2000 Trachtler und 30 Fahnenabordnungen

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2000 Trachtler und 30 Fahenabordnungen nahmen am Sonntag beim Festgottesdient und beim Festzug in Aschau teil.

Aschau - „Nur wer die eigene Kultur kennt, kann auch eine fremde Kultur achten und schätzen“, mahnte Staatsminister Siegfried Schneider am Sonntag beim Festgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen des Gebirgstracht-Erhaltungsvereins „D‘Griabinga“.

„Wer nicht weiß, woher er kommt, kann auch der Jugend keinen Halt und keine Orientierung geben. Die Aufgabe der Trachtenvereine muss es sein, Werte für die Zukunft zu vermitteln, auch wenn der Erfolg nicht immer sofort zu erkennen ist. In der globalisierten Welt gilt es die eigene Kultur zu stärken und zu bewahren.“ Trachtler sein heiße auch, sich zu den christlichen Grundwerten der abendländischen Gesellschaft zu bekennen in einer Welt, in der „das Kreuz“ nicht mehr unbedingt den Mittelpunkt darstelle.

Rund 2000 Trachtler aus 23 Vereinen des Chiemgau-Alpenverbandes und aus den Aschauer Ortsvereinen versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein mit über 30 Fahnenabordnungen zum Feldgottesdienst im Kurpark. Politiker und Trachtler aus ganz Südostbayern kamen nach Aschau, um gemeinsam mit dem drittältesten Trachtenverein in Bayern, dem Trachtenverein „D´ Griabinga“ Hohenaschau das Jubiläum zu begehen.

Abt Barnabas Bögle vom Kloster Ettal und Pfarrer Josef Winkler zelebrierten den festlichen Gottesdienst auf dem reich geschmückten Altar im Musikpavillon, der von der Musikkapelle Aschau und den jungen Ramsauer Sängern umrahmt wurde. Das Kloster Ettal hat eine enge Verbindung zu Aschau: Theodor von Cramer Klett, der Aschauer Schlossherr, ermöglichte 1899 den Wiederbeginn des Klosterlebens in Ettal.

Das Brustkreuz des Abtes und sein Hirtenstab zeugen noch heute von der über 100-jährigen Verbindung mit dem Hause Cramer-Klett. Abt Barnabas erinnerte an die Verantwortung der Menschen für diese Welt und ihren Bestand. Er appellierte an die Gemeinschaft, die Traditionen zu wahren. Die Treue der Chiemgauer Trachtenvereine zur regionalen abendländischen Kultur dürfe sich nicht auf „Schuhplattln und Lederhose“ beschränken, sondern fordere von allen Ehrfurcht vor allen Menschen, gleich welchen Alters oder Abstammung. Er weihte das Erinnerungsband für die Hohenaschauer Fahne, das die Patenvereine gestiftet hatten, und die neue Fahnenspitze der Griabinga Fahne, entworfen und gefertigt vom Aschauer Bildhauer Christian Huba.

Der Festzug durch die Aschauer Hauptstraße wurde zu einer Demonstration für die Trachtensache, die in Aschau seit 125 Jahren zu Hause ist. Die Vereine des Chiemgau-Alpenverbands aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein und die Aschauer Ortsvereine boten mit ihren Fahnenabordnungen und Trachten den zahlreichen Besuchern an den Straßenrändern ein buntes Bild. Zahlreiche Musikkapellen sorgten für die richtige Marschuntermalung und die musikalische Unterhaltung, die Leutewägen ermöglichten auch allen älteren Trachtlern die Teilnahme am Festzug.

Mit dem Eintreffen des letzten Trachtlers am Festzelt öffnete auch der Himmel seine Schleusen - aber da waren bereits wieder alle im Trockenen zurück. Ein schöner Ausklang des Festes war die Verteilung der Ehrengaben im Festzelt.

Fotostrecke: Gottesdienst und Festzug

Festzug und Gottesdienst

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