Breites Bündnis gegen A8-Ausbau

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Knapp 200 Gegner des sechsspurigen Autobahnausbaus auf ihrem Protestzug von Siegsdorf zur A8-Ausfahrt Schweinbach.

Siegsdorf - Knapp 200 Teilnehmer formierten sich am Samstagnachmittag in Siegsdorf zu einem friedlichen Protest. Sie wollen keinen sechsspurigen Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und Piding.

Zu dem Protestzug, der am Bahnhof Siegsdorf begann und mit einer Abschlusskundgebung vor dem Landkaufhaus Mayer endete, hatten die Siegsdorfer Ortsverbände der Grünen und der SPD aufgerufen, unterstützt von der Bürgerinitiative "Ausbau A 8 - Bürger setzen Grenzen" sowie den Kreisverbänden von Bund Naturschutz und Ökologisch-Demokratischer Partei.

Mit bunten Transparenten und Fahnen zeigten Teilnehmer der Kundgebung, was ihrer Überzeugung nach alles falsch ist an dem von der Autobahndirektion Süd geplanten sechsspurigen Ausbau der A8: Fehlendes Tempolimit und kein optimaler Lärmschutz, Zerstörung der Landschaft und unnötiger Ressourcenverbrauch.

Kreisrat Willi Geistanger (Bündnis 90/Die Grünen), der sich für die Veranstaltung verantwortlich zeichnete, freute sich über den Zuspruch der Ausbaugegner: "Heute sind zu dem Protestmarsch und der Kundgebung wesentlich mehr Teilnehmer gekommen, als wir erwartet haben. Das ist ein großer Erfolg für unser breit aufgestelltes Bündnis."

Die Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Beate Rutkowski, sprach neben einigen anderen Organisationsvertretern ein Grußwort und wies auf Ziele des Protestes hin: "Es geht um den Schutz der Menschen und unserer Umwelt." Gleichwohl räumte sie ein, dass der Erfolg des Ausbauprotestes begrenzt sei: "Wir werden vielleicht nicht viel erreichen können, aber wir wollen ein Zeichen setzen."

In der Abschlusskundgebung vor dem Landkaufhaus Mayer erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler: "Dass so viele von ihnen gekommen sind, ist das richtige Signal. Das ist auch eine Arbeitsunterstützung für Berlin." Noch sei die Entscheidung für sechs plus zwei offen. "Es ist noch nichts entschieden. Deshalb lohnt es sich, jetzt dagegen zu kämpfen", wies Bärbel Kofler auf einen offenen Entscheidungsprozess hin. Künftige Veränderungen im Individualverkehr würden den Ausbau nicht rechtfertigen. Stattdessen plädierte sie für einen verstärkten Ausbau des Schienenverkehrs: "Das entlastet die Straße."

Der Stimmkreiskandidat für Bündnis 90/Die Grünen, Bernhard Zimmer, ging in seiner Rede auf Flächenverbrauch ein: "Wir haben in Deutschland ein massives Problem mit Flächenverbrauch." Das habe grundsätzlich auch die Bundesregierung erkannt. Der Verbrauch beim A8-Ausbau sei nicht zu vertreten. Mit Blick auf die Bundestagswahl und vorgelegte Zahlen zum Ausbau der A8 erhob er den Vorwurf: "Nach der Wahl wird man uns eine andere Rechnung präsentieren."

Kritisch ging Bernhard Zimmer auf den Planungsdialog ein, den die Autobahndirektion Süd mit einzelnen Gemeinden in Arbeitsgruppen begonnen habe: "Hier werden Gemeinderäte mit Listen überbeschäftigt." Mancher Gemeinderat wisse gar nicht, was er heute entscheide, warf Bernhard Zimmer, der selbst im Pidinger Gemeinderat sitzt, Befürwortern des sechsspurigen Ausbaus in den Gemeinderäten der betroffenen Dörfer und Gemeinden vor. Gegen die Autobahndirektion und ihre wüste Planung erhob er den Vorwurf, einzelne Orte gegeneinander auszuspielen.

Musikalisch wurde die Kundgebung durch die junge Siegsdorfer Band "Dailybreath" und den Siegdorfer SPD-Ortsvorsitzenden Bernhard Kübler untermalt. Der Gitarrenspieler hatte ein altes bayerisches Lied vergangene Woche umgedichtet: "Und i liaß ma koa Autobahn baun."

wz/Chiemgau-Zeitung

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