Weiter gegen Ausbau in großem Stil

Prien - Die Bürgerinitiative (BI) zur Landschaftserhaltung des Chiemsee-Westufers ist nach wie vor strikt gegen einen Ausbau der Autobahn auf insgesamt sechs Fahr- und zwei Standspuren.

Sie spendet dem Bund Naturschutz 500 Euro für die Erstellung eines Zusatzgutachtens für einen flächenschonenden Ausbau der A8.

In der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Fischer am See" in Prien-Harras diskutierte die BI erneut über den Ausbau der Autobahn von Rosenheim nach Salzburg. Zusammen mit weiteren Gruppen fordert sie die Sanierung der vier Fahr- und den Anbau von zwei Standspuren. Im Gegensatz dazu haben sich die Behörden eine Erweiterung auf sechs Fahr- und zwei Standspuren zum Ziel gesetzt.

Die Planung sei jetzt in eine entscheidende Phase gerückt, berichtete Sepp Genghammer. Der Grünen-Gemeinderat in Bernau diskutierte im "Planungsdialog" mit, der bislang in den Arbeitskreisen der drei beteiligten Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land lief. Seinen Angaben zufolge werden die Vorschläge der Arbeitskreise in der so genannten übergreifenden Planungsgruppe beraten und dann dem Bundesverkehrsministerium zur Entscheidung vorgelegt.

Dossier:

A8-Ausbau

Genghammer kritisierte, dass das vom Bund Naturschutz in Auftrag gegebene alternative Gutachten von Professor Dr. Dietmar Hunger aus Dresden im Rahmen des Planungsdialoges und damit die Gegenargumente gegen den von den Behörden geplanten Ausbau im großen Stil überhaupt nicht geprüft worden seien. Als besonders wichtig sah es BI-Vorsitzende Helge Holzer an, die Bürger zu animieren und sie für einen intelligenten und landschaftsschonenden Ausbau zu gewinnen. Nach wie vor fordere die BI auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Der Bund Naturschutz will jetzt mit einem Zusatzgutachten erreichen, dass die landschaftsschonenden Vorschläge doch noch Gehör finden. Die Erstellung wird von der BI am Westufer des Chiemsees unterstützt.

In ihrem Bericht kritisierte Holzer, dass in der Gemeinde Rimsting das neue Sportheim im Landschaftsschutzgebiet in so großen Ausmaßen genehmigt worden sei. Bedauerlich sei, dass die Rimstinger ihr Ufer nicht höher wertschätzen. Mit Blick auf das Schraml-Bad in Prien sagte die Vorsitzende, dass sich eine "kroatische Küste" ergeben habe. Die neuen spitzen Steine würden die Badegäste wohl zu spüren bekommen. Allerdings seien schon Verbesserungen mit Handläufen erfolgt.

In Bernau werde mittlerweile der Bebauungsplan von 2007 über das Chiemseeufer in Felden wieder aufgelegt, informierte Genghammer. Das so genannte Marktgebäude sei zu nah am Ufer. Wenn der Gemeinderat tatsächlich bei dieser Planung bleibe, sei ein Bürgerentscheid geplant. Eine Unterschriftenaktion laufe schon, so Genghammer.

Helge Holzer im Amt bestätigt

Helge Holzer bleibt auch in den nächsten zwei Jahren an der Spitze der Bürgerinitiative. Die Mitglieder haben sie einstimmig erneut zur Vorsitzenden gewählt. Außerdem bestätigten sie Schriftführerin Gertraud Zacherl und Kassier Anton Schraml in ihren Ämtern. th

Rubriklistenbild: © dpa

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