Versorgung bleibt ortsnah

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Unterwössen - Die Konzessionsverträge für das Stromversorgungsnetz im Gemeindegebiet Unterwössen, die zum 10. Juli 2011 auslaufen, sind fortgeschrieben worden.

Einstimmig votierte der Gemeinderat dafür, in den nächsten 20 Jahren mit den bisherigen Energieversorgungsunternehmen fortzufahren.

Gemäß den Vorschriften hatte die Gemeinde rund zwei Jahre vor dem Auslauf die Ausschreibung im Bundesanzeiger bekannt gemacht., andere Bieter als die bisherigen Energieversorgungsunternehmen hätten sich nicht beworben, erklärte Bürgermeister Hans Haslreiter in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Im Gemeindegebiet haben sich, wie gehabt, für den Ortsteil Oberwössen das EVU Oberwössen Elektrizitätswerk Oberwössen eG, für den Ortsteil Unterwössen das EVU, Elektrizitätswerk Döllerer & Greimel oHG und für die Versorgungsgebiete Agg, Staffen, Balsberg und Litzelau das Evu Eon Bayern beworben. Angebote und Verträge entsprächen den neuen Musterverträgen und seien den neuen Bestimmungen angepasst worden. Haslreiter betonte, dass die Gemeinde froh sein könne, dass wieder die Energieversorger vor Ort zum Zuge kommen. Für die Gemeinde sei das nur von Vorteil.

Das E-Werk Oberwössen und das in Unterwössen seien einheimische Unternehmen, die zu jeder Zeit unbürokratisch rund um die Uhr erreichbar seien, wenn eine Störung vorliege. Außerdem zahlten die Unternehmen Steuern an die Gemeinde, sorgten für Arbeitsplätze vor Ort und sicherten ein zukunftssicheres Leitungsnetz für alle Abnehmer.

Andreas Bichler (FWG) sagte, seine Stromrechnung steige von Jahr zu Jahr. Es werde gute Arbeit geleistet, diese habe aber auch ihren Preis. Er monierte, dass die Konzessionsverträge, die für eine Laufzeit von 20 Jahren geschlossen werden, den Gemeinderäten nicht mit der Sitzungseinladung ausgehändigt worden seien, damit man sich schon vorab über den Inhalt genau informieren konnte.

Geschäftsleiter Thomas Müllinger erklärte, dass die Konzessionsabgabe für alle drei Energieversorgungsunternehmen gelten und im Laufe der Vertragszeit immer wieder angepasst werden. Zudem, so der Geschäftsleiter, handele es sich um insgesamt acht Verträge, die geschlossen werden. Bichler konterte, weil für alle drei Energieversorgungsunternehmen der Inhalt identisch sei, hätte einer gereicht. "Wenn ich über einen Vertrag mit 20 Jahren Laufzeit abstimmen soll, will ich auch den Inhalt wissen." Deswegen beantragt Bichler, den Beschluss zurückzustellen.

Vertagung des Beschlusses abgelehnt

Dafür plädierte auch Manfred Höglauer (UWW). Zum besseren Verständnis für die Konzessionsverträge wurde Walter Bauer vom Elektrizitätswerk Oberwössen das Wort erteilt. Er erklärte, es sei der Gemeinderat, der die Höhe der Konzessionsabgabe bestimme. Doch nicht darum gehe es in erster Linie. Vielmehr sei es Hauptaufgabe des Vertrages, zu regeln, dass die EVU die Pflichtaufgabe der Stromversorgung erfüllen könne.

Bürgermeister Haslreiter ergänzte, die Laufzeit betrage deshalb 20 Jahre, weil die EVU Sicherheit für ihre Investitionen benötige.

Claudia Schweinöster (UWW) betonte, sie vertraue in dieser Sache der Verwaltung. Mit neun zu fünf Stimmen lehnte der Gemeinderat eine Zurückstellung der Beschlüsse ab. Die anschließenden Beschlüsse passierten einstimmig den Gemeinderat. Bichler forderte, dass ein Vertragsexemplar mit dem Sitzungsprotokoll an die Gemeinderäte verschickt werden soll. Anton Greimel (FWG) sagte, er könne darauf verzichten: Man sollte nicht päpstlicher sein als der Papst. Geschäftsleiter Müllinger warf ein, es sei nicht üblich, solche Verträge der Gemeinde weiterzugeben, doch Bürgermeister Haslreiter beschwichtigte, schon etwas genervt: "Von mir aus." Sandra Sonntag (FDP) glättete die Wogen mit dem Angebot: "Wer einen Vertrag will, soll ihn sich beim Geschäftsleiter holen."

Keine größeren Debatten gab es zu den weiteren zu schließenden Verträgen für die Stromlieferungsverträge für die gemeindlichen Liegenschaften. Die Lieferung erfolgt zu den Preisen des jeweiligen Rahmenvertrages für kommunale Einrichtungen und wird bis Ende 2010 mit jährlicher Verlängerungsmöglichkeit abgeschlossen, sofern nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt wird. Gleiches gilt für die Straßenbeleuchtungsverträge. Darin ist geregelt, dass die Gemeinde den Bau und Betrieb der Straßenbeleuchtungsanlagen dem jeweiligen Energieversorgungsunternehmen überträgt.

sga/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © wikipedia

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