Aschau gedenkt Hans Clarin

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Ein Abend zu Ehren von Hans Clarin

Aschau - Sogar Ellis Kaut, die „Mutter des Pumuckl“ kam zum großen Gedenkabend für Hans Clarin in die Festhalle nach Aschau, obwohl sie ihn – nach eigenen Aussagen - zu Lebzeiten niemals kennen gelernt hatte.

Zum fünften Todestag gedachten die Aschauer ihres Bürgers Hans Clarin, der dem Pumuckl mit seiner unverwechselbaren Stimme Leben und Charakter gegeben hatte mit einem abwechslungsreichen Abend voller Überraschungen. Die Anwesenheit des Pumuckl wurde dabei vorausgesetzt, schließlich hatte der rothaarige Klabautermann im XXL-Format bereits den ganzen Nachmittag für die Kinder sein Unwesen in der Halle getrieben. Doch dem Leiter der Aschauer Touristik-Info Herbert Reiter gelang es in mühevoller Kleinarbeit zahlreiche Freunde und Weggefährten des bayerischen Staatsschauspielers nach Aschau zu bringen. Alle fünf Kinder von Hans Clarin und zahlreiche Enkel waren mit dabei, als Bürgermeister Werner Weyerer den vor genau fünf Jahren verstorbenen Vollblutkomödianten als Aschauer Bürger würdigte: „Er liebte das Bodenständige, das Greifbare, die Nähe zu den Menschen, die Nähe und den Kontakt zur Aschauer Bevölkerung. Hans Clarin war gewiss keiner, der auf den zahlreichen Glamourpartys zuhause war. Er hat über 30 Jahre auf dem über 450 Jahre alten Moserhof gewohnt und sich in der Gemeinde pudelwohl gefühlt, er ist in dieser Zeit zum Aschauer geworden, er war einer von uns“. Die Gemeinde Aschau habe in Würdigung seiner Verdienste für den Ort und seine Bevölkerung 2006 den Bahnhofsplatz zum Hans-Clarin-Platz umbenannt.

Aschau gedenkt Hans Clarin

Schauspieler Christian Wolff erinnerte als enger Freund und Kollege an den Lebensweg von Hans Clarin und vor allem daran, dass der waschechte Paradebayer 1929 in Wilhelmshaven geboren wurde. „Diesen Makel versuchte er später durch die Mitgliedschaft in allen Aschauer Vereinen auszugleichen“. Mit zahlreichen Anekdoten aus dem Theaterleben und auch aus dem privaten Zusammenleben mit dem Menschen Hans Clarin gelang es Christian Wolff überzeugend den Zuhörern ein Bild des Schauspielers zu vermitteln. Dieses Bild ergänzte die Tourist Info mit einer Collage von Aufnahmen, die den Aschauer „Hansel“ zeigte, nicht den Staatsschauspieler. Ilse Neubauer und Cornelia Willinger brachten ihre Erinnerungen an die Filmaufnahmen zu „Peter und Paul“, die in Aschau auf dem Moserhof und in Neubeuern gedreht wurden, Dagmar Koller erinnerte sich an ihre Zusammenarbeit in vielen Filmen mit dem großen Schauspieler, der im Gegensatz zu ihr, immer so textsicher war. Michael Aufhauser vom Gut Aiderbichl dankte Hans Clarin für die Unterstützung beim Start seines Vorhabens alten Tieren eine Heimstatt und das dazugehörige Gnadenbrot zu geben. Durch seine Unterstützung sei es gelungen die „Marke Aiderbichl“ zu positionieren und mittlerweile seien aus dem einen Gnadenhof eine ganze Reihe weiterer Einrichtungen für zahllose Tiere entstanden.

Mit Bildern und Filmausschnitten brachten Herbert Reiter und sein Team den Zuschauern immer wieder auch den begnadeten Schauspieler Hans Clarin nahe und zum Abschluss erhielt seine Witwe Christa Clarin noch den größten Blumenstrauß, den man in Aschau auftreiben konnte. Vor den Toren der Festhalle amüsierten sich einige Unentwegte nach dem offiziellen Ende in der Halle noch beim Mitternachtsfilm „Hui Buh“ mit Hans Clarin in seiner letzten Rolle. Alle Besucher und darüber hinaus alle Aschauer und Chiemgauer waren entzückt darüber, dass es dem Pumuckl gelungen war - in Zusammenarbeit mit der Firma ARRI - das Aschauer Schloss bis in die späte Nacht in Pumuckelrote Farbe zu tauchen. Damit wurde der Aprilscherz im OVB strahlend rote Wirklichkeit.

reh

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