"Abilief - I can fly"

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Im Autokorso drehten die Abiturienten gestern ihre Runde durch Prien.

Prien - Mit einem Gesamtschnitt von 2,28 ist der Abiturjahrgang 2009 ein besonders guter am Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG), freute sich gestern Oberstudiendirektor Günther Madsack. Mit Stellvertreter Gerold Schwarzer teilte er sich die meist erfreuliche Aufgabe, 69 jungen Damen und Herren ihre Abiturnoten mitzuteilen.

67 haben bestanden, zwei müssen von morgen bis Freitag noch ins Mündliche. In Anlehnung an den Musiktitel "I believe I can fly" (zu Deutsch: "Ich glaube, ich kann fliegen") prangte auf den T-Shirts der Spruch "Abilief - I can fly".

Im Gang vor dem Direktorat stieg der Lärmpegel gestern Mittag minütlich. Mit Luftsprüngen, Urschreien und auch Tränen ließen die frischgebackenen Abiturienten ihrer Freude freien Lauf - bevor sie sich mit einem Hupkonzert beim obligatorischen Autokorso durch den Ort wiederum lautstark bemerkbar machten.

Sechs junge Damen und vier junge Männer schafften einen Schnitt von 1,5 und besser. Jahrgangsbeste ist Anna Pfitzer. Bei der Prienerin steht eine glatte 1,0 im Abschlusszeugnis. "Wahnsinn, ich bin überglücklich", viel mehr kam ihr unmittelbar nach der Notenbekanntgabe nicht über die Lippen. Wie einige andere Abiturienten wird sie ab 3. Juli noch bei "Anatevka" auf der Bühne stehen, das das LTG zu seinem 60. Geburtstag aufführt. Pfitzer möchte Politikwissenschaften studieren.

Mit 1,1 und damit besser als erhofft hat Jana Schader ihr Abi gebaut. "Die harte Arbeit hat sich gelohnt", freute sich die Prienerin. Sie wird demnächst zu einem einmonatigen Praktikum in einem argentinischen Krankenhaus aufbrechen - in Vorbereitung auf das angepeilte Medizinstudium.

Eine 1,2 steht bei Christopher Hildebrandt im Abschlusszeugnis. Auch er kommt aus Prien und war gestern "angenehm überrascht". Wie einige andere und auch die Lehrer fand er die Abiprüfung im Mathe-Leistungskurs am schwersten. Er wird demnächst einen Sprachkurs und ein Praktikum in einem Waisenhaus in Costa Rica machen und möchte im Herbst ein Jurastudium beginnen.

Katharina Mayr aus Frasdorf (1,3) fängt im September eine Lehre als Kirchenmalerin bei einem Betrieb in Mauerkirchen an. Kunst war neben Physik einer ihrer Leistungskurse. In der sechsstündigen Abiprüfung in ihrem Lieblingsfach ging es um Salvador Dali.

Gleich vier LTG-Absolventen haben einen Notenschnitt von 1,4 geschafft. Michael Brandl aus Moosen in der Gemeinde Riedering hatte eigentlich nur auf 1,7 spekuliert, auch wegen der schweren Mathe-Prüfung. Jetzt hat er die bayernweite Hürde von 1,6 unterboten, um sein Wunschstudium Zahnmedizin in Angriff nehmen zu können. Entsprechend hoch war der Luftsprung bei der Notenbekanntgabe.

Auch Eva Degler hatte "gar nicht" mit einem so guten Schnitt gerechnet. Bei den Prüfungen habe sie gar kein so gutes Gefühl gehabt, verriet die Bad Endorferin. Sie will zunächst für ein halbes Jahr nach Buenos Aires, um in der argentinischen Hauptstadt soziale Arbeit zu leisten und Spanisch zu lernen. Danach strebt sie ein Studium der Politikwissenschaften oder in Soziologie an.

Karin Siferlinger aus Antwort war ebenfalls positiv überrascht von ihrer 1,4. Ihre Leistung ist umso erstaunlicher, weil sie erst nach der mittleren Reife an der Priener Realschule ans LTG gekommen war. Jetzt steht ihr der Weg offen, um Lehramt auf Mathematik zu studieren - ihr Lieblingsfach und einer ihrer Leistungskurse.

Ebenfalls aus Bad Endorf kommt Laura Unverdorben (1,4). Auch ihre eigenen Erwartungen wurden übertroffen. Die Abschlussprüfungen in ihren Leistungskursen Deutsch und Erdkunde hatte sie sich schwieriger vorgestellt. Mit einem Pflegepraktikum wird sie sich nun zunächst auf das angepeilte Medizinstudium vorbereiten.

Bei zwei jungen Männern steht ein Schnitt von 1,5 im Abiturzeugnis des LTG. Marc Fabel fand das "super", weil sich das konzentrierte Büffeln seit Ostern ausgezahlt hat. Auch er fand die Abschlussprüfung in seinem Leistungskurs Mathe ziemlich schwer. Der Rimstinger wird ab September ein freiwilliges soziales Jahr in Costa Rica ableisten. Was danach kommt? "Schau mer mal", hält er sich noch alle Möglichkeiten offen.

Auch Johannes Schürmann zieht es zunächst ins Ausland. Der Priener, dessen Erwartungen mit 1,5 übertroffen wurden, zumal er sich nach eigenem Empfinden in der Mathe-Prüfung "dumm angestellt" hatte, wird auf der medizinischen Station eines Internats in Indien als Zivi arbeiten. Danach plant er ein Maschinenbaustudium an der Technischen Universität München.

Offiziell erhalten die LTG-Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse im feierlichen Rahmen am Freitag, 26. Juni, ab 11 Uhr im großen Priener Kursaal.

db

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