Inhaber Daniel Fendler nennt die Hintergründe

„Ohne Feste keine Tracht“: Das „Aschauer Trachtenhaus“ schließt seine Pforten

Aschauer Trachtenhaus in Aschau im Chiemgau
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Das Aschauer Trachtenhaus in Aschau im Chiemgau.

Aschau im Chiemgau - Das Aschauer Trachtenhaus schließt bald seine Pforten. Dies hatte das Unternehmen zunächst über Facebook und Instagram bekanntgegeben. rosenheim24.de hat mit Inhaber Daniel Fendler über die Hintergründe der bevorstehenden Schließung gesprochen.

Das Aschauer Trachtenhaus ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und Inhaber Daniel Fendler hat sich als Trachten-Ausstatter von Promis wie Florian Silbereisen einen Namen gemacht. Umso überraschender kam die Meldung, dass das Aschauer Trachtenhaus am 1. September einen großen Räumungsverkauf gestartet hat.


„Aufgrund der derzeitigen Situation müssen wir umdenken“, heißt es in dem entsprechenden Instagram-Post des Trachtenhauses. Da denkt man aktuell unfreiwillig erst einmal an eine coronabedingte Schließung, gegenüber rosenheim24.de bestätigte Fendler diesen Schluss teilweise. Nicht wegen Corona würde das Trachenhaus schließen, jedoch habe das Virus durchaus seinen Teil dazu beigetragen. „Ohne Feste keine Tracht“, formulierte es Daniel Fendler kurz und prägnant.


Trachtenverkauf stark rückläufig

Mit dem Ausfall der Frühlings- und Herbstfeste sowie des Oktoberfestes sei der Trachtenverkauf dieses Jahr stark rückläufig gewesen, zudem bleibt die unklare Prognose für das nächste Jahr. Sollten auch 2021 weiterhin derartige Veranstaltungen verboten sein, wird es allgemein eine sehr schwere Zeit für die Branche, welche hauptsächlich von Trachtenfesten lebt.

Aus diesem Grund zog Fendler jetzt frühzeitig und auch relativ kurzfristig die Reißleine, da es sehr schwer gewesen wäre, die volle Bandbreite bei sinkender Nachfrage aufrecht zu erhalten. Da im Winter der Trachtenverkauf ohnehin jedes Jahr zurückgehen würde, wäre ein gutes Sommer-Geschäft notwendig gewesen, weshalb nun versucht wird, den Räumungsverkauf noch vor der kalten Jahreszeit über die Bühne zu bekommen.

Kein genaues Datum für die Schließung

Ein genaues Datum für die Schließung gäbe es übrigens nicht. „Wenn in zwei Wochen alles weg ist, machen wir in zwei Wochen zu - anderenfalls eben später", so der Trachten-Schneider. Der Vorteil dabei wäre auch die Tatsache, dass an die Verkaufsfläche des Aschauer Trachtenhauses direkt die Schneiderei des 39-Jährigen angehängt ist. Diese Schneiderei wird auch weiterhin dort betrieben, weshalb der Mietvertrag bestehen bliebe und die Verkaufsfläche nicht zu einem gewissen Datum geräumt sein muss.

Wie geht es in der Zukunft weiter?

Doch wie geht es weiter mit der leeren Verkaufsfläche? Das beschreibt Fendler mit einem Zitat von Helen Keller: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“. In 18 Jahren Selbstständigkeit überlebte Fendler viele verschiedene Krisen und so wird wohl auch die Corona-Krise vermutlich nicht die Letzte sein, welche es zu bewältigen gilt.

Ein genauer Plan für die weitere Nutzung der Verkaufsfläche besteht derzeit noch nicht. Es gäbe zwar bereits genug Interessenten für die Räumlichkeiten, jedoch ist es wahrscheinlich, dass der Bereich an die bereits vorhandene Schneiderei angegliedert wird und damit mehr Raum für Zuschnitte und weitere Arbeiten entsteht. Aktuell sieht Fendler es als sinnvoll an, das Handwerk weiter auszubauen und sich eventuell auch auf den Onlinehandel zu spezialisieren. Doch wie genau es weitergehen wird, steht derzeit noch in den Sternen.

aic

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