Ärger um Baustelle am Bahnhof

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Bernau - Die Anwohner am Bahnhof protestieren gegen Bauarbeiten an der Strecke Rosenheim-Salzburg. Nachtruhe durch Lärm gestört. **Video**

Franz Mois kann die Berge vor seinem Haus nicht mehr erkennen. Schuld ist weder Nebel noch schlechtes Wetter, sondern ein etwa zehn Meter hoher Schuttberg, ein paar Schritte entfernt von seinem Gartenzaun.

Der Grund: Die Gleise auf der Bahnstrecke Rosenheim-Salzburg werden erneuert, auch der Untergrund wird völlig neu gestaltet.

Seit Anfang des Monats heben Bagger zwischen Übersee und Bernau tonnenweise Erde und Kies aus und laden den Schutt genau vor Mois Haus ab. Den Platz hat die Bahn von einem Bauer gepachtet.

Seit vier Wochen nun müssen Mois und seine Nachbarn Tag und Nacht Lärm, Staub und Dreck ertragen. Der Schuttberg wächst Tag für Tag. Etwa 45.000 Tonnen lagern mittlerweile neben den Gleisen. Die Baufirmen haben nun den großen Kiesberg mit Planen bedeckt.

Mois vermutet, dass der Schutt kontaminiert ist, denn „jahrzehntelang sind in den Gleisuntergrund Unkrautvernichtungsmittel und von Zügen herabtropfendes Öl eingedrungen.“ Bürgermeister Klaus Daiber hat sich nun auf Bitten von Mois bei den Baufirmen nach der Zusammensetzung des Schutts erkundigt. „Es besteht überhaupt keine Gefahr für die Anwohner. Die Werte bewegen sich im zugelassenen Bereich.“

Dennoch werden die Anrainer Tag und Nacht durch starken Lärm gequält. Alle paar Minuten ertönt ein Warnsignal für die Gleisarbeiter, wenn ein Zug sich der Baustelle nähert. 

„Ich kann nachts nicht mehr durchschlafen“, klagt Mois. Von der Bahn ist er schwer enttäuscht. „Die ziehen einfach ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf Verluste.“

„Ärger um Baustelle“

Ein weiteres Problem: Die schweren Lkw haben die Straße teilweise zerstört, der Asphalt ist an manchen Stellen aufgebrochen. „Für die Schäden kommen die Bahn und die Baufirmen auf“, versichert Daiber. Für Franz Mois und seine Nachbarn nur ein schwacher Trost. Am Montag, 2. November, beginnt der Abstransport des Bauschutts. Etwa 60 Lastwagen beseitigen täglich rund 1500 Tonnen. Noch 30 Tage Lärm und Dreck für die geplagten Anwohner. (sf)                         

Rubriklistenbild: © Lothar Wezel

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