Zivi geht, Freiwillige nehmen Dienst auf

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Der letzte Zivi verlässt die Diakonie der evangelischen Kirche. An seine Stelle treten zwei Mitarbeiterinnen des Bundesfreiwilligendienstes. Auf unserem Foto sind zu sehen (von links) Luca Garisch, Pia Eis, Ursula Döring und Diakon Michael Soergel.

Marquartstein - Die ersten beiden Mitarbeiterinnen des Bundesfreiwilligendienstes nehmen in dieser Woche in der Diakonie der evangelischen Kirche in Marquartstein ihre Arbeit auf.

Mit Luca Garisch hat der letzte Zivildienstleistende seinen Dienst beendet. Er beginnt eine Ausbildung zum Maler in Ruhpolding. Zuvor hat er noch seine beiden "Nachfolgerinnen" in ihre neue Aufgabe eingearbeitet. Barbara Döring aus Unterwössen und Pia Eis aus Schleching sind die Ersten, die sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes der Diakonie anschließen.

Beide Frauen sind Mitte 50 und werden in Teilzeit arbeiten. Sie haben vor allem die Aufgabe, siebenmal die Woche das warme Mittagessen an bis zu 15 Senioren im Achental zu liefern. Darüber hinaus gibt es derzeit 13 alte oder kranke Personen, die durch die diakonische Hilfe der evangelischen Kirche stundenweise betreut werden. Die Helfer gehen mit ihnen zum Beispiel spazieren, erledigen Einkäufe, übernehmen Behördengänge, sie führen Gespräche und leisten einsamen Menschen Gesellschaft.

"Es beginnt jetzt eine neue Zeit", sagt Diakon Michael Soergel, der die diakonische Arbeit der Kirche organisiert. "Die Umstellung zum BFD ist auch für uns eine große Umstellung". Der Bundesfreiwilligendienst sei eine ehrenamtliche Arbeit in einem abgesicherten, öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis auf Zeit, das aber von den Freiwilligen wie auch vom Träger jederzeit gelöst werden könne, erklärt Soergel. "Aber wir sind guter Dinge, dass alles gut weitergeht", sagt der Diakon. Für die Hausmeistertätigkeiten wie Rasenmähen und Schneeschippen, was früher der Zivi geleistet habe, müsse die Kirche jetzt eine andere Lösung finden.

"Ich hatte wirklich eine schöne Zeit als Zivi", sagt Luca Garisch im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung über seinen einjährigen Dienst in der Diakonie. Zu den alten Leuten, denen er regelmäßig das Essen gebracht habe, habe er schnell ein gutes Verhältnis aufgebaut. Garisch meint "ich bin reifer geworden". Das positive Verhältnis zu den alten Leuten habe ihm "unwahrscheinlich viel gebracht", so dass er sich durchaus vorstellen könne, mal im sozialen Bereich zu arbeiten. Vorerst aber möchte er auf jeden Fall die Ausbildung in einem Handwerksberuf abschließen.

"Sie weinen alle, dass Luca geht", erzählt Barbara Döring, die nun einen Teil seiner bisherigen Aufgabe übernimmt. Aber auch sie und Pia Eis freuen sich auf ihre neue Aufgabe. Döring, die früher im geschäftlichen Bereich arbeitete, wirkt seit längerem schon ehrenamtlich in der evangelischen Gemeinde und genießt das "gute menschliche Miteinander hier". Auch ihre Kollegin hat schon in der Einarbeitungszeit beim Essenausfahren gespürt: "Die Leute freuen sich so, wenn man kommt".

Der BFD ist auf ein, maximal zwei Jahre befristet. Um langfristig die Arbeit sicherzustellen, sind weiter Frauen und Männer ab 18 Jahre bis ins Rentenalter gesucht, die diakonischen Dienste gegen ein Taschengeld ausführen möchten, sagt Diakon Soergel. Die Mitarbeiter sind durch die Diakonie kranken- und sozialversichert und können 21 bis 40 Stunden pro Woche arbeiten.

gi/Chiemgau-Zeitung

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