Wann startet der A8-Ausbau?

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Bernau - Selten waren sich die Gemeinderäte so einig wie in der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend beim Punkt Ausbau der Autobahn 8. Bei dem Dauerthema ging es diesmal vor allem um ein Tempolimit.

Wie Bürgermeister Klaus Daiber im Sitzungssaal im Haus des Gastes dem Gremium mitteilte, hat die Gemeinde Bernau einen Antrag an das bayerische Innenministerium für Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zum Beginn des Autobahnausbaus gestellt. Bernau fordere darin ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde tagsüber und Tempo 80 für Pkw sowie 60 Kilometern pro Stunde für Lkw in der Nacht für den Abschnitt der A8 entlang des Ortes.

Dieser Antrag genügte jedoch einigen Gemeinderäten nicht. So stellte Rainer Wicha (CSU) fest: "Der Beschluss des Gemeinderates wird doch von der bayerischen Regierung nicht ernst genommen. Die Bernauer Parteivorstände und alle Bürger müssen mehr Druck machen." Rainer Wicha schlug deshalb eine Unterschriftenaktion vor.

Philipp Bernhofer (Bernauer Liste) hatte die Idee, den Protest von Bürgern in die Aktion "Feuer in den Alpen" am 8. August einzubinden. Drastisch formulierte Hansjörg Decker (Bernauer Liste) die Notwendigkeit eines Tempolimits: "Es genügt nicht, dass wir es wollen. Wir fordern es." Die Vorstellung einer sechsspurigen Autobahn, wie sie der Bund plant, bezeichnete Hansjörg Decker schlichtweg als Horror.

Was jedoch den Beginn des Autobahnausbaus betrifft, driften die Zahlen momentan auseinander. Bürgermeister Klaus Daiber geht nach wie vor von einem Baubeginn frühestens im Jahre 2020 aus. Es sei denn, München würde den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhalten und Ruhpolding und Inzell Austragungsstätten werden. Weil es ab Bernau Standstreifen gibt, an anderen Abschnitten der A8 zwischen Rosenheim und Salzburg aber nicht, hieß es zuletzt, der Bereich um die Chiemseegemeinde solle beim stückweisen Ausbau hinten angestellt werden.

In der jüngsten Sitzung hatte der Bürgermeister nun eine Neuigkeit parat. Ein Gespräch mit den Anliegergemeinden habe ergeben, dass der Autobahnausbau aus Richtung Rosenheim nicht, wie ursprünglich geplant, vor dem Bernauer Berg enden würde, sondern bis Felden erfolgen werde. Das würde dann auch die neue, derzeit vierspurige Brücke über die Bahnlinie Rosenheim-Salzburg umfassen.

Unabhängig vom Zeitpunkt des Ausbaus votierten die Gemeinderäte einstimmig für das geforderte Tempolimit an der an Bernau vorbeigehenden Autobahn bis die Bauarbeiten beginnen.

(gf/Chiemgau-Zeitung)

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