Video: Saisonabsc​hlussfeier der Polizeisportschule

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Bad Aibling/Bad Endorf - Die Sportschule der Bundespolizei ist eine bekannte Weltmeisterschmiede. Nach der Wintersportsaison kommt nun wieder der Berufsalltag. *Neu: Mit Video*

Als Weltmeisterschmiede ist die Bundespolizeisportschule in Bad Endorf über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Rennrodel-Teamweltmeister Sascha Benecken und Bob/Skeleton-Teamweltmeister Mirsad "Michi" Halilovic zählen aktuell zu den erfolgreichsten Spitzenathleten in ihren Reihen. Dass beide nicht nur in ihren Disziplinen die Nase beziehungsweise die Fußspitzen vorne haben, bewiesen sie auch im Redaktions-Interview mit dem Mangfall-Boten, zu dem sie etliche Anekdoten und eine Gitarre samt selbstgeschriebenen Songs - darunter eine "Weltpremiere" - mitbrachten.

Bilder von der Saisonabschlussfeier:

Saisonabschlussfeier der Bundespolizeisportschule

 Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb den beiden Sportlern nicht. Sascha Benecken schaffte es nach der langen Saison zwar nach Hause nach Oberhof. Doch stand letztlich ein Termin nach dem anderen auf dem Programm: "Wir wollten natürlich den Erfolg als Teamstaffel-Weltmeister und Doppelsitzer-Vizeweltmeister nutzen, um für unsere Sportart zu werben." Das reichte von der Club-Eröffnung in Berlin ("richtig cool") bis zu für den 22-Jährigen weniger interessanten "Schickimickiveranstaltungen", so dass er letztlich froh war, zu seiner Ausbildungsstätte in Bad Endorf zurückzukehren.

Seine Gitarre und selbstgeschriebene Lieder brachte Rennrodler Sascha Benecken mit zum Interview.

Auch Halilovic genießt es, nach ein paar Tagen in Venedig und auf den Skipisten in St. Johann wieder in gewohnter Umgebung zu trainieren. Mit der Ausbildung zum Polizeimeister ist der 28-Jährige mittlerweile fertig, schätzt aber nach wie vor die sportlichen Möglichkeiten und die familiäre Atmosphäre in Bad Endorf.

Diese macht es auch Benecken leicht, der sich dort nach Stationen wie Sportinternat, Eliteschule des Sports und dem riesigen Olympiastützpunkt Oberhof wie zuhause fühlt - und das unter den "ganz großen" Sportlern wie Biathlet Arnd Peiffer: "Da gibt es keinerlei Allüren, da gehört man einfach dazu."

Die Gemeinschaft bezeichnet auch Torsten Neuwirth, Sprecher der Bundespolizeisportschule, als die große Stärke der Einrichtung, die im Spitzensport auch eine wichtige soziale Komponente biete: "Der Sportler durchläuft dort die typengleiche Ausbildung wie in der gesamten Bundespolizei, und weiß, er hat in uns einen starken Partner."

"Mensch gegen Naturgewalt", so beschreibt Michi Halilovic seinen Sport Skeleton. Foto MA

Wie wichtig das sein kann, hat Halilovic in der vergangenen Saison erlebt: Als Weltmeisterschaftsfünfter im Einzel und Bob-/Skeleton-Teamweltmeister 2011 fiel er nach einer Handverletzung "durch alle Rennserien", wie er sagt. "Doch da griff gleich die ganze Maschinerie von Ärzten, Physiotherapie et cetera. Man wird nicht allein gelassen." Und sollte eines Tages die sportliche Karriere enden, stehen den Athleten bei der Bundespolizei viele Wege offen: Vom Hundeführer über Hubschrauberpilot bis zur GSG 9 oder Küstenwache gibt es zahlreiche Betätigungsfelder. "Das ist schon was Besonderes, was wir mit diesem dualen System haben", ist auch Benecken bewusst. Auch wenn es bedeutet, außerhalb der Saison neben dem Trainingsalltag mächtig zu pauken.

"Bei der Ausbildung wird auf Titel keine Rücksicht genommen", betont Neuwirth. Zwar haben die Sportler die Möglichkeit etwa wegen der Olympischen Spiele auszusetzen, doch das kam beziehungsweise kommt weder für Halilovic noch für Benecken in Frage. "Lernen ist ja auch eine gute Ablenkung. Sich permanent nur auf den Sport zu konzentrieren, ist auch nicht das Wahre", hat Halilovic vor Olympia 2010 erlebt, als er sogar seinen Laufbahnlehrgang durchgezogen hat. "Das war sogar mein athletisch stärkstes Jahr."

Benecken wiederum empfand das Bestehen der Zwischenprüfung als absolute Motivation: "Wie der Gewinn einer Meisterschaft. Man erlebt den Erfolg eben auch in einer anderen Sparte", betont er. "Man lernt Durchhaltevermögen, setzt sich Prüfungssituationen aus und nimmt so auch viel für die Wettkampfsituation mit", ergänzt Halilovic.

Er ist der introvertiertere der beiden Sportler, die des Öfteren gemeinsam zu Interviews - wie zuletzt bei der Sportlerehrung in Bruckmühl (wir berichteten) - auftreten. Zu leuchten beginnen seine Augen, wenn er über seinen Sport, zu dem er über das Rennrodeln kam, berichtet. Nein, so gefährlich, wie es aussieht, wenn man mit dem Kopf voran den Eiskanal herunterschießt, sei Skeleton gar nicht. Auch wenn er bekennt, beim ersten Lauf nur geschrien und anschließend "nie wieder" gesagt zu haben. Er erklärt: "Skeleton ist ,Mensch gegen Naturgewalt'. Wir wollen mit der Fliehkraft spielen. Die Rennrodler hingegen wollen sie bezwingen."

Zur Gaudi tun die Rodler dies sogar mit sehr unkonventionellen Mitteln, die Wok-Fahrer Stefan Raab auf ganz neue Ideen bringen könnten: Beim "Abwintern" zu Saisonende geht es schon mal mit umgedrehter Bierbank nachts zu fünft die Rodelbahn hinab. Bislang stets verletzungsfrei. "Nur die Bierbank, die ist hinterher nicht mehr zu gebrauchen", grinst Benecken, bevor er zur Gitarre greift und mit erstaunlicher Stimme seinen selbstgeschriebenen WM-Song von 2008 "Adrenalin" vorträgt. "Der kam damals auf Platz 36 der deutschen Auflegecharts", sagt er nicht ohne Stolz. Und spielt zum allererstenmal sein neues Lied "Der Leuchtturm" - Welt-Premiere beim Mangfall-Boten.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Ammelburger

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