

Dies bedeute für die Windenergie- bzw. Windkraftnutzung, dass bis 2032 1,8 Prozent der Flächen eines jeden Bundeslandes für diese Energieerzeugungsform genutzt sein müssen, ansonsten könne Windkraft praktisch ohne große Berücksichtigung landesmäßiger Interessen gebaut werden. Dies stelle eine Strafe dar, die nicht gewollt sein könne, aber drohe. Ab 2024 würden Vorrangflächen nur noch nach Emissionsschutz und Abstand ausgewiesen, was Waldflächen zum Bau von Windkraft privilegieren werde. Hier kämen dann die Bayerischen Staatsforsten als Verwalter des größten Waldeigentümers, nämlich des Freistaates Bayern und ein Bieterverfahren ins Spiel, so dass die Wertschöpfung nicht mehr vor Ort stattfände und große Konzerne habhaft werden könnten. „Wenn es so kommt, wird es unmöglich, das Ganze lokal zu halten. Ich hoffe da sehr auf den Gesetzgeber, Hessen und Baden-Württemberg stehen hier als negatives Beispiel“, so Beermann. „Wir stehen hier vor einer Zeitenwende mit Verpflichtung zum Erfolg. Ohne Windenergie keine Klimaneutralität bis 2040 und keine sichere Stromversorgung bzw. Strompreise. Kommunikation und Planung sind nun wichtig.“

Georg Huber, Vorsitzender des Aktionsbündnisses für Bürgerwindräder im Landkreis Traunstein hielt dann ein eindringliches Plädoyer für die Windkraft und appellierte an die Verantwortlichen. Es sei wichtig, die Bevölkerung und die Kommunalpolitik über die Vorteile zu informieren. Jetzt bestünde noch die Möglichkeit Großinvestoren und Energiekonzerne von außerhalb zu verhindern. Es müsse möglichst schnell etwas bewegt werden, Bürgerwindräder seien eine mögliche Alternative. Aber auch Kreis, Stadt und Kommune könnten handeln. „Wir dürfen uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, es pressiert!“, so Huber. Als letzte Referentin stellte abschließend Bettina Mühlbauer kurz die Arbeit der Energieagentur Südostbayern der beiden Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land vor. Diese Einrichtung biete allen Bürgern kostenlose Beratung in Energiefragen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien telefonisch erreichbar, kommen auch zu den Bürgern nach Hause. Auch Energiechecks werden durchgeführt, ebenso gibt es umfangreiche Beratungen für die Kommunen, um in allen Bereichen Energie sparen zu können. Jeder könne sich gerne melden, es existiere viel Potenzial in den privaten Häusern und auch den öffentlichen Bauten.

Nach einer kurzen Pause entwickelte sich dann eine vom Organisator und Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Unterwössen moderierte, angeregte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen. Marquartsteins Erster Bürgermeister Andreas Scheck sprach die Windsituation im Achental an und fragte, ob – ungeachtet der rechtlichen Machbarkeit – auch kleinere Windräder möglich sein könnten. Peter Beermann erwiderte, dass es in den Tälern in der Regel schon nicht genug Wind und Windgeschwindigkeit gäbe, um die großen Windräder zu betreiben. Georg Huber sagte, dass durchaus aber eine private Nutzung von kleineren Anlagen möglich wäre. Hier müsse aber die Politik unterstützend handeln. Ludwig Entfellner, Erster Bürgermeister von Unterwössen, sprach an, dass in seiner Gemeinde die Wasserkraft aktuell 18 Prozent des Stromverbrauches abdecke, aber bzgl. der Wasserkraftnutzung seiner Meinung nach die Grenze der Machbarkeit erreicht sei. In einer Potenzialanalyse für Windenergienutzung wären zwei Standorte für Windräder auf ca. tausend Meter Höhe gefunden worden.

Hier werfe sich die Frage auf, ob die Bürgerinnen und Bürger das dann wollten. „Ich denke, es wird gewollt sein und wir müssen es wollen. Die Leute würden das mittragen.“ Als Skandal betrachte er das sich andeutende Handeln der Bayerischen Staatsforsten, die aus Geldnot heraus Großkonzernen zugeneigt sein würden. Er bitte alle Anwesenden, diesen Denkfehler zu beheben. Die Bürgerinnen und Bürger sollten möglichst die Träger sein, nicht zuvorderst Großinvestoren. Die Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH Dr. Birgit Seeholzer beantwortete dann die Frage von Hermann Minisini bezüglich der Energiespeicherung. Gemeinsam mit Landrat Sigfried Walch würde an zahlreichen Konzepten wie Wasserkraftwerken, Pumpspeicherkraftwerken und virtuellen Kraftwerken gearbeitet. Hier müsse jedoch wieder der Gesetzgeber umdenken und politische Weichen gestellt werden. Es solle ein Abgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch erfolgen, viele Speichertechnologien müssten durchdacht werden. Schlechings Bürgermeister Josef Loferer sprach von einer in Punkto Windkraft ernüchternden Veranstaltung. Im Hinblick auf die Windenergienutzung sei es beschämend, dass die 10-H-Regel damals wohl wegen der bevorstehenden Landtagswahl nicht abgeschafft worden wäre. Es sei nun wichtig auf jeden Fall interkommunal zusammen zu stehen und weiterzumachen.

Gemeinsame Projekte seien aus seiner Sicht auf jeden Fall Teil der Lösung. In die gleiche Kerbe schlug der Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer, dem besonders der Verkauf von billigem Strom in Überlastzeiten an die österreichischen Nachbarn und dem damit verbundenen teuren Energierückkauf bei Unterversorgung schwer im Magen läge. Auch er plädierte für entsprechendes politisches Eingreifen und gemeinsames Handeln der Landkreisgemeinden. Josef Lahner, Altbürgermeister von Palling und Thomas Schmidinger, Erster Bürgermeister von Schnaitsee, beide Gemeinden sind „Windradgemeinden“ und Vorreiter für die Windkraft im Landkreis, ermutigten alle anwesenden Verantwortungstragenden die Windkraft zu fördern. Besonders die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre Ausschlag gebend und könne durch die Hervorhebung von Energiesicherheit und Wirtschaftlichkeit durchaus erreicht werden. Ebenso wie durch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Erlösen bzw. Gewinnen. Das nahm auch Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser auf: „Die Menschen sind sehr an der Windkraft interessiert. Kolleginnen und Kollegen bitte kümmert Euch. Sucht Standorte, setzt Euch mit dem Landrat in Verbindung, tut Euch zusammen und ziehts an einem Strang!“.

Dies vertiefte Beate Rutkowski für den BUND-Naturschutz. Es könne nur gemeinsam gehen um der Klimakrise, der Biodiversitätskrise und der Energiekrise entgegenzuwirken. Dafür benötige es einen Energiemix aus Biomasse, Photovoltaik auch in Freiflächen, bestehenden Wasserkraftwerken, und Windkraft und unbedingt auch einer Reduzierung des Stromverbrauches. Stefan Kattari, Grassaus Bürgermeister, fand dann ein schönes Schlusswort: „Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen und gemeinsam handeln. Es ist an uns, gemeinsam kluge Lösungen zu finden und so zu präsentieren, dass diese nicht abgelehnt werden können.“

Pressemitteilung der sieben CSU-Ortsverbände des Achentals und von Alexander Reber (AR), Grassau

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