Arche Noah zwischen Opernkulissen

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Das „Kulturgut Immling“ im Chiemgau ist nicht nur Heimat des spektakulären „Opernfestivals Gut Immling“, sondern mittlerweile auch „Arche Noah“ für 150 ausgesetzte oder von ihren früheren Besitzern geschundene Tiere. Der frühere Opernstar Ludwig Baumann und seine Ehefrau, die Dirigentin Cornelia von Kerssenbrock, widmen einen Großteil ihrer Freizeit der Betreuung der Tiere, stoßen jetzt aber an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten.

Halfing - Wie ein ehemaliger Opernstar sein Schicksal meisterte und heute auf Gut Immling über 150 hilfsbedürftigen Tieren eine neue Heimat schuf:

Lautstark ins Reklamehorn zu blasen, damit die Spenden sprudeln – das ist nicht Ludwig Baumanns Art, auch wenn der 60-Jährige ansonsten große öffentliche Auftritte gewohnt ist. Einst haben dem Bass-Bariton-Star auf den Opernbühnen der Welt begeisterte Opernfans zu tausenden zugejubelt. Heute ist der ehemalige Sänger erfolgreicher Intendant der Opernfestivals Gut Immling. Vor allem aber ist er eines: Manager einer „Arche Noah“ für geschundene Tiere mitten im Herzen des Chiemgaus, die allerdings angesichts chronischem Geldmangels immer wieder zu kentern droht.

Tierpatenschaften sollen jetzt die Finanzsituation der „Arche Noah“ für hilfsbedürftige Tiere verbessern.

Auf seinem „Kulturgut“ mit Opernhaus im Herzen des bayerischen Chiemgaus betreibt Ludwig Baumann einen Tierschutzhof, in dem weit über 150 geschundene Kreaturen, vom Lama bis zum Hängebauchschwein, eine neue Heimat gefunden haben. Baumann will helfen, aber nicht medienwirksam betteln, das ist allerdings sein großes Problem: Während die Spenden für alle möglichen Tierschutzprojekte in Deutschland weiterhin kräftig sprudeln – laut Statistik waren es im letzten Jahr rund 700 Millionen Euro – plätschert der Geldregen an Baumanns „Arche Noah“ relativ spurlos vorbei. Ludwig Baumann ist ein Kämpfer. Auf dem Höhepunkt seiner Sängerkarriere stürzte er 1994 während eines Auftritts in der Dresdner Semperoper auf der Bühne schwer. Es war das Ende seiner glänzenden Karriere.

Schwere Rückenverletzungen machten es ihm unmöglich wieder eine komplette Oper durchzusingen. Es war aber zugleich auch der Beginn zweier großer neuer Lebensaufgaben: als Intendant des mittlerweile international bekannten Gut Immlinger Opernfestivals, das jährlich 16.000 Gäste aus aller Welt nach Gut Immling in seine zum Opernhaus umgebaute Reithalle lockt. Und es war der Beginn der Geschichte des ursprünglichen Pferde- und heutigen Tierschutzhofs. An sich ist das Organisieren des Opernfestivals mit seinen spektakulären Inszenierungen und den Auftritten von Opernstars aus aller Welt ein mehr als ausfüllender Job.

Die Zeit für seine Tiere auf dem 30 Hektar großen Gutshof, der das Opernhaus umgibt, aber nimmt sich Ludwig Baumann immer. Alte, kranke, von ihren Besitzern im Stich gelassene Tiere, 45 meist sehr alte Pferde, 30 Ziegen, Hängebauchschweine, Schafe, Katzen, Hunde, Auerochsen, Lamas und Kleintiere bevölkern heute die Ställe. Die meisten der Tiere haben ein tragisches Schicksal hinter sich. Auf Gut Immling wird ihnen ein artgerechtes Leben, ein stressfreier Lebensabend ermöglicht. Futter, Hufschmied, die artgerechte Unter-bringung, der Tierarzt und die oft teuren, aber lebenserhaltenden Operationen, das kostet das Jahr über gerechnet ein kleines Vermögen. „Das zehrt im Laufe der Zeit zwangsläufig die privaten Rücklagen auf“, sagt Ludwig Baumann.

Pressemitteilung Gut Immling

Quelle: rosenheim24.de

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