Zu sexy: Ärger um Weihnachts-Girls

+

Grabenstätt - Trillerpfeifen und nackte Haut in drei Hallen - so startet man in Grabenstätt in die Vorweihnachtszeit. Doch jetzt regt sich Widerstand gegen die sündige - und vor allem laute - Weihnacht in der Kraimooser Kiesgrube.

Lesen Sie hier den Bericht der Chiemgau-Zeitung vom Donnerstag:

"Stade-Zeit"-Fest mit Gogo-Girls

Diverse Veranstaltungen der Firma Monta Musik in der Kraimooser Kiesgrube wurden in der vergangenen Erlstätter Bürgerversammlung moniert. Armin Piech führte das für Samstag, 28. November, angekündigte "O-du-Stade-Zeit"-Fest an, das mit fünf Diskjockeys in drei Hallen, diversen Bars und einem Auftritt von Gogo-Girls um Mitternacht nun wahrlich keine vorweihnachtliche Veranstaltung verheiße.

Bürgermeister Georg Schützinger bestätigte, dass die Gemeinde das Fest bereits genehmigt habe. Im Vorfeld hätten er und Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhammer Gespräche mit Polizei und Feuerwehr geführt. Bisher seien die Feste in diesem Bereich unproblematisch verlaufen. Doch sollten 2010 wieder Anträge gestellt werden, müsse darüber diskutiert und eventuell nach einer anderen Möglichkeit der Zufahrt gesucht werden.

Piech hatte nämlich darauf hingewiesen, das größte Problem allein an drei Veranstaltungen im Juli, August und September mit 6800 Besuchern, wobei alle Mitwirkenden und Helfer noch nicht mitgezählt sind, stelle der Zugang zum Gelände über den so genannten Moosweg dar. Die Straße sei durchschnittlich nur 3,50 Meter breit und auf einer Länge von 200 Metern auch nur einspurig befahrbar. Nicht ohne Grund habe der Bauausschuss im Mai 2009 beschlossen, dass über den Moosweg nur ein geringes Verkehrsaufkommen und eine eingeschränkte Erschließung möglich ist. Doch der größte Teil der Besucher bei An- und Abreise, der komplette Anliefer- Abhol- und Taxiverkehr nutze diese Straße. Außerdem seien die zum Teil stark alkoholisierten, grölenden und mit Trillerpfeifen ausgerüsteten Gäste beim Verlassen des Festes am frühen Morgen "eine Zumutung".

Der Haushalt sei nicht vorausschauend, beklagt Paul Kohlbeck. Eine äußerst kritische Verschuldung der Gemeinde durch die Beschlussfassungen in den letzten Monaten sei zu befürchten. Investitionen, beispielsweise für Pfarrkindergarten, Mehrzweckhalle und den Kreisverkehr in Oberwinkl würden seiner Meinung nach insgesamt sechs Millionen verschlingen. Er beantragte außerdem eine Kostenaufstellung der Hirschauer Bucht, da sie nur halbjährlich genutzt sei. Kohlbeck schlug vor, Schloss Winkl als eines der ältesten Objekte der Gemeinde zu erwerben. Der Bürgermeister betonte, dass der mittelfristige wie auch der Finanzplan für die nächsten Jahre eine solide Basis aufweise. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei Null. Damit sei für die Zukunft finanzieller Spielraum für die Verwirklichung notwendiger Aufgaben gegeben. Keine Gegenliebe beim Gemeindeoberhaupt fand der Vorschlag des Kaufes von Schloss Winkl. "Das wäre die größte Fehlentscheidung".

kem/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser