Runder Tisch in Aschau im Chiemgau

FFH-Gebiet „Bärnseemoor“ im Landkreis - jetzt gibt es Managementplan

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Bärnsee

Aschau im Chiemgau - Die Regierung von Oberbayern veranstaltet zusammen mit der Forstverwaltung und der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Rosenheim einen Runden Tisch zum Managementplan für das FFH-Gebiet „Bärnseemoor":

Der Termin zum Runden Tisch findet am Mittwoch, 4. Juli um 9.30 Uhr , im Ortsteil Spöck (Treffpunkt ist an der Hauptstraße), 83229 Aschau i.Chiemgau statt.

Bild-Berichterstatter, Grundeigentümer sowie andere interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Da die Veranstaltung unter freiem Himmel sein wird, bitten wir um wetterfeste Kleidung und Schuhwerk.

Gebiet ist Ort der seltenen Lebensräume

Das 95 Hektar große FFH-Gebiet ist sowohl ein wichtiger Bestandteil im oberbayerischen „Natura 2000“-Netz als auch von überregionaler Bedeutung. Dieses FFH-Gebiet ist vor allem beispielhaft für die repräsentative Eigenart und Schönheit der bayerischen Voralpenlandschaft, welche hier besonders zur Geltung kommen. 

Dies spiegelt sich in einer Vielzahl mittlerweile selten gewordener und stark rückläufiger Lebensräume wieder. Dazu gehören der Bärnsee selbst sowie seine „störungsarmen“ Übergangsmoore mit Hochmoorresten und der Moorwald, weiterhin die ihn umgebenden, traditionell genutzten wertgebenden Kalkflachmoore und Pfeifengraswiesen. 

Die Nutzung und Pflege durch Landwirte hat den Erhalt und Reichtum an Lebensraumtypen in diesem Bereich des FFH-Gebietes bis in die heutige Zeit ermöglicht. Im Süden schließt das „Buchafilz“ mit seinem Hochmoorcharakter neben überwiegenden Fichten- und Kiefernwäldern, auf entwässerten Moorstandorten an. Als Besonderheiten findet sich in diesem Gebiet das Sumpf-Glanzkraut, eine bayernweit stark gefährdete Orchideenart.

Gesprächsforum im Rahmen von Natura 2000

Für die Managementplanung in den oberbayerischen Natura 2000-Gebieten ist die Regierung von Oberbayern als höhere Naturschutzbehörde federführend zuständig. Im Rahmen der Managementplanung wird für jedes Natura 2000-Gebiet ein Gesprächsforum eingerichtet

Darin können alle Belange – naturschutzfachliche, soziale, forst-, land- und wasserwirtschaftliche – eingebracht werden. Denn nur durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten lässt sich die wertvolle Kulturlandschaft Oberbayerns und damit der gute Zustand der Natura 2000-Gebiete erhalten.

Die Vertreter der Behörden möchten deshalb den aktuellen Stand des Managementplans vorstellen und am Runden Tisch die Anregungen und Wünsche aller Beteiligten diskutieren. Berechtigte Hinweise werden anschließend in den Managementplan einfließen. Der abgestimmte Maßnahmenkatalog des Managementplans ist dann zukünftig Richtschnur für die zuständigen Behörden, um den Erhalt des guten Zustandes des Natura 2000-Gebiets zu gewährleisten.

Ergänzende Informationen zu Natura 2000

In den europäischen Mitgliedsstaaten soll die Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere für zukünftige Generationen aufrechterhalten werden. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundnetzes mit der Bezeichnung Natura 2000 sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und die Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL).

Die EU fordert einen guten Erhaltungszustand für die Natura 2000-Gebiete. Naturschutz- und Forstbehörden erfassen und bewerten dazu im sogenannten Managementplan Lebensräume und Arten und formulieren Vorschläge für zweckmäßige Erhaltungsmaßnahmen. Für Grundstückseigentümer und Nutzer hat der Managementplan Hinweischarakter. 

Eigentümer und Nutzer dürfen die Flächen entsprechend der guten fachlichen Praxis auch weiterhin bewirtschaften. Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten darf sich jedoch nicht verschlechtern (Verschlechterungsverbot). Die Umsetzung des Managementplans ist für die Eigentümer und Nutzer freiwillig und soll vorrangig durch Förderprogramme finanziert werden. Nähere Informationen zum europäischen Biotopverbund Natura 2000 bietet das Bayerische Umweltministerium unter www.natur.bayern.de an.

Pressemitteilung Regierung von Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

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