"VSU, wir sind alle eine Crew"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Kinder der Klasse 5b führten ein Theaterstück "Schule früher" auf.

Unterwössen (CH-Z) - Mit einer großen Feier und einer umfangreichen Ausstellung erinnerte die Volksschule Unterwössen (VSU) an den Schulhausbau an der Wetterkreuzstraße, der 1959 eingeweiht wurde.

Rektor Klaus Biersack zeigte Fotos vom Bau der Schule, der noch wesentlich mehr Handarbeit erforderte als heute und zwei Jahre in Anspruch nahm. Zu den Festgästen zählte Johanna Sedlmeir, langjährige Schulleiterin in Oberwössen, Erika Kaditzky, Schulleiterin von 1979 bis 2002 in Unterwössen, der frühere Lehrer Fritz Ludwig, an den sich noch etliche der anwesenden Erwachsenen erinnern konnten, und die Schulsekretärin Elisabeth Schmid (1985 bis 2000).

Bernhard Greimel, der als Schüler 1959 bei der Einweihung dabei war, erzählte aus der Schulgeschichte über die schwierigen Verhältnisse in früheren Jahren und über einige Streiche. Die von ihm verfasste Schulgeschichte mit alten Fotos ist auch Teil der Ausstellung.

"Wer auf eine so positive Bilanz wie die unserer Volks- und Hauptschule zurückschauen kann, hat allen Grund, den runden Geburtstag zu feiern", sagte Bürgermeister Hans Haslreiter. Stellvertretend für die anderen Unterstützer nannte er den damaligen Bürgermeister Otto Stumbeck und den Hauptlehrer Franz Aberger, die Motor der neuen Schule waren. Bereits 1936 habe es Überlegungen gegeben, ein Schulhaus zu bauen, was der Zweite Weltkrieg vereitelte. Nach 1945 fiel der Unterricht für Monate aus. In den Schulsälen im alten Schulhaus und im Pfarrer-Stall war 1948 die Schülerzahl auf 282 angewachsen. In den Wirtssälen beim Stumbeck und Ammer wurde behelfsmäßig Unterricht gehalten.

1952 sprachen sich der Gemeinderat und Bürgermeister Stumbeck für den Neubau der Schule aus. Die Grundstücksbeschaffung und die Standortfrage dauerte bis 1956. Den Plan für die fünfklassige Schule mit Turnhalle erstellte Architekt Krumpholz aus Traunstein, der schon das Rathaus geplant hatte. 1957 begann die Firma Greimel mit dem Rohbau. Die Schule kostete ohne Grundstück rund 494000 Mark. Haslreiter war 1959 als Lehrling bei der Einweihungsfeier dabei. Die Schule erhielt inzwischen eine große Schulsportanlage und wurde 1986 und 1999 erweitert. "Durch den Schulvertrag mit den Nachbargemeinden Schleching und Reit im Winkl konnte unsere Hauptschule erhalten und stabilisiert werden", so der Bürgermeister.

Lehrerkollegium und Schüler sowie der Elternbeirat hatten für die Jubiläumsfeier ein umfangreiches Rahmenprogramm gestaltet. In der Aula waren, neben der Ausstellung mit alten Handarbeiten, Schulgeschichte und vielem mehr, ein Lehrerpult mit Tafel und alten Schulbänken nebst Tintenfässern und Federhalten aufgebaut.

Bereits bei der Einweihung 1959 hatten die Kinder das Lied "Wer nur den lieben langen Tag" gesungen, das die jetzige dritte Klasse perfekt vortrug und mit "Im Frühtau zu Berge" ergänzte. Mit dem Gedicht "Der faule Jockel" beteiligte sich die vierte Klasse. Die siebte Klasse war mit Gitarrenbegleitung von Konrektor Otto Manzenberger mit einem Lied zum Schulhausbau vertreten.

Viel Spaß hatten die Gäste und die Kinder der Klasse 5b, die entsprechend gekleidet und auf alten Schulbänken einen Schultag der 50er- Jahre nachspielten. Zum Abschluss der Feier trug die achte Klasse den neuen Schulsong "VSU, wir sind alle eine Crew" vor. Etliche der Schüler und Lehrer trugen bereits das neue Schul-T-Shirt "VSU mit Herz und Hirn". Die Ausstellung, die sich mit vielen alten Klassenbildern über den Flur und weitere Räume erstreckt, soll auch nach den Herbstferien weiter bestehen bleiben. Viele Namen aus früheren Schuljahren werden noch gesucht. "Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Besucher noch an Namen", hofft Rektor Biersack.

"Schule funktioniert nur, wenn sie in die Gemeinde eingebettet ist", hatte Rektor Biersack auf der Bürgerversammlung im Gasthof "Post" in Oberwössen gesagt. Er trug die Entwicklung der Schülerzahlen ab 2002/03 mit damals 289 Schülern vor. Nach 2004/05 mit 292 Schülern sind die Zahlen stets gesunken. Die Schule hat derzeit 218 Schüler in zwölf Klassen. 24 Schüler wurden heuer eingeschult.

Die VSU ist in der Kategorie "Schulprojekte" mit zwei Filmen "Der neue Sunny Lipstick - echt heiß"" begleitet von Lehrer Johannes Drechsler, und "Watt für'n Film", begleitet von Konrektor Otto Manzenberger, für den Videowettbewerb "Camgaroo Award" 2009 - "video meets cinema" - nominiert. Wie zu hören war, soll es einen zweiten Preis gegeben haben.

bre/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Achental

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser