Pfarrer las in Bernau von Orffs "Bernauerin"

Alles andere als eine "normale" Lesung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Pfarrer Rupert Rigan ließ die "Bernauerin" im Bernauer Pfarrheim lebendig werden. Foto berger

Bernau (ch-z) - Pfarrer Rupert Rigan aus Zorneding hat Carl Orff noch persönlich gekannt. Im Bernauer Pfarrheim las der Geistliche zugunsten des Orgelförderkreises den Originaltext aus Orffs Mysterienspiel "Agnes Bernauerin", der in jener für den bekannten Komponisten so charakteristischen, von ihm selbst abgewandelten altbayerischen Kunstsprache verfasst ist.

Den Zuhörern wurde aber beileibe keine "normale" Lesung geboten, sondern gewissermaßen ein Vorlese-Schauspiel, das die meisten in dieser Form nicht erwartet hatten. Vor ihnen saß einer, der sie durch die kraftvolle Präsentation des Vortrags, seine Körpersprache, Gestik und Mimik voll in den Orffschen Text und die Dramatik des Geschehens hineinnahm, der die jeweilige Grundstimmung der einzelnen "Bühnenbilder" und Akte so trefflich formte, dass es, wie Rigam einleitend angekündigt hatte, in der Tat das "Spiel von der Buhlschaft mit der Baderstochter Agnes Bernauer" wurde. Mit von der Partie war Professor Sepp Hornsteiner von der Musikhochschule München, der die Szenen durch zartes Zwischenspiel mit seiner Laute stilvoll verband.

Die Akte und Figuren des Stücks wurden aufs Treffendste lebendig. Besonders eindrucksvoll war die Schilderung des Endes der "Bernauerin" in der Donau als "Hexe", die Hetze des Volkes am Schauplatz und das eisige Fragen des mit seinem Heer eintreffenden jungen Herzogs Albrecht nach seiner geliebten Agnes: "Wo ist die Bernauerin?" Die Antwort des Pöbels: "Ertrunken, ertrunken, im tiefen Donaustrom." re

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser