2013 wieder viele Erneuerungen

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Viel Geld müssen die Gemeinden auch im nächsten Jahr wieder in den Unterhalt der in die Jahre gekommenen zentralen Abwasserbeseitigung am Chiemsee stecken. Im Belebungsbecken der Kläranlage in Stiedering (unser Bild) müssen die sogenannten Belüftungsmatten erneuert werden. Das Luftgebläse sorgt für die Verminderung des Stickstoffanteiles. Die Kosten allein für diese Maßnahme betragen voraussichtlich 200.000 Euro.

Chiemsee - An der Ringkanalisation am Chiemsee nagt der Zahn der Zeit. Für die Sanierungen muss der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee viel Geld in die Hand nehmen.

Die zentrale Abwasserbeseitigung läuft nun schon seit 23 Jahren. Auch 2013 muss der Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee, der sie im Auftrag der Gemeinden betreibt, wieder Sanierungen in allen Bereichen, angefangen vom Klärwerk über die Pumpwerke bis zu den Leitungen, vornehmen. Voraussichtlich rund 1,4 Millionen Euro - und damit fast die gleiche Summe wie heuer - investiert der AZV im nächsten Jahr im Rahmen des Unterhalts.

Ausgaben in dieser Höhe stehen in dem Entwurf des Haushaltes 2013 für den AZV. In der jüngsten Sitzung auf dem Gelände in Stiedering (Gemeinde Rimsting) haben die Verbandsräte den Entwurf mit dieser und all den anderen Zahlen gebilligt. Endgültig verabschieden wollen die Verbandsräte den Etat im Dezember.

Der Betrieb der zentralen Abwasserbeseitigung kostet im nächsten Jahr voraussichtlich wieder genauso viel wie heuer. Der AZV nimmt an, dass die Ausgaben erneut knapp drei Millionen Euro betragen werden. Mit 2900 Euro ist die Verringerung nur verschwindend gering. Die Betriebskosten werden nach wie vor auf die zehn Mitgliedsgemeinden umgelegt, die sich im AZV zusammengeschlossen haben.

Geschäftsführer Thomas Weimann erläuterte, dass die Kosten im Rahmen der Abwasserbeseitigung leicht zurückgehen. Der Grund: Geplante Baumaßnahmen seien heuer nicht abgewickelt worden - und so seien diese angesetzten Ausgaben in den Haushalt des nächsten Jahres eingeflossen.

Aus diesem Grund steigen die umzulegenden Betriebskosten 2013 noch nicht. Die einzelnen Gemeinden müssen unterm Strich also gleich viel abführen. Ein Jahr später werden sie aber aller Voraussicht nach tiefer in die Tasche greifen müssen. So machte Weimann kein Hehl daraus, dass die Umlagen 2014 steigen werden.

Diplom-Ingenieur Anton Schmuck vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold blickte auf die heuer noch anstehenden Maßnahmen. So erneuere der AZV Mitte November die Rohrleitungen und Armaturen im Entlüfterschacht in Mitterndorf (Gemeinde Gstadt) und im Hauptpumpwerk Stöttham (Gemeinde Chieming). Die Sanierung der Aggregate in der Kläranlage folge nach der Lieferung der Schlammpumpen, Gebläse und Umwälzpumpen im Dezember. Außerdem untersuche eine Fachfirma bereits im November die im See verlegten Leitungen.

Der Ingenieur blickte auch ins nächste Jahr: 2013 gehe der AZV an eine Sanierung des Pumpensumpfes am Hauptpumpwerk Übersee - die Kosten: 200000 Euro -, die bereits heuer geplant gewesen, dann aber nicht zur Ausführung gekommen sei. In die Ausschreibung sei auch die Sanierung des Schachtes am Biofilter mit aufgenommen worden. Laut Schmuck ebenfalls mit Kosten in Höhe von 200000 Euro rechnet der AZV, wenn er die Belüftermatten im Belebungsbecken der Kläranlage in Stiedering austauscht. Diese Maßnahme beinhalte auch die Auswechslung der Luftverteilerrohre. Das Einströmen der Luft aus den Gebläsen in das Becken vermindere den Stickstoffgehalt im Belebungsbecken.

In der Kläranlage muss der AZV ferner in den beiden Nachklärbecken die Kronenabdeckungen mit Kosten von insgesamt 120000 Euro erneuern. In den dortigen Leerrohren befinden sich auch Heizkabel, die für das Freihalten der Kronen von Eis und Schnee sorgen. Durch die neuen Heizkabel, die direkt unter den Edelstahlverblechungen verlegt werden, kann der Stromverbrauch um 25 Prozent gesenkt werden.

Ein Geruchsfilter wird ferner in der Gemeinde Breitbrunn auf der Halbinsel Sassau am Hochpunkt der dortigen Druckleitung eingebaut. Denn durch die Veränderung der Abwasserkonzentration seien in den letzten Jahren gehäuft Geruchsprobleme aufgetreten, so Schmuck. Der AZV habe sich im Rahmen des Baus der Druckleitung verpflichtet, auftretende Geruchsprobleme zu unterbinden.

Auch auf eine weitere größere Maßnahme, die Erneuerung der Heizungsanlage in der Kläranlage, verwies Weimann.

Der Geschäftsführer erläuterte auch die Gründe für die Ausgaben, die 2013 im Vergleich zu diesem Jahr steigen. Sie ergeben sich laut dem Geschäftsführer insbesondere, weil die Kosten für das Personal, den Strom, das Heizöl und die Beschaffung des Edelstahls zunehmen.

Die Verbandsräte billigten den Entwurf des Haushaltes. An drei Stellen des von der Verwaltung vorgelegten Zahlenwerkes nahmen sie jedoch Veränderungen vor: So soll die geplante Ersatzbeschaffung des Mercedes-Sprinters (Kosten: 35000 Euro) entfallen, die Fremdwasseruntersuchung soll auch auf die Nord- und Südspange des Ringkanals ausgedehnt werden (100 000 Euro) und der Ansatz für den Ankauf von Ausgleichsflächen wird um 80000 Euro gesenkt.

th/pü/Chiemgau-Zeitung

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