Verschollene Werke wiedergefunden

+
Eine "Landschaft im Chiemgau" hat Hötzendorff dieses Werk genannt, eines von 75 ausgestellten Bildern.

Grassau - In einer Architektenrolle wurden 35 Jahre nach dem Tod des Chiemseemalers Theodor von Hötzendorff 25 bislang unbekannte Werke des Künstlers entdeckt.

Restauriert und gerahmt, gehören sie zu der Ausstellung, die der Bernauer Galerist Guido Wichmann im Galerieraum der Touristinformation Grassau präsentiert - bis zum 13. September, täglich von14 bis 18 Uhr.

Theodor von Hötzendorff (1898-1974) war nach Wichmanns Worten ein ganz besonderer Künstler und seiner Zeit immer einen Tick voraus gewesen. Ausgestellt werden nun 75 Bilder aus allen drei Werksperioden, darunter auch die klaren, akademischen Werke der ersten Periode. Bezeichnend seien der Pinselstrich und die kräftigen Farben, die der Maler für seine Ölbilder verwendete. Hötzendorff habe seinen eigenen Charakter geschaffen. Oft werde, so der Kenner weiter, Hötzendorff als expressiver Maler bezeichnet, doch sei der Künstler ein Spätimpressionist und bis zu seinem Tod 1974 seiner Linie treu geblieben. Hötzendorff gelte auch als Freilichtmaler, da seine Staffelei immer in der Natur stand. Zudem charakterisiert Wichmann den Künstler als menschenscheu. Selbst zu den Ausstellungseröffnungen sei er nie gegangen. Als Nachlassverwalter und Galerist kündigte Wichmann an, dass es in den nächsten Jahren keine solche Einzelausstellung mehr geben werde. Allerdings wolle er in etwa fünf Jahren die in Prien, Rosenheim und Grassau verstreuten Bestände an Hötzendorff-Werken in einer Sonderausstellung zusammenfügen, um das ganze Spektrum dieses außergewöhnlichen Malers zu zeigen.

Fritz Seibold, der Kulturbeauftragte der Gemeinde, zeigte sich froh, dass Grassau die Möglichkeit geboten werde, diese besonderen Werke auszustellen. Vor 70 Jahren sei Hötzendorff nach Grassau gekommen und habe 35 Jahre in der Gemeinde gelebt. Erst kürzlich seien unter dem Motto "Alpensagen" Hötzendorff-Werke zu sehen gewesen, erinnerte Seibold. Dieser Galerieraum sei auch entstanden, um dem Grassauer Künstler gerecht zu werden. So berge ein Nebenraum auch Entwürfe des Malers.

tb/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser