Nach tödlichem Unfall in Aschau im Chiemgau

Fahrer aus U-Haft entlassen - ist er doch nicht der mutmaßliche Täter?

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rechts: An dieser Stelle ereignete sich der Unfall in Aschau
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Aschau/Chiemgau - Mehr als eine Woche nach dem schlimmen tödlichen Unfall mit Fahrerflucht laufen die Ermittlungen nach wie vor auf Hochtouren. Der Verdächtige wurde mittlerweile wieder freigelassen. Doch was bedeutet das? Wir haben mit der Polizei über den aktuellen Stand der Ermittlungen gesprochen.

Am frühen Sonntagmorgen wurde eine 23-jährige Fußgängerin aus Aschau auf der Staatsstraße 2093 zwischen Aschau und Hohenaschau von einem Auto angefahren. Die junge Frau wurde zunächst für hirntot erklärt, verstarb jedoch noch am Sonntag in einer Klinik. 

Der zunächst flüchtige Unfallfahrer wurde einen Tag drauf von der Polizei festgenommen, am Freitag wieder freigelassen. Der Grund: Nach den ersten Untersuchungen von Gutachtern am mutmaßlichen Tatfahrzeug konnte der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes vorerst nicht erhärtet werden

Nach der Festnahme des Tatverdächtigen am 7. Januar wurde unmittelbar damit begonnen, das mutmaßliche Tatfahrzeug durch Spezialisten der Spurensicherung sowie durch Gutachter zu untersuchen. Dabei konnten keine Spuren festgestellt werden, die darauf hinweisen, dass der Fahrer einen möglicherweise stattgefundenen Verkehrsunfall bemerkt haben müsste.

Was bedeutet das?

Heißt das also, dass der Fahrer kein Tatverdächtiger mehr ist? Simon Irger, Pressesprecher des Polizeipräsidium Süd erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion die Sachlage: "Das ist eine juristische Sache. Dass der Tatverdächtige freigelassen wurde heißt nicht, dass er erwiesenermaßen nicht der Täter war, sondern nur, dass die Tatvorwürfe der fahrlässigen Tötung und des versuchten Totschlags durch Unterlassen nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht erhärtet werden konnten", sagt Irger. Um jemanden in Haft nehmen zu können, müsse ein Delikt vorliegen, dass es rechtfertigt, dem Verdächtigen seine Freiheit zu entziehen. 

Kann man nicht merken, jemanden umgefahren zu haben?

Das war in Aschau eben nicht der Fall. Am mutmaßlichen Tatfahrzeug konnten keine Spuren festgestellt werden, die darauf hinweisen, dass der Fahrer einen möglicherweise stattgefundenen Verkehrsunfall bemerkt haben müsste. Aber kann es sein, dass der Verdächtige nicht bemerkt hat, dass er die junge Frau umgefahren hat? "Es lässt sich jedenfalls nicht beweisen, dass er es bemerkt hat, weswegen er wieder freigelassen werden musste", so Irger. "Es gebe bestimmte Indizien, dass das Fahrzeug, das der Verdächtige führte, auch das Tatfahrzeug ist."

So geht es weiter

Die Untersuchungen bei dem Fall seien noch lange nicht abgeschlossen, sagt der Pressesprecher. Es werden weitere Spuren ausgewertet, Zeugen befragt. Mit jedem neuen Ermittlungsergebnis müsse der Fall neu bewertet werden. 

Ein tragisches Detail, das am Donnerstag bekannt wurde: Der Verdächtige  war ein Arbeitskollege der jungen Frau. Kurz nach dem Unfall wurde in der Region auch heftig darüber diskutiert, warum der Gehweg nicht geräumt war, weswegen die Frau auf der Straße ging. 

Die Getötete und der mutmaßliche Unfallfahrer arbeiteten beide in der Residenz Heinz Winkler in Aschau

Quelle: rosenheim24.de

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