Après-Ski in der Lamstoa-Halle

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Ein Motorbrand hinderte am Sonntag eine tschechische Reisegruppe an der Heimfahrt. 62 Erwachsene nahmen dankbar die Gastfreundschaft der Gemeinde Frasdorf an.

Frasdorf - Marianne Steindlmüller verließ die Lamstoa-Halle erst um 1.30 Uhr. Die Bürgermeisterin kümmerte sich höchstpersönlich um die 62 gestrandeten Tschechen, deren Bus am Sonntag auf der A8 Feuer fing.

Weil ihr Reisebus mitten auf der A8 in Brand geriet, musste eine tschechische Reisegruppe die Nacht auf Montag in Frasdorf verbringen. In der Lamstoa-Halle wurden die 62 Skitouristen von Feuerwehr, BRK und zahlreichen Freiwilligen mit Suppe und Tee versorgt.

Feuer in Reisebus auf A8

Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller verließ die Lamstoa-Halle gestern um halb 2 Uhr früh. Die 62 Tschechen, die auf dem Heimweg von einem Skiausflug ins Stubaital auf der A8 steckengeblieben waren, hatten bis dahin "alle a Dach überm Kopf und a bissl was zum Essen".

Für Steindlmüller war die Hilfsbereitschaft der Feuerwehr, des BRK und der Dorfgemeinschaft "selbstverständlich". Von der Nachmittagsveranstaltung in der Lamstoa-Halle seien die Räumlichkeiten noch beheizt gewesen, in der Küche habe es noch Semmeln und Gulaschsuppe gegeben. Ein Gastwirt habe Brot und Kartoffelsuppe gestiftet. Und überhaupt: "Es ist ja alles recht zentral bei uns. Das Feuerwehrhaus, in dem die Leute vorher waren, liegt ja gleich neben der Lamstoa-Halle." Im Ort sei am späten Sonntagabend mit all den Rettungs- und Einsatzwagen "riesig was los" gewesen.

Gegen 20.30 Uhr hatte der Motor des Reisebusses auf der A8 bei Frasdorf angefangen zu rauchen. Laut Polizei war ein technischer Defekt schuld daran, dass kurz darauf der Motor Feuer fing.

Die Insassen liefen anfangs noch - vermutlich unter Schock - über die Autobahn, bis sie von Rettungskräften eingesammelt und nach Frasdorf gebracht wurden. Nachdem alle im Feuerwehrhaus untersucht worden waren - der Rauch war auch in das Businnere gedrungen - wurden die gestrandeten Touristen in die Lamstoa-Halle gebracht, wo das BRK mit 35 Helfern bereits Feldbetten aufgebaut hatte.

"Die zwei Reiseleiter konnten Deutsch", berichtet Bürgermeisterin Steindlmüller. Generell seien die tschechischen Gäste "nett, freundlich und dankbar" gewesen. Dass ihnen nicht mehr passiert sei, ist laut Steindlmüller einzig der schnellen Hilfe der Einsatzkräfte zu verdanken. Auch die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften sei reibungslos verlaufen. Steindlmüllers Bilanz ist daher positiv: "Man merkt, dass es funktioniert bei uns."

Helmut Schneiderbauer von der Feuerwehr Frasdorf betreute die tschechische Reisegruppe, die im Übrigen nur aus Erwachsenen bestand, bis zu ihrer Abreise - um 5 Uhr morgens. Die meisten der 62 Gestrandeten hätten versucht zu schlafen, einige hätten allerdings den Kontakt zu den bayerischen Gastgebern gesucht. Schneiderbauer: "Wir ham a richtige Gaudi ghabt. Am Ende hamma E-Mail-Adressen getauscht." Noch gestern Nachmittag steckte dem Feuerwehrmann die Nacht in den Knochen. "Zum Glück konnte ich mir freinehmen", berichtet Schneiderbauer. Nach kurzem Schlaf musste er ja schon wieder in die Lamstoa-Halle zurück: Betten aufräumen und "dem Wirt sein Geschirr zurückbringen".

zip/Oberbayerisches Volksblatt

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