Demonstration in Übersee

Vierspuriger A8-Ausbau genügt Bürgern

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Für einen maßvollen Ausbau der Autobahn demonstrierten am Samstag über 100 Bürger in Übersee.

Übersee - Mehr als 100 Anwohner haben am Samstag in Übersee für einen maßvollen Ausbau der Autobahn von Rosenheim nach Salzburg demonstriert. Sie haben klare Vorstellungen von dem Projekt.

"4+2 ist genug" - so lautete das Motto von sechs Rednern verschiedener Organisationen, unter ihnen Sepp Daxenberger, der Sprecher der Fraktion der Grünen im Landtag. Es geht um die Frage, ob die Autobahn 8 vier- oder sechsspurig ausgebaut werden soll.

Die Gegner des Autobahnvollausbaus ließen ihrem Unmut freien Lauf. "Nein zum Vollausbau", "Tempolimit - weniger Lärm, weniger Kosten, sofort umsetzbar", "Ausbau mit Augenmaß - 4+2 genügt" oder "6+2 - nein danke" hatten sie zum Beispiel auf ihre Banner geschrieben.

Begleitet von Trommeln hatte sich die für die Veranstalter der Orts- und Kreisverbände der Bayernpartei und der Grünen unerwartet große Zahl von Demonstranten aus der Region vom Überseer Bahnhof aus auf den Weg gemacht. Bei einem Stopp am Dorfplatz ging Sepp Daxenberger mit Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hart ins Gericht. Dessen Äußerung, dass diese wunderschöne Landschaft ein Geschenk des Himmels sei, sei falsch, weil die Landschaft allenfalls eine Leihgabe sein könne. Der Grünen-Politiker: "Mit einem Geschenk kann ich eigenmächtig umgehen, eine Leihgabe aber muss ich in einem guten Zustand weitergeben an nachfolgende Generationen."

Die beste Maßnahme für einen zügigen Verkehrsfluss sieht Sepp Daxenberger in einem Tempolimit wie auf allen internationalen Autobahnen: "Das wäre billig und sofort umsetzbar, hätte weniger Unfälle und Emissionen zur Folge und wäre nebenbei der beste Klimaschutz."

Das sehen andere auch so. "Wir haben jetzt kein Geld mehr für überdimensionierte Großprojekte", stellte Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz in Traunstein fest und forderte stattdessen maßvolle Verbesserungen im Personennahverkehr. An den ungeheuren Landschaftsverbrauch im Falle eines Vollausbaus mit einer 36 Meter breiten Trasse und großschleifigen Auffahrten erinnerten auch Frank Weiss vom Landesbund für Vogelschutz, Marlis Neuhierl-Huber von der Bürgerinitiative "A8 - Bürger setzen Grenzen", Josef Fortner von der Ökologisch-Demokratischen Partei und Helge Holzner von der Bürgerinitiative "Rettet den Chiemsee". Ihr einheitlicher Tenor: "Weniger ist mehr - deshalb 4+2".

Ehe sich der Demonstrationszug über den Überseer Bach, an Kirche und Rathaus vorbei wieder auf den Rückweg zum Bahnhof machte, rief Margarete Winnichner von den Überseer Grünen die Bürgerinitiative dazu auf, regelmäßig weitere Demos in den Orten der Region zu organisieren.

vd/Chiemgau-Zeitung

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