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Steinadler am Geigelstein

Für Ronja und Otto: Förderung des Adler-Monitorings der Gleitschirmflieger

Vogelperspektive für die Gleitschirmflieger
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Vogelperspektive für die Gleitschirmflieger: Blick auf das Geigelstein-Massiv und das obere Priental. (Montage)

Im Jahr 2021 konnten die Steinadler am Geigelstein erfolgreich brüten – sehr zur Freude der ehrenamtlichen Adler-Beobachter. Dank des Engagements des Drachen- und Gleitschirmflieger-Clubs Aschau Kampenwand (DGFCAK) dürfen sich die Vogelfreunde jetzt über finanzielle Unterstützung freuen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Aschau – Eine Förderung von 2500 Euro stammt aus Fördermitteln des LEADER-Programms des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Weitere 500 Euro steuerte der DHV (Deutscher Hängegleiterverband) bei, 500 Euro der Gleitschirmclub Hochries sowie 700 Euro der DGFCAK. Die Fördermittel wurden zur Anschaffung eines hochwertigen Spektivs verwendet, um das Monitoring des Steinadler-Paares im Priental weiter zu verbessern. Ein schönes Beispiel für eine sinnvolle Zusammenarbeit von Naturschützern und Outdoor-Sportlern.

lm Gebiet zwischen Kampenwand, Geigelstein, Spitzstein und Hochries lebt seit einigen Jahren ein Steinadlerpaar. Fachleute nehmen an, dass die beiden ursprünglich aus der Population des Nationalparks Berchtesgaden stammen. Beobachtungen haben ergeben, dass Ronja und Otto – so wurden die Wildtiere von ihren Beobachtern getauft – jedes Jahr in einem von mehreren Horsten in ihrem Revier brüten.

Um den Bruterfolg langfristig zu sichern, ist es notwendig, das Verhalten und die Aufenthaltsorte der Greifvögel zu überwachen: das so genannte Monitoring. Besonders während der Brutphase und der Aufzucht des Nestlings dürfen die Adler nicht gestört werden. Das erfordert natürlich Rücksichtnahme bei Freizeitaktivitäten wie Wandern, Biken oder Fliegen, aber auch in der Forstwirtschaft.

Der Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Aschau Kampenwand (DGFCAK) und der Gleitschirmclub Hochries (GSC Hochries) haben es sich in Abstimmung mit den Experten des Nationalparks Berchtesgaden sowie den Bayerischen Staatsforsten zur Aufgabe gemacht, das Adler-Monitoring im Priental zu übernehmen. Dafür wurden sie zusammen mit einer Reihe engagierter Vogelfreunde, die selbst keine Piloten sind, von Ulrich Brendel und Jochen Grab vom Nationalpark Berchtesgaden instruiert und mit Adlerspezifischem Knowhow ausgestattet.

Das Engagement verlief bislang sehr erfolgreich: Seit Sommer 2021 kann man mit etwas Glück Ronja und Otto mit ihrem Jungvogel am Himmel über dem Priental beobachten. Wobei noch nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob der Jungvogel ein Männchen oder Weibchen ist.

Im Jahr 2022 werden alle Beteiligten das Monitoring nahtlos weiterführen. Neben der Datenerfassung möchten die Fliegervereine auch Einheimische, Gäste, Behörden und vor allem Piloten – egal ob Segel, Drachen- oder Gleitschirmflieger – über die Adler und notwendige, temporäre Schutzzonen informieren. Ziel ist ein fruchtbares Miteinander von Naturschutz und Outdoor-Sport.

Die Gemeinde Aschau im Chiemgau hatte mit den Gemeinden der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen https://lag-chiemgauer-alpen.de/ ein Förderprojekt zur „Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements“ beantragt. Die Förderung von 2500 Euro aus dem EUProgramm LEADER ist eine einmalige Unterstützungsmaßnahme, die engagierten Vereinen und Initiativen von Bürgern dient und hier einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz beiträgt. Konkret wurde sie zweckgebunden für die Anschaffung eines leistungsfähiges Spektivs mit passendem Stativ sowie Zubehör verwendet.

Mit Hilfe des Spektivs, so hoffen die Vogelfreunde, wird man in den kommenden Jahren das Zusammenleben von Adlern und Menschen (anderen Fliegern), der Gesundheit der Beutegreifer sowie den Bruterfolg von Ronja und Otto und deren Jungvögel dokumentieren. Nächstes Ziel der Hobbywissenschaftler ist, das Geschlecht des Jungvogels zu bestimmen, wie auch eine Aussage über die kommenden Generationen zu treffen.

Andrea Dorsch, Vereinspräsidentin der Kampenwand-Flieger, bedankte sich bei der Initiative der Gemeinde Aschau im Chiemgau mit dem Ersten Bürgermeister Simon Frank und der Kulturbeauftragten Corinna Spieth-Hölzl, die zusammen mit Kolja Zimmermann von der LEADER-Geschäftsstelle aus Inzell den Löwenanteil der Kosten durch die Unterstützung der EU nutzbar machten. Darüber hinaus dankte sie Bettina Mensing vom DHVReferat Flugbetrieb sowie den Adlerbeauftragten der Vereine Gitti Schreiner (DGFCAK) und Nora Kühnhausen (GSC Hochries), durch deren Bemühen die Umsetzung der Maßnahme erst möglich wurde.

„Wir Chiemgauer genießen das Privileg, in einem so intakten Naturraum zu leben,“ so Gitti Schreiner, „dass dort diese herrlichen, aber auch sensiblen Greifvögel zuhause sind. Die Piloten erleben die Begeisterung des Miteinanderfliegens und es ist uns eine Freude, uns für den Schutz der Steinadler einzusetzen. Die Förderung durch das LEADER-Programm, die Gemeinde und den DHV freut uns sehr. Es honoriert unser Bemühen, erleichtert unsere Feldarbeit erheblich und motiviert uns, unser Engagement in Zukunft mit viel Energie fortzusetzen.“

Pressemitteilung des Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Aschau Kampenwand

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