Alle 132 Realschüler haben bestanden

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Prien - 132 Zehntklassler waren an der Priener Realschule zu den Abschlussprüfungen angetreten - und alle schafften die mittlere Reife, jeder Zehnte mit einer Eins vor dem Komma.

Deshalb gab es bei der Abschlussfeier im großen Kursaal nur lachende Gesichter. Und Erleichterung, als die Nachricht die Runde machte, dass die einzige Absolventin, die ihr Zeugnis nicht persönlich in Empfang nehmen konnte, offenbar nicht schwer verletzt wurde. Sie hatte am Morgen vor der Feier einen Unfall.

Fast drei Stunden lang nahm sich die Realschule Zeit, den Abschlussjahrgang 2011 im Beisein zahlreicher politischer Prominenz und vieler Eltern gebührend zu feiern. Musikalische Akzente setzten die Big Band unter der Leitung von Franz Leidl, unter anderem mit Oye Como Va", der Chor unter der Leitung von Hildegard Grotjohann, zum Beispiel mit "Circle of Life", und ganz besonders Achtklassler Thomas Kunerl mit einem begeisternden "Honky Tonk Train Blues" am E-Piano.

14 Einser-Absolventen hat der Abschlussjahrgang 2011 der Realschule Prien hervorgebracht - gerecht aufgeteilt in jeweils sieben junge Damen und Herren.

Humorvolle Akzente setzten die Abschlussschülerinnen Martina Cimminiello und Sophia Wackerbarth, als sie die zehnte Klasse mit einer Zugfahrt verglichen. Ob Direktzug oder Regionalbahn, am Ende seien alle am Hauptbahnhof angekommen, obwohl manche vom Glück sagen könnten, "dass sie den Schlafwagen noch rechtzeitig verlassen haben".

Stellvertretender Landrat Erich Ellmerer attestierte den Absolventen mit dem Abschlusszeugnis in der Tasche eine "sehr gute Ausgangsposition, aber auch noch viel Luft nach oben". Priens Zweite Bürgermeisterin Renate Hof ermunterte die 132 jungen Frauen und Männer, Unbekanntes zu wagen auf ihrem weiteren Weg. "Euer Marschgepäck ist gut gefüllt mit praktischen Fähigkeiten und theoretischem Wissen."

Fördervereinsvorsitzender Andreas Neuer, der später die 14 Einser-Schüler ebenso für ihre Leistungen belohnte wie scheidende Schüler des Sanitätsdienstes und Tutoren für deren Engagement, ermunterte die Absolventen zu Leidenschaft und Überzeugung bei allem, was sie künftig tun werden. Helke Fussell, stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, verpackte ihre Botschaft in das Gedicht eines argentinischen Psychologen. Darin geht es um viele Samenkörner, die alle für sich wissen, wie sie ein Baum werden und sich entfalten können - aber auch um Träume, die einem den Weg zeigen.

Rektor Karl Lau zog Vergleiche zwischen 1971, dem Jahr seines Abiturs, und 2011. Mit teilweise beeindruckenden Zahlen schilderte er die Veränderungen der vergangenen 40 Jahre. Hatte 1971 nur jeder zweite Haushalt in Deutschland ein Telefon zu Hause, seien 2010 weltweit 107 Billionen Mails und in Deutschland 41 Milliarden SMS verschickt worden.

"Es geht erst richtig los", stimmte Lau die Absolventen darauf ein, dass die Zeit des Lernens nicht vorbei ist. Zugleich gab er ihnen mit auf den Weg, dass es neben Konto und Karriere noch andere wichtige Dinge im Leben gebe. "Macht, was euch langfristig etwas bringt", rief der Rektor den Schülern zu.

Die durften dann auf der Bühne, aufgerufen von ihren fünf Klassleitern, ihre Zeugnisse in Empfang nehmen und sich bei der Übergabe von Anita Berger einzeln mit Lau oder dessen Stellvertreter Peter Willer fotografieren lassen. Auch diese Erinnerungsbilder, die noch am gleichen Abend beim rauschenden Abschlussball zu haben waren, spendierte der Förderverein.

Neuer honorierte zudem die Leistung der Besten im Zweig mit dem Schwerpunkt Haushalt und Ernährung, allen voran Marina Danner. Andreas Kaiser vom gleichnamigen Priener Sportgeschäft belohnte die herausragenden Leistungen im sprachlichen Zweig, im dem Martina Cimminiello die Bestnote schaffte.

Peter Holzner, Geschäftsführer der Hauptgeschäftsstelle Prien der Volksbank Raiffeisenbank (VR Bank) Rosenheim Chiemsee, honorierte die betriebswirtschaftlichen Höchstleistungen - und konnte mit Markus Fischer als Besten einem künftigen Azubi der VR Bank gratulieren. Barbara Dauer-Lang schließlich, die als langjährige Vorsitzende ebenso wie Elternbeirat Marcel Wocher später von Lau aus diesem Gremium verabschiedet wurde, zeichnete den Jahrgangsbesten aus dem technischen Zweig im Namen der Siegsdorfer Firma Brückner aus. Tobias Eckert aus Bad Endorf hatte zudem mit einem Schnitt von 1,18 im Mittlere-Reife-Zeugnis den deutlich besten Abschluss aller 132 Absolventen geschafft.

Dass neben ihm ausnahmslos weitere junge Männer sozusagen auf dem "Siegerpodest" standen, kommt auch nicht alle Jahre vor. Markus Fischer schaffte mit 1,5 den zweitbesten Abschluss, Platz drei teilten sich mit jeweils 1,63 Eugen Emmer und Christian Wendlinger.

Die zehn weiteren Absolventen mit einem Einser-Schnitt waren Juliane Haase, Nikolaus Weber, Theresa Blanke, Theresa Bodler, Martina Cimminiello, Marion Wohlhaupter, Marina Danner, Anton Forstner, Maria Mühlbauer und Dennis Sommerfeld. Ein wenig Wehmut kam am Ende der Feier auf, als Lau zwei Lehrerinnen mit Dankesworten und Blumen verabschiedete: Maria Fischer hatte katholische Religion unterrichtet, Martina White Englisch und Französisch gelehrt.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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