Aber auch nicht ausschließen...

LfU kann Wolfssichtung an Priener Hütte und im Hochries-Gebiet nicht bestätigen

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War es  wirklich ein Wolf? Das Bayerische Landesamt für Umwelt stuft das Video als "C3" ein. Was das bedeutet, lest Ihr am Ende des Artikels.

Aschau im Chiemgau - Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) untersuchte die Aufnahmen einer vermeintlichen Wolfssichtung an der Priener Hütte. 

Für Aufmerksamkeit sorgten jüngst Berichte über eine Begegnung mit dem Wolf in der Region. Bei Simbach am Inn wurde eine Wolfssichtung bestätigt. Im Hochries-Gebiet ist ein Video mit einer vermeintlichen Sichtung aufgenommen worden. 


Auf der Aufnahme war aber leider zu wenig zu erkennen, um eine eindeutige Wolfssichtung zu bestätigen, so das Bayerische Landesamt für Umwelt auf Nachfrage.

Bildmaterial von der Hochries läßt keine eindeutige Identifikation zu

Kurz nach dem Hochries-Video schickte eine Leserin rosenheim24.de ein weiteres Video und ein Bild, diesmal von der Priener Hütte in Aschau. Wieder war auf den Aufnahmen ein wolfsähnliches Tier zu sehen, möglicherweise dasselbe Tier, das auch im Hochries-Gebiet gesichtet wurde. rosenheim24.de schickte die Aufnahmen an die Experten des LfUs. 


LfU untersucht Video von der Priener Hütte

Das Tier ist für eine eindeutige Identifikation als Wolf aber auch auf diesem Video zu schlecht zu erkennen. "Basierend auf dem von Ihnen zugesendeten Bildmaterial können unsere Fachleute die vermutete Wolfssichtung nicht eindeutig bestätigen. Daher wird diese Sichtung als nicht bestätigter Hinweis (C3) gewertet" schreibt das LfU auf Anfrage von rosenheim24.de.

SCALP-Kriterien: Was bedeutet C3?

Hinweise auf Wölfe werden nach sogenannten SCALP-Kriterien bewertet. Die SCALP-Kriterien sind Grundlage für ein standardisiertes Monitoring. Die Abkürzung steht für "Status and Conservation of the Alpine Lynx Population". Die Methodik wird europaweit für das Monitoring der großen Beutegreifer (Wolf, Luchs, Bär) verwendet. 

Sie teilt Meldungen nach deren Überprüfbarkeit ein und unterscheidet drei Stufen:

  • C1: Fakten, Nachweise ("hard facts"): Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung 
  • C2: Bestätigte Hinweise ("soft facts – confirmed"): durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Riss oder Spur 
  • C3: Nicht bestätigte Hinweise ("soft facts – unconfirmed"): Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (zum Beispiel Beobachtungen, Rufe)

Die Sichtung kann im Moment also nicht vom LfU bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen werden...

Die Mehrheit unserer Leser sagt aber: Es war ein Wolf!

bcs

Quelle: rosenheim24.de

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