"Watt für'n Film"

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Konrektor Otto Manzenberger (hinten links) und die erfolgreichen jungen Wössner Filmer.

Unterwössen (ch-z) - Die Unterwössener Volksschule war beim Videowettbewerb Camgaroo Award wieder erfolgreich. Ihre beiden Filmprojekte waren für die Endausscheidung nominiert gewesen, "Watt für'n Film" belegte sogar Platz zwei.

Nach drei zweiten Rängen in Folge wolle man 2010 den Sieg einfahren, sagte Konrektor Otto Manzenberger der Chiemgau-Zeitung.

Die Volksschule ist mächtig stolz auf sich. Gleich beide Filme, die in der Kategorie "Schulprojekte" für den Camgaroo Award, den "Oscar der Hobbyfilmer", eingereicht worden waren, schafften trotz beachtlicher Konkurrenz den Sprung in die Endausscheidung: "Der neue Sunny Lipstick - echt heiß", ein von Hauptschullehrer Johannes Drechsler betreutes Musikprojekt der neunten Klasse und das Projekt "Watt für`n Film" der Video AG Satire unter der Leitung von Konrektor Otto Manzenberger.

Nach einer spannenden Präsentation der Filme in verschiedenen Kategorien und Altersklassen herrschte bei der Preisverleihung im Rahmen der Münchener Medientage großer Jubel bei der Video AG, verbunden mit bisschen Enttäuschung. Zwar sei schon allein die Nominierung der beiden Filmprojekte eine Supersache, so Manzenberger und Drechsler, aber zu gerne hätte man noch eine weitere Topplatzierung - ausgezeichnet wurden jeweils die ersten drei - mit nach Hause genommen.

Das Thema des Camgaroo Awards hieß heuer "video meets cinema". Genau darauf basiert auch Manzenbergers Idee für "Watt für`n Film". Aus seiner langjährigen Erfahrung wisse er, dass bei vielen Nachwuchsfilmprojekten immer wieder das Geld für die Ausstattung fehle, zum Beispiel für die Beleuchtung. Daher würden die Aufnahmen zu dunkel und mithin "verschmieren".

Auf dieses latente Problem weist der Unterwössner Streifen unterschwellig hin. Im Mittelpunkt steht eine wilde Verfolgungsjagd in der Dämmerung, die mangels guter Beleuchtung immer diffuser und undurchschaubarer wird. Ironie und Satire tragen das Ihrige dazu bei. Am Ende des Clips daher die Feststellung: "80 Prozent aller Nachwuchsfilme haben kein Geld für Licht." Zudem erscheint ein Spendenaufruf mit Annahmestellen für Baustrahler, Glühwürmchen, 100-Watt-Glühbirnen und ähnliches Lichtmaterial sowie der Hinweis auf eine Hompage, die es in Wirklichkeit natürlich gar nicht gibt. Die gewünschte Wirkung des Films und der doppeldeutige Titel "Watt für'n Film" erschließen sich dem nichteingeweihten Zuschauer also erst ganz zum Schluss.

Den Schülern, die an den Projekten der Volksschule Unterwössen teilnehmen, gibt es wahnsinnig viel an Selbstbewusstsein und Stärke, sagt Rektor Klaus Biersack. Zweifelsohne werde man solche, über den Basisunterricht hinausgehenden Projekte auch weiterhin anbieten. Schön wäre es natürlich, meinte Manzenberger, wenn die Projekte auch entsprechend gefördert würden. Zwar könne man an der Volksschule Unterwössen nicht wirklich "jammern", man sei an sich gut ausgerüstet, aber ein bisschen mehr sollte nicht schaden.

Aus diesem Grunde könne man nur jeden ermuntern, dem Förderverein der Schule beizutreten. Ein bisschen mehr "Watt" könnte die Video AG durchaus gebrauchen - und wer weiß, vielleicht klappt es ja dann nächstes Jahr mit dem "Oscar der Hobbyfilmer".

Chiemgau-Zeitung

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