Nachfolger steht in Unterwössen bereits in den Startlöchern

„Ohne Corona-Auflagen hätte ich den Schmiedbräu noch nicht übergeben“

Martin Färbinger Wirt vom Schmiedbräu in Unterwössen übergibt sein Wirtshaus an neue Pächter wegen Corona-Auflagen
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Martin Färbinger, Wirt vom Schmiedbräu in Unterwössen, übergibt sein Wirtshaus an neue Pächter wegen Corona-Auflagen.

Unterwössen – Mit Maske Gäste bedienen, hinter der Schank stehen und nur auf Abstand miteinander reden? Darauf verzichtet Martin Färbinger. Der bisherige Wirt vom Schmiedbräu gibt wegen den strengen Corona-Auflagen sein Wirtshaus an erfahrene junge Pächter ab. Wie es nun weitergeht mit dem Gasthaus:

„Anfangs dachte ich mir nicht viel dabei, war der Meinung, die Welle ist in drei bis vier Wochen vorbei“, gibt der bald 63-Jährige Martin Färbinger zu. „Ich nutzte aber die Corona-Schließung um mich dem neuen Salettl zu widmen. Irgendwann kam ich aber ins Grübeln, ob ich mit den coronabedingten Auflagen überhaupt weitermachen will. Ich war mit vielen Wirtskollegen in Kontakt und da haben einige sinniert, ob sie unter den gegebenen Umständen weitermachen sollten. Dass dies einen erhöhten Aufwand im Gastbetrieb darstellt, war auch mir klar.“


Schmiedbräu Unterwössen: Wirtshaus mit viel Liebe zum Detail

Begonnen hat die Geschichte des Schmiedbräus erst vor wenigen Jahren. 2015 begann der gelernte Maurermeister sein Elternhaus umzubauen, weil er mit einem eigenen Wirtshaus mit gemütlicher kleiner Gaststubn das Gastronomie-Leben in Unterwössen wieder auffrischen wollte. „Das war schon immer mein Traum. Da ich mit Leib und Seele Handwerker bin, begann ich den Umbau in Eigenregie – bis heute bin ich immer wieder am Werkeln. Das Salettl im Eingangsbereich beispielsweise ist erst im Frühjahr diesen Jahres entstanden.“


Die Eröffnung des Schmiedbräus im Jahr 2017 schlug ein. Das Konzept mit Brotzeitstüberl und wechselnden Gerichten in der urigen Wirtschaft in Unterwössen kam an. Ein gemütlicher Kachelofen, alte Bilder in schwarz-weiß oder ein Geweih an der Wand verströmen Wärme und Gemütlichkeit in der Wirtsstubn. Mit viel Liebe zum Detail eingerichtet entwickelte sich rasch eine Stammkundschaft. „Wir verwendeten nur hochwertige regionale Produkte und haben alles selbst zubereitet, was bei den Gästen hoch geschätzt wurde“, unterstreicht Martin stolz.

Die neuen Pächter Andreas Schaidhauf (links) und Julia Lerche (Zweite von links) und die bisherigen Betreiber des Schmiedbräus in Unterwössen, Susi und Martin Färbinger (rechts).

Neue Nachfolger für Schmiedbräu in Unterwössen schnell gefunden

Doch dann kam die Corona-Krise. Mit ihr Julia Lerche und Andreas Schaidhauf ins Spiel. Die beiden kennen Martin Färbinger über einen gemeinsamen Bekannten und waren schon länger auf der Suche nach einem kleinen Wirtshaus. Dass sie schließlich den Schmiedbräu übernehmen, diese Lösung stand schnell ihm Raum. „Es ist mit Corona derzeit wie es ist und wir machen das Beste draus. Freilich ist das jetzt für uns eine Einschränkung und wir machen uns Gedanken, wie wir alles am Besten managen. Aber passieren kann immer was – gerade wenn es in die Selbstständigkeit geht. Wir nehmen diese neue Herausforderung gerne an, fühlen uns gut gerüstet und sind froh im Schmiedwirt ein Objekt gefunden zu haben, mit dem wir uns rundum wohl fühlen“, erzählt Julia Lerche zuversichtlich.

Den gebürtigen Weilheimer und die Wirtstochter vom Samerberg verbindet die gemeinsame Leidenschaft zum Kochen und zur Gastronomie. Zuletzt betrieben sie eine Wirtsstube in der Steiermark, im Hinterkopf schwebte immer der Traum vom eigenen Lokal in Bayern. Der scheint sich mit dem Schmiedbräu nun zu erfüllen. Der Name des Wirtshauses bleibt bestehen. In Zukunft sollen auch gesellige Musikabende stattfinden – wie bei einem Hoagascht. Martin ist selbst Musiker und kennt einige gute Freunde, die gerne in der Stubn spielen würden.

Die neuen jungen Pächter vom Schmiedbräu in Unterwössen: Andreas Schaidhauf und Julia Lerche.

Neue Pächter des Unterwössner Schmiedwirts dürfen auf Unterstützung der bisherigen Betreiber zählen

Zum Konzept erklären die beiden jungen Wirtsleute: „Von Meeresfrüchten über Wildspezialitäten bis hin zu regionale Schweindln darf alles dabei sein. Die Basis aber soll bayerisch bleiben. Der Fokus liegt dabei auf möglichst regionalen Produkte, aber vor allem auf qualitativ hochwertige Lebensmittel, die durch steirische Weine und Biere des Hofbräuhauses Traunstein ergänzt werden“, betont Andreas Schaidhauf (35). „Wir stehen bereits in regem Austausch mit Geschäftspartnern und wollen uns mit den Lieferanten nachhaltig weiterentwickeln. Kein Großhandelsketten – das war schon immer unser Anspruch.

Das wiederum freut auch Martin Färbinger: So gut es geht möchte der Unterwössner die jungen Wirtsleute weiterhin unterstützen. Mit im Boot: Seine Frau Susi, mit der er den Schmiedbräu bisher betrieben hat. „Es wird immer mein Wirtshaus bleiben. Ohne die Corona-Auflagen hätte ich den Schmiedbräu noch nicht übergeben. Deshalb freut es mich umso mehr, dass ich so tolle Nachfolger gefunden habe.“ Informationen gibt es auf der Internetseite oder der Facebook-Seite, die in Kürze aktualisiert werden.

Impressionen der Gaststätte Schmiedbräu Unterwössen in Bildern

Die Wiedereröffnung soll der aktuellen Situation geschuldet "eher griabig" ablaufen. Ein Einweihungsfest werde man natürlich nachholen, sobald die Corona-Bestimmungen wieder ein gemütliches und geselliges Beisammensein wieder zulassen. Über kurz oder lang wollen die beiden auch ausbilden – sobald sie im Unterwössener Schmiedbräu Fuß gefasst haben.

mb

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