Ablehnung für Baron

Amerang (CH-Z) - Schon mehrmals wurde im Ameranger Gemeinderat über das Vorhaben der Eheleute Crailsheim diskutiert, rund 500 Meter vom Schloss entfernt einen Pferdehof mit Wohnhaus zu bauen.

Jetzt wurde der aktuelle Antrag erneut abgelehnt.

Der Vorbescheidsantrag war zunächst an der Frage der Privilegierung gescheitert. Als diese dann festgestellt worden war - es soll in bisher freier Landschaft eine Pferde-Pensionshaltung für rund 30 Tiere entstehen - stimmte auch das Ameranger Gremium zu.

Nun allerdings wunderte man sich in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses über den Antrag von Giulia Freifrau von Crailsheim-Larisch und Ortholf Freiherr von Crailsheim. Denn der aktuelle Plan für den "Neubau eines Wohnhauses mit Pferdepflegerwohnung für die Pensionspferdehaltung (Reitanlage) am Schlossfeld" wich in den Augen der Räte erheblich vom Vorbescheid ab.

Im Juni sah die Planung der Antragsteller 166 Quadratmeter Wohnfläche und 34 Quadratmeter Bürofläche vor. Nun war die Wohnfläche gegenüber der ursprünglichen Planung mit 198 Quadratmetern deutlich überschritten und kein Büro mehr vorgesehen. Die Firsthöhe des eingeschossigen Gebäudes ist mit 10,50 Meter angegeben, es war nun keine Zwischengeschossdecke mehr vorgesehen.

Außerdem war die Errichtung eines Betriebsleiterwohnhauses an die Bedingung geknüpft worden, dass zuvor die Wirtschaftsgebäude mindestens im Rohbau fertiggestellt seien. Dieser Baufortschritt ist nach der einhelligen Überzeugung der Gemeinderäte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Daher lehnten die Mitglieder des Ausschusses die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens einstimmig ab.

Wie Ortholf Freiherr von Crailsheim auf Anfrage mitteilte, war er selbst überrascht von der Entscheidung des Bauausschusses. Man habe sich an alle Regeln und Kriterien gehalten, die für dieses privilegierte Bauvorhaben vorgegeben waren, war er überzeugt. Es sei nun Sache des Landratsamtes, die Einwände der Gemeinde zu prüfen und die Baugenehmigung zu erteilen. Das Einvernehmen der Gemeinde könne durch das Landratsamt ja auch ersetzt werden.

koe/mpa/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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