87.000 Patienten befragt

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Prien - Geht es Patienten nach ihrem Klinikaufenthalt messbar und spürbar besser? Antworten gibt der mittlerweile dritte Qualitätsbericht der Schön Klinik, den die Gruppe jetzt vorgestellt hat.

Auf rund 180 Seiten können sich Patienten umfassend informieren.

Mehr als eine Million Einzeldaten erhebt die Klinikgruppe jährlich in ihren 15 Kliniken zu Behandlungsergebnissen in der Neurologie, Orthopädie, Psychosomatik, Inneren Medizin sowie Chirurgie, die weit über gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsmerkmale hinausgehen.

Ist die Depression nach dem Klinikaufenthalt zurückgegangen? Kann der Patient mit dem künstlichen Gelenk wieder aktiv sein? Solche Behandlungsergebnisse werden verständlich erklärt.

Das vielleicht wichtigste Votum kommt dabei von den Patienten selbst: 96 Prozent empfehlen "ihre" Schön Klinik weiter. Befragt wurden 87.000 Patienten, die 2009 in der Klinikgruppe in 47 Krankheitsbildern stationär behandelt wurden.

Mit ihrem Qualitätsbericht setzt die Klinikgruppe nach eigenen Angaben bewusst auf Transparenz. "Wir reden offen über unsere Stärken und Schwächen", sagt Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. "Nur wer weiß, wo er gut und noch nicht so gut ist, kann sich verbessern." Deshalb vergleiche der Qualitätsbericht die Ergebnisse gezielt mit Schwesterkliniken sowie Vorjahreswerten. "Anhand dieser Statistiken können unsere Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten entscheiden, in welchen Bereichen sie in den nächsten zwölf Monaten ihre Anstrengungen verstärken wollen", betont Dr. Deerberg-Wittram.

Soweit möglich greift der Bericht auf bewährte Qualitätsindikatoren der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) zurück. Wo diese noch nicht existieren, basiert die Statistik unter anderem auf wissenschaftlich anerkannten Diagnostik-Fragebögen. So zeigt beispielsweise der BDI-Fragebogen ("Beck-Depression-Inventar"), dass Symptome einer Depression nach der Behandlung in einer psychosomatischen Schön Klinik von 27 auf 13 Punkte zurückgehen. Damit wurde das Behandlungsziel - unterhalb von 20 Punkten gelten Beschwerden als nicht mehr behandlungsbedürftig - überall klar erreicht.

Der Qualitätsbericht ergänzt Daten und Fakten mit Reportagen aus dem Klinikalltag. So kann der Leser miterleben, wie in der "Lehrküche" Patientinnen mit Essstörungen wieder lernen, wie groß eine "normale Portion" ist.

Befragt wurden nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten und deren Familien, wie sie den Genesungsfortschritt einschätzen. Wie gut es dem Betroffenen geht, hängt bei schweren oder chronischen Erkrankungen auch vom Umfeld ab. Die Schön Klinik Bad Aibling beispielsweise nimmt Alzheimer-Patienten gemeinsam mit betreuenden Angehörigen auf. Der Qualitätsbericht zeigt, dass auch die Ehepartner vom Klinikaufenthalt profitieren: Ihre Erschöpfung ging laut Statistik zurück und im Gegenzug stieg das Gefühl, dem Alltag mit dem erkrankten Partnerbesser gewachsen zu sein.

Neben medizinischen Qualitätsindikatoren legt die Schön Klinik auch besonderen Wert darauf, dass sich die Patienten wohlfühlen. Dazu tragen viele Faktoren bei - von der Freundlichkeit der Mitarbeiter bis zum Klinikessen.

Die Schön Kliniken erheben dabei nicht nur Stichproben, sondern befragen seit zwölf Jahren flächendeckend alle Patienten. So erlebten im Jahr 2009 rund 97 Prozent der befragten Patienten das Klinikpersonal als "sehr freundlich" oder "freundlich". Der Qualitätsbericht 2009 ist im Internet verfügbar unter www.schoen-kliniken.de.

re/Chiemgau-Zeitung

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