Bis zu 120 Gäste kommen täglich

Für den Ansturm jetzt gerüstet

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Bernau/Prien - Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Anbau der Kletterhalle der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) nun feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Sektions-Vorstand Paul Röger konnte zur offiziellen Einweihung zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Das Klettern, vor allem das Sportklettern, hat einen gewaltigen Zulauf, vor allem eben auch in der Priener DAV-Sektion. Das hatten jüngst auch steigende Auslastungszahlen bei der Jahreshauptversammlung des DAV Prien belegt (wir berichteten). Dazu kommen noch Schulen, die Klettern ins Programm genommen haben.

"Es war nicht mehr tragbar, dass Männlein und Weiblein dieselben Umkleiden benutzen mussten und auch die bislang genutzten Sozialräume im Tenniszentrum waren dem Ansturm nicht mehr gewachsen", fasste Röger die Beweggründe der Sektion für den Anbau zusammen. Die Mitglieder hatten ihn durch einen einstimmigen Beschluss mitgetragen.

"Ich habe schon etwas Bauchschmerzen gehabt", verriet Röger. Aber die Erinnerung an das vermeintliche Wagnis, das seinerzeit Margrit Ossmann und Sepp Feuersteiner mit dem Bau der Kletterhalle eingegangen waren, habe ihn bestärkt.

Röger dankte besonders Thomas Schneider, dem Betreiber des Tenniszentrums, an das die Kletterhalle angegliedert ist, Architekt Alexander Berthold, allen Handwerkern, hier vor allem posthum dem im Januar verstorbenen Maurermeister Andy Dörfl, der den Rohbau erstellt hatte, sowie den vielen freiwilligen Helfern für ihre "großartige Unterstützung".

Die Finanzierung konnte durch eigenes Ansparen der Sektion sowie zinsgünstige Darlehen gesichert werden. Das Mobiliar wurde nach Angaben des Vorsitzenden langfristig zu sehr guten Konditionen vom Hofbräuhaus Traunstein ausgeliehen.

"Es wäre schade, wenn das Bergklettern zur ,Indoor'-Aktivität mutiert", brach der Priener Sportreferent Alfred Schelhas eine Lanze für denSport im Freien. Er unterstrich aber gleichzeitig den großen Nutzen der Halle für das Training.

Thomas Schneider berichtete über den Beginn der Partnerschaft zwischen Tennis- und Kletterhalle. Er sei vor 13 Jahren von Sepp Feuersteiner gefragt worden, ob er sich den Bau einer Kletterhalle vorstellen könne und habe spontan zugestimmt. Der Zulauf sei mittlerweile sehr groß, vor allem kämen viele Kinder.

Schneider begrüßte die Öffnung der Halle für jedermann. "Es ist ein Ort, wo Jung und Alt sich treffen." Sogar die deutsche Rodel-Nationalmannschaft habe im Sommer in der Halle trainiert. Schneider gratulierte übergab eine Spende von 1000 Euro an die Sektion.

Dem Bau der Kletterhalle in Bernau war seinerzeit eine wahre Odyssee durch Prien und auch Bad Endorf vorausgegangen. Immer wieder war nach geeigneten Standorten gesucht worden. Mehrfach glaubte sich die Sektion am Ziel der Suche und ging in konkrete Planungen. Aber leider zerschlugen sich diese Projekte immer wieder, so dass man letztlich die Suche in Prien aufgegeben hatte. Erst durch das Entgegenkommen von Schneider sei der Bau einer der ersten Sektionskletterhallen in Oberbayern möglich geworden.

Zweiter Sektions-Vorsitzender Josef Buchner erinnerte daran, dass man anfangs mit zwei bis zehn Besuchern täglich kalkuliert habe. Mittlerweile kämen an Spitzentagen bis zu 120 Personen. Dies sei der Grundstock für den Mitgliederzuwachs und eine intensive Jugendarbeit. Er lobte die Symbiose zwischen Tenniszentrum und Kletterhalle. Heute klettern in der Halle regelmäßig fünf betreute Sektions- und neun Schulgruppen. Die "sehr hohe Routenqualität" werde stets betont.

Baubeginn für die Erweiterung war im August 2010, die Hebfeier bereits im September. Die inoffizielle Inbetriebnahme war im Februar.

Im neuen Anbau gibt es jetzt getrennte Umkleiden für Männer und Frauen, sanitäre Einrichtungen, die dem Andrang gewachsen sind sowie einen Jugend- und Vereinsraum im ersten Stock. Die alte Umkleide wurde für Hallenwart Ralf Bayer zu einem Büro und Lagerraum umgebaut. Durch den Einbau einer Heizung sowie eigener Wasser- und Stromversorgung ist der Alpenverein nun unabhängig vom Tenniszentrum.

gul/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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