Blickfänger in der Marktgemeinde

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Schöne Bauwerke in Prien: die Erweiterung der Realschule,

Prien - Über Geschmack lässt sich streiten. Und an Architektur scheiden sich oft die Geister. Deswegen hat die Chiemgau-Zeitung nachgefragt: Welches ist das schönste Haus in Prien?

Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen gar trefflich streiten. Auch und gerade an der Architektur landauf, landab scheiden sich die Geister. In Prien steht das Bauen gerade im Mittelpunkt einer Ausstellung im kleinen Kursaal. Begleitend ist am heutigen Samstag ein Häuserrundgang geplant. Welche Häuser sind denn in der Marktgemeinde am schönsten? Architekten und Begleiter, die am heutigen Rundgang teilnehmen, äußern in der Chiemgau-Zeitung ihre Meinung.

"Welches Haus in Prien finden Sie am schönsten?"

Architekt Martin Hirner (Prien):

der umgebaute Bauernhof am Roseneck 18,

"Am besten gefällt mir natürlich der von unserem Büro Hirner und Riehl Architekten und Stadtplaner umgebaute Bauernhof am Roseneck 18. Das Thema 'Umnutzung eines nicht mehr gebrauchten Stadels' wird hier in sensibler Verknüpfung von Alt und Neu bearbeitet. Die bäuerlich-bescheidene Anmutung des Anwesens ist erhalten geblieben. Der Stadel mit seiner neuen Funktion als Wohn- und Atelierraum integriert sich - modern gestaltet - nahtlos in die vorhandene Bausubstanz. In einer zeitgemäßen Symbiose aus Bestand und modernen Zutaten verbindet sich historischer Charme mit moderner Strenge. Dass das Haus nicht nur uns gut gefällt, zeigt sich - neben verschiedenen Veröffentlichungen - auch daran, dass fast alle Spaziergänger, Touristen und Einheimische am Zaun stehen bleiben und den Bewohnern zum gelungenen Umbau gratulieren."

Architekt Georg Wieland (Fraueninsel):

"Die Erweiterung der Realschule (Bild oben) ist ein Gebäude mit zeitgemäßer Architektur. Der Baukörper fügt sich einerseits sehr gut ein, andererseits ist er sehr selbstbewusst interpretiert und dadurch eigenständig. Die Dachform biedert sich nicht an und ist daher angemessen. Das Pultdach mit einem ausgeprägten Dachüberstand wirkt sehr leicht, gibt aber den notwendigen räumlichen Abschluss des Baukörpers. Großzügig verglaste Fassadenflächen wechseln harmonisch mit geschlossenen verputzten Wandflächen ab. Die Fenster zeigen die notwendige Größe für die zu belichtenden Räume. Der verglaste Eingangsbereich ist funktionell richtig angeordnet und dem gemeinsamen Pausenhof zugeordnet. Die Erschließung ist eindeutig und übersichtlich. Die Materialwahl beschränkt sich im Prinzip auf verputzte Wandflächen, Stahl-Glas-Fenster und eine Stahl-Glas- Fassade. Leider konnte ich die Innenräume nicht besichtigen. Was ich sehen konnte, so sind die Räume und Erschließungsbereiche formal reduziert ausgebildet und von der Materialwahl her sehr stringent und entsprechend der Funktionen ausgeführt."

Landschaftsarchitekt Professor Klaus-Wedig Pridik (Altersruhesitz in Prien, früher Inhaber eines Lehrstuhls an der Technischen Fachhochschule Berlin):

das Haus an der Ecke Seestraße/Hochriesstraße,

"Ein gelungenes Beispiel der Sanierung ist das Eckgebäude Seestraße/Hochriesstraße: bescheiden-integrierend-behutsam in neuen Akzenten - inklusive Terrassengestaltung."

Christoph Bach (Bürger für Prien, Mitorganisator der laufenden Architektur-Ausstellung):

das Mehrfamilienhaus an der Jensenstraße 4. Fotos bef (3) / re (1)

"Im Vorstand gefällt uns immer wieder aufs Neue das Mehrfamilienhaus in der Jensenstraße 4. Hier ist es gelungen, ein großes Haus hinzustellen, ohne dass es aufdringlich wirkt. Am schönsten ist es am Abend, wenn die Lichtbänder der Flure erleuchtet sind. Ich glaube, uns gefällt die Struktur, das Material und die Farbgebung."

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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