Tourismus blüht auf: Wieder mehr Urlauber

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Die neuen Festsaal-Pächter Ulrich und Ina Rupprecht, die Bürgermeister Josef Heigenhauser im Rahmen der Bürgerversammlung vorstellte.

Reit im Winkl - Der Tourismus in Reit im Winkl blüht auf: Mit 86.321 Gästen ist 2010 der höchste Stand seit neun Jahren erreicht worden. Es gibt aber auch Wermutstropfen.

Rund 200 Reit im Winkler hatten sich im Festsaal an der Tiroler Straße zur Bürgerversammlung eingefunden. Vorgestellt wurde auch Ulrich Rupprecht, der zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Bruder und seiner Schwägerin ab 1. Juni den gemeindlichen Festsaal anpachten wird.

Deutlich schlechter verlaufen sei das Haushaltsjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr, wie Bürgermeister Josef Heigenhauser in seiner Ansprache über die wirtschaftliche Entwicklung des Ferienortes vorausschickte, was wesentlich an der erhöhten Kreisumlage, der Reduzierung der Einkommenssteuerzulage und der Schlüsselzuweisung gelegen habe. In Summe betrage die Einnahmenminderung hier über 300.000 Euro, wobei seitens der Gemeinde auf die erwarteten Mindereinnahmen mit der Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuerhebesätze reagiert worden sei.

Der Gesamthaushalt sei im vergangenen Jahr auf 12,5 Millionen Euro angewachsen, ungewöhnlich hohe Investitionen im Vermögenshaushalt seien für diese Steigerung verantwortlich. Die augenfälligsten Positionen sind die energetische Sanierung der Grundschule (1,017 Millionen Euro), die Kanalanschlüsse Entfelden Ost und Birnbach Oberbichl (261.680 beziehungsweise 347.610 Euro) und verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung.

Weiterhin zurück gehen die Schulden: Waren es noch vor fünf Jahren über neun Millionen Euro und 2009 knapp acht Millionen, so endete das Haushaltsjahr 2010 bei einer Gesamtverschuldung mit genau 7,907 Millionen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3367 Euro entspricht (2006: 3744). "Ein Wert, der immer noch deutlich zu hoch ist, aber nach Abschluss der Großprojekte und Eingang der Zuschüsse wird sich die finanzielle Situation deutlich besser darstellen", wie Heigenhauser die Ausführungen zum Haushaltsjahr 2010 abschloss.

Eine deutliche Steigerung bei den Gästezahlen (5,98 Prozent) und ein leichter Anstieg bei den Übernachtungszahlen (1,46 Prozent) waren die Kernaussagen zum Haupterwerbszweig Tourismus. Mit 86.321 registrierten Gästen sei hier der höchste Stand seit neun Jahren erreicht worden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sei allerdings weiter rückläufig, sie beträgt jetzt noch 6,3 Tage je Gast.

An Übernachtungszahlen wurden 2010 in Reit im Winkl genau 547.000 ermittelt. Aus diesen Übernachtungszahlen resultiert für die Gemeinde mit dem Kurbeitrag eine wesentliche Einnahmequelle, womit die touristische Infrastruktur aufrechterhalten wird. 2010 nahm die Gemeinde hier über 616.000 Euro ein, fast 80.000 mehr als im Vorjahr. Dass bei der Anmeldung dieser Gäste und damit bei der Abgabe des Kurbeitrags nicht alle Vermieter die erforderliche Solidarität mit ihrer Gemeinde zeigen, ist in der Tatsache erkennbar, dass bei Kontrollen "schwarze Schafe" ermittelt werden konnten, die nach Aussage des Bürgermeisters Kurbeiträge bis in einen fünfstelligen Bereich hinterzogen hätten, was zu staatsanwaltlichen Konsequenzen führe.

Abschließend hob Heigenhauser das umfangreiche und vielfältige ehrenamtliche Engagement vieler Bürger am Ort heraus. Es bilde "die Basis für die soziale Struktur und das Funktionieren des Gemeinwesens in Reit im Winkl". Als Beispiele nannte er zum einen den Benefiznachmittag "Reit im Winkl hilft Japan", zu dem Takeo Ishii rund 16.000 Euro an Spendengeldern sammeln konnte.

Aber auch die Überbrückung der pächterlosen Zeit des Festsaals war nur unter der Mitarbeit zahlreicher Helfer möglich. Dieser Einsatz wird aber ab dem 1. Juni allerdings nicht mehr notwendig sein. Dann übernimmt der 44-jährige Oberfranke Ulrich Rupprecht mit seiner Ehefrau Ina, seinem Bruder Jürgen und der Schwägerin Karin den Festsaal. Rupprecht berichtete, seit über 60 Jahren sei seine Familie im Bereich der Gastronomie tätig.

ost/Chiemgau-Zeitung

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