Bau von Krippe in Bernau deutlich teurer als ursprünglich erwartet

Krippe 240.000 Euro teurer als geplant

Bernau - Die Gemeinde hat für die Krippe viel mehr zahlen müssen, als sie geplant hatte. Schon längst läuft der Betrieb in der neuen Gruppe im Kinderhaus Eichet.

Bereits seit geraumer Zeit hatte die Gemeinde gewusst, dass sie das neue Angebot teuer zu stehen kommt. In den vergangenen Wochen und Monaten hat der Kämmerer jetzt die letzten Rechnungen der Handwerker erhalten und nun alle Ausgaben zusammenrechnen können. Sein Ergebnis: Ohne den Grunderwerb zu berücksichtigen, habe die Krippe, wie Martin Angerer auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mitteilte, 760000 Euro gekostet - und damit 240000 Euro mehr, als die Gemeinde ursprünglich erwartet hatte.

Die erste Krippe in Bernau entstand bereits im vergangenen Jahr. Die Gemeinde erweiterte ihr Kinderhaus Eichet. Sie vergrößerte den Betrieb in ihrem Kindergarten und schuf eine neue, dritte Gruppe für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Die Krippe im Anbau öffnete Anfang des Jahres ihre Tore.

Für die Erweiterung des Kinderhauses hatte die Gemeinde ursprünglich Ausgaben in Höhe von 520000 Euro vorgesehen. Als die Krippe entstand, schraubten sich die Kosten jedoch noch einmal um ein beträchtliches Stück nach oben.

Den Grund für die Mehrkosten sieht der Gemeinderat, so der Tenor in der jüngsten Sitzung, vor allem darin, dass der Architekt offensichtlich einige Arbeiten nicht angegeben habe - mit der Folge, dass dann in der Abrechnung am Ende mehr Posten als angenommen zu begleichen gewesen seien. Allerdings räumte Bürgermeister Klaus Daiber auch ein, dass die Gemeinde während des Baus von ihrer ursprünglichen Planung da und dort abgewichen sei und einige Änderungen in der Ausführung veranlasst habe - was sich am Ende auch als Teuerung auf der Ausgabenseite bemerkbar gemacht habe.

Für Rainer Wicha (CSU) sind die unerwarteten Mehrkosten ein neuerlicher Beleg, dass die Gemeinde die Ausgaben im Rahmen von Baumaßnahmen künftig genau überwachen müsse. "Ohne Controlling geht's nicht mehr", sagte Wicha.

Um ein für alle Male künftig keine ähnlichen unliebsamen Überraschungen mehr zu erleben, hatte sich der Gemeinderat bereits vor einiger Zeit dafür ausgesprochen, künftig - wenn wieder große öffentliche Bauvorhaben anstehen - ein "Controlling" vorzunehmen: also am besten einen "Controller" einzusetzen, der dann die Ausgaben während des Baus überwacht.

Daiber sagte jetzt im Gemeinderat, dass die Verwaltung sehr wohl diesen neuen Auftrag beherzigt habe. In diesem Sinne habe sie auch die Sanierung der Schule und des Hauses des Gastes genau verfolgt - mit jeweils dem Ergebnis, dass die Kosten im vorgegebenen Rahmen geblieben seien. So ein Controlling habe sie aber im Falle der Krippe noch nicht an den Tag gelegt. Die Aufforderung vom Gemeinderat sei erst zu einem späteren Zeitpunkt gekommen.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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