1000 statt 700 Parkplätze

Übersee - Die Planung für die Umgestaltung des Bereichs am Chiemseeufer stieß in der jüngsten Sitzung in Übersee bei allen Gemeinderäten einhellig auf Zustimmung.

Durch die Straßenverlegung der Julius-Exter-Promenade kann der Uferbereich erweitert werden und erhält so eine noch bessere Aufenthaltsqualität.

Bürgermeister Marc Nitschke informierte eingangs, dass diese Umgestaltungsabsicht bei einem Ortstermin mit einem Gespräch mit den Anliegern und Grundstückseigentümern begonnen habe. Es folgte der Beschluss des Gemeinderats, einen Bebauungsplan aufzustellen, doch sollte vorher ein so genannter Masterplan, der die wichtigsten Punkte, die es zu verbessern gilt, als Orientierungshilfe erarbeitet werden. Nach diesem Plan wurde nun der Bebauungsplan im Entwurf gefertigt.

Die Architekten erklärten, dass es kein leichtes Unterfangen sei, in einem solch sensiblen Gebiet mit mehreren Schutzgebieten einen Bebauungsplan auszuarbeiten. Um die größten Konflikte im Vorfeld auszuräumen, seien bereits Gespräche mit Behörden geführt worden.

Wichtig sei eine Neutrassierung der Straße und damit eine Neuordnung der Parkplätze. Eine Zählung ergab, dass derzeit rund 700 Parkplätze in dem Bereich der Julius-Exter-Promenade zur Verfügung stehen. Nach der Neugestaltung werden es 1000 sein. Die Neutrassierung führe zudem zu einer deutlichen Verbesserung der Uferzonen. Bereiche, die derzeit mit Parkplätzen belegt sind können als parkartige Zone angelegt und damit ufernahe Bereiche freigeschaltet werden. Auch sollen mit der Eintragung von Baufenstern die Gebäude in diesem Bereich baurechtlich geschützt und eine mögliche Entwicklung festgelegt werden. So wurde bei der "Seewirtschaft" wie auch beim Hotel das Baufenster etwas vergrößert. Die Beachbar wurde in ihrem Bestand festgelegt und erhält ein enges Baufenster. Auch die Bäume in dem Bereich wurden als Bestand festgeschrieben und Neupflanzungen aufgenommen. An Ausgleichfläche für die Neutrassierung der Straße werden rund 1,75 Hektar benötigt.

Das Vorfeld vom Strandbad wurde neu geordnet und eine Erweiterung des Klettergartens vorgesehen. Der große Parkplatz am Ufer soll zur Grünzone und zum Park am Chiemsee umgestaltet werden. Die Parkplätze vor der "Seewirtschaft" werden sich auf die Erschließungszone beschränken. Auch das Biotop soll erhalten bleiben.

Ein neues Gesicht wird der Auftaktbereich mit einem Kreisverkehr erhalten. Alle Parkflächen werden nun vom Eingangsbereich bis zum Strandbad gesehen auf der rechten Seite der Erschließungsstraße situiert.

Bürgermeister Nitschke bezeichnete den Entwurf als gelungen und betonte, dass der Bebauungsplan ein Ziel vorgeben soll und nicht die Aufgabe habe, alle Grundstücksfragen zu klären. Oliver Engels (CSU) begrüßte die Vorgehensweise, im Vorfeld mit den Behörden zu klären, was möglich sei. Die Natürlichkeit des Bereiches werde seiner Ansicht nach gestärkt und den Kreisverkehr wertete er als Art Hinführung auf einen Erholungsbereich. Die parkähnliche Situation im Mittelteil des Bereiches gefiel Ludwig Ertl (FBL) besonders. Als optimal erachtete auch Werner Linzmeier (SPD) die Planung. Er bedauerte nur, dass am Dampfersteg die Parkplätze wegfallen und fragte, ob Sonderparkplätze für diejenigen, die nicht so mobil sind, angelegt werden könnten. Die Idee, einen Behindertenstellplatz, oder Stellplatz zum ein- und aussteigen lassen zu einzurichten, werden die Architekten noch prüfen.

Einhellig entschied sich das Gemeindegremium, den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Somit wird der Plan nun öffentlich ausgelegt und den Trägern öffentlicher Belange vorgelegt. Weitere Ideen, Anregungen und Änderungen können dann im nächsten Schritt eingearbeitet werden.

tb/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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