Bürgermeisterkandidaten für Traunreut

Traunreut: Kandidaten stellen sich vor

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Die fünf Bürgermeisterkandidaten für Traunreut.

Traunreut - In der größten Stadt im Landkreis stellen sich am 16. März fünf Bürgermeister-Kandidaten zur Wahl. Wir haben mit ihnen über ihre Ziele für Traunreut gesprochen:

Die Kandidaten:

Franz Parzinger, CSU (amtierend): 58 Jahre, verheiratet, 2 erwachsene Söhne, Bürgermeister seit 2002

Ernst Ziegler, SPD: 64 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, SPD-Fraktionsvorsitzender in Traunreut

Martin Czepan, Bündnis 90/Die Grünen: 57 Jahre, verheiratet, Stadtrat in Traunreut seit 2002

Klaus Ritter, Freie Wähler Traunreut e.V.: 58 Jahre, 2 erwachsene Söhne, Stadtrat in Traunreut

Johannes Danner, Bürgerliste Traunreut e.V.: 51 Jahre, verheiratet, 4 Töchter, Stadtrat in Traunreut seit 2002

Was läuft gut in Traunreut?

Franz Parzinger.

Franz Parzinger: Wir haben in den letzten Jahren die Infrastruktur erheblich verbessert (Ausbau der Staatsstraße2104; ersten Bauabschnitt der Ostumfahrung; Breitbandausbau in Stein, St. Georgen und Hörpolding; Ausbau der Fernwärme; Sanierung des Hallenbades und der Doppelturnhalle; k1; Neubau der Stadtwerke; Bau zweier Kinderkrippen). Das Betreuungsangebot für Kinder und Schüler wurde zukunftsweisend ausgebaut. Mit dem k1 ist Traunreut zum Mittelpunkt für Kultur und Veranstaltungen im Landkreis geworden. Durch viele attraktive städtische Veranstaltungen (Stadtfest, Stadtlauf, Familienfest, Stadt geht auf Reisen, Ferienprogramm, Herbstfest, Weihnachtsmarkt,) wird das WIR-Gefühl enorm gestärkt und der Zusammenhalt gefördert. Auch die vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten, das umfassende Schulangebot und die Einkaufsmöglichkeiten sind erstklassig. Besonders den Senioren steht seit zehn Jahren der Citybus zur Verfügung und kürzlich eröffnete ein weiteres Seniorenzentrum. Jungen Familien kann ich nur empfehlen, die Betreuungsangebote in unseren Krippen und Kindergärten sowie im Haus für Kinder zu nutzen, ebenso unsere bestens ausgestatteten Kinderspiel- und Bolzplätze. Wir haben alle Schultypen von der Grundschule über die Realschule bis zum Gymnasium vor Ort. Gemeinsam können wir stolz auf das bisher Erreichte sein!

Ernst Ziegler.

Ernst Ziegler: Unsere Stadt hat sich in ihrer jungen Geschichte prächtig entwickelt. Vor allem unsereIndustriebetriebe bieten sichere und saubere Arbeitsplätze sowie eine zuverlässige Gewerbesteuereinnahme. Dadurch kann die Stadt ihren Bürgern eine Vielzahl von angenehmen und wichtigen Einrichtungen bieten.

Martin Czepan.

Martin Czepan: Das umfassende und hochwertiges Angebot an Kinderkrippen,Kindergärten und Schulen aller Art. Das Mehrgenerationen-Haus als zentrale soziale Anlaufstelle mit einem vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebot. Starkes Engagement der Bürger in Vereinen und Organisationen. Integration von Menschen mit unterschiedlichster Herkunft und ein breitgefächertes kulturelles Angebot.

Klaus Ritter.

Klaus Ritter: Ein herausragendes Leistungsmerkmal in Traunreut ist dieWirtschaftkraft. Unsere großen und kleinen Betriebe ermöglichen es durch ihre Steuern, daß wir unseren kommunalen Aufgaben nachkommen können. Dies ist aber eine Leistung der Unternehmer/innen und deren Angestellen, sowie Arbeitern. Wir in der Stadt Traunreut haben dafür Sorge zu tragen diesen Steuerertrag sparsam und sinnvoll zu verwenden und nicht nur in bauliche Großprojekte zu stecken.

Johannes Danner.

Johannes Danner: An unserer Stadtgemeinde schätze ich besonders die Mischungaus alteingesessenen Bayern und aus Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern. Viele haben die teils schrecklichen politischen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte in unsere Stadt geführt, andere fanden den Weg über die international tätigen Unternehmen nach Traunreut. Die Geschichten unserer Bürgerinnen und Bürger berühren mit immer wieder ebenso wie die Liebe, die sie ihrer Heimat Traunreut entgegenbringen.

Was gilt es zu verbessern in Traunreut?

Franz Parzinger: Die Pflasterung des Rathausplatzes kann, nach Genehmigung durch die Regierung, nun angepackt werden. Eine große Herausforderung stellt die Belebung und Sanierung der Innenstadt dar. Dafür wird das Integrierte-Stadtentwicklungs-Konzept herangezogen. Die Planer, die ARGE und der Stadtrat müssen hier die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit gemeinsam mit den Eigentümern die Umsetzung gelingt. Auch das Stadtmarketing das vor kurzem beauftragt wurde, spielt eine wichtige Rolle. Ich sehe aktuell drei Standortschwächen, die zu beheben sind. Zum einen muss der Branchenmix in zentraler Lage verbessert werden. Als zweites gilt es, die Qualität des Aufenthalts und der Gestaltungsmöglichkeiten in der Innenstadt zu steigern. Als dritten Punkt sehe ich die Notwendigkeit, die Verknüpfung von Traunpassage, Hagebaumarkt und Kantstraße unter Einbeziehung des Gewerbeparks Ost deutlich auszubauen, um damit mehr Synergieeffekte zu erzielen. Ziel ist es, dass Bürger und Gäste gerne und länger im Innenstadtbereich verweilen und dort attraktive Geschäfte finden. Gemeinsam mit der CIMA werden wir hier die richtigen Akzente setzen!

Ernst Ziegler: Trotz des Reichtums der Stadt wächst der Anteil an Bürgern, denen dieser Standard verschlossen bleibt. Mir ist es wichtig, dass die vorhandenen Einrichtungen für alle Bürger auch bezahlbar sind. Ich würde meine Arbeit mehr den Menschen unserer Stadt widmen. Auch denen, die heute keine Lobby haben. Bürgernähe darf nicht auf der Vereinsebene enden; es zählen auch Einzelprobleme und Schicksale, bei denen die Bürokratie keine passende Antwort parat hat. Schwerpunkte würde ich in der Jugendarbeit, im Wohnungsbau und der Seniorenarbeit setzen.

Martin Czepan: Betroffene Bürger müssen frühzeitig und fair an allen Vorhaben (z.B. beim Ausbau von Straßen) beteiligt werden. Die Stadtentwicklung muss besser koordiniert werden, zielstrebig und mit machbaren Schritten umgesetzt werden. Die Entwicklung der Innenstadt muss Vorrang haben und sich an moderner städtischer Architektur orientieren. Jugendliche brauchen tagsüber eine Anlaufstelle in der Innenstadt (Jugendcafé). Das Potenzial zur Stromerzeugung aus Fotovoltaik und Windenergie muss genutzt werden. Der Ausbau der Fernwärme muss in der Kernstadt und bei den angrenzenden Außengemeinden flächendeckend vorangetrieben werden. Größere Betriebe und Einrichtungen müssen bedarfsgerecht an das Busnetz angebunden werden. Die Abstimmung der Fahrpläne von Citybus, Regionalbus und Bahn muss verbessert werden. Der enorme Anstieg des Verwaltungshaushalts engt den Spielraum für Investitionen ein. Der Verwaltungshaushalt muss konsolidiert werden. Investitionen dürfen nur noch nach sorgfältiger Abwägung der Folgekosten getätigt werden.

Klaus Ritter: Viele Aufgaben sind noch zu bewältigen, die nicht im Haushalt aufgeführt sind, aber in den nächsten Jahren zum Tragen kommen werden. Nur als Stichpunkte: Innenstadtsanierung, Sanierung Grundschule Nord, Renovierung Freibad und vieles mehr. Mir fehlt auch eine übersichtliche Zukunftsplanung für Traunreut. Ich habe immer wieder mit der Agenda 2030 darauf aufmerksam gemacht, daß wir mit Weitsicht planen müssen. Es gehören vom Stadtrat Konzepte entwickelt, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen. Wo soll Wohnbebauung, wo die Industrie und Handel, welche Straßen sind zuerst zu Renovierungen. Was hat Vorrang. Wir arbeiten momentan im Stadtrat ohne weitreichende Konzepte. Es wird nur das umgesetzt, was aktuell ansteht. Hierfür wird auch oft viel zu aufwendig gebaut. Das bedeutet: Sollte die Wirtschaftskraft mal zurückgehen, dann haben wir sehr schnell Probleme. Einen Schuß vor den Bug haben wir bereits 2013 erhalten.

Johannes Danner: In Traunreut stehen in den kommenden Jahren viele Aufgaben an, für die wir eine neue politische Kultur und neue Ideen brauchen. Als Bürgerliste stehen wir für eine „Bürgergemeinde“, bei der die Einbindung der Bevölkerung in das politische Geschehen eine hohe Priorität hat. Information und die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements stehen dabei im Vordergrund. Die seit über zehn Jahren diskutierte Sanierung der Traunreuter Innenstadt ist in Angriff zu nehmen, wobei der Ausbau der Kantstraße und der Munastraße als erstes anzugehen sind. Hier soll für die Bürgerinnen und Bürger ein zentraler Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität, ein Ort für Kultur und Gastronomie sowie zwischen der Traunpassage und dem Rathausplatz eine attraktive Einkaufs-Meile entstehen. Neue Räume für die Stadtbücherei, die zu einem Treffpunkt und modernen Lernort weiterzuentwickeln ist, müssen gefunden werden. In den nächsten Jahren stehen zudem Sanierungen an wichtigen städtischen Einrichtungen, wie dem Freibad, der Grundschule Nord und der Schule Traunwalchen an. Diese wenigen Beispiele zeigen, dass es dem Traunreuter Bürgermeister und dem Stadtrat auch in den kommenden Jahren nicht langweilig werden wird.

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