„Zutritt für Gäste aus Tirol verboten“

Nach Debatte im Netz um Aushang: So reagiert die „Priener Hütte“

Aushang Priener Hütte
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Dieser Aushang macht die Runde im Netz.

Aschau/Tirol - Mit einem Aushang, auf dem „Leider kein Zutritt für Gäste aus Tirol!“ steht, sorgt die Priener Hütte derzeit für ordentlich Ärger im Netz. Doch was steckt hinter dem Zettel? rosenheim24.de hat bei der Priener Hütte nachgefragt.

Update, 18.20 Uhr - Priener Hütte: Aushang war als Information gedacht


Über den Aufruhr im Internet zeigt sich das Team der Priener Hütte in Aschau im Chiemgau erschrocken. Wie ein Sprecher der Hütte rosenheim24.de gegenüber berichtet, habe man damit nicht gerechnet. „Wir sind entsetzt, wie viele Menschen es offensichtlich gibt, die uns zutrauen, dass wir Gäste aufgrund Ihrer Herkunft nicht beherbergen und bewirten möchten.“ Denn unter der Überschrift des Schildes sei ja direkt die Erklärung abgedruckt.

Man habe den Aushang als Information für die Gäste verstanden, um Besucher aus Tirol darauf hinzuweisen, dass das RKI die Region zum Risikogebiet ernannt und damit eine Einkehr in der deutschen Gastronomie ohne eine 14-tägige Quarantäne (mit einzelnen Ausnahmen) gar nicht erlaubt sei. „Es handelte sich lediglich um eine Information für unsere Gäste, wir haben und werden das auch nicht kontrollieren. Inzwischen haben wir vom bayrischen Gesundheitsministerium auch bestätigt bekommen, dass wir keinerlei Informations- und Kontrollpflichten haben, weshalb wir die Information umgehend abgehängt haben“, beteuert der Sprecher.


Abschließend äußert er noch den Wunsch, dass die Pandemie und damit die Beschränkungen ein baldiges Ende finden und Bayern und Tiroler wieder gemeinsam am Berg anstoßen können.

Erstmeldung

Die Priener Hütte in Aschau im Chiemgau löste unlängst einen richtigen Shitstorm in den sozialen Medien aus - und das völlig unbeabsichtigt. Ein User postete vergangene Woche ein Foto von ihrer Eingangstür in der Facebook-Gruppe „Wir Kufsteiner“. Darauf zu lesen: „Leider kein Zutritt für Gäste aus Tirol!

Darunter steht dann auch prompt die Erklärung für diese harten Worte: „Leider wurde Tirol am 25.09. zum Risikogebiet erklärt. Wer aus Tirol die Grenze nach Deutschland überschreitet, muss 14 Tage in Quarantäne und darf sich deshalb nicht auf der Priener Hütte aufhalten. Wir bitten um Euer Verständnis und hoffen Euch bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen.“ Der Post wurde inzwischen aus der Gruppe gelöscht.

Die Sorge des Wirts ist verständlich. Die Corona-Infektionszahlen steigen seit Wochen wieder, Experten warnen vor einer zweiten Welle im Herbst, begünstigt auch durch Reisende. Kein Wunder also, dass man sich auf der Priener Hütte absichern will.

Corona in Bayern: Maßnahme von Priener Hütte wird im Netz diskutiert

Eigentlich dürfen Besucher aus Tirol ohne triftigen Grund überhaupt nicht einreisen. Vor Besuchern, die sich daran nicht halten, möchte man sich auf der Priener Hütte schützen. Das finden viele aber gar nicht nachvollziehbar. „Frechheit, aber wann ich aus einem anderen österreichischen Bundesland komme darf man rein oda was???“, empört sich ein Facebook-User. Andere riefen alle Tiroler zum Boykott auf, nahmen den Aushang sehr persönlich und fühlten sich in ihrem National-Stolz getroffen. Dass der Wirt sich bei seinem Appell auf die Quarantäneverordnung des Freistaats stützt, scheint den Zorn nicht zu lindern.

Vereinzelte User verteidigen die Entscheidung des Wirtes auch und weisen darauf hin, dass man ja ohnehin nicht einreisen dürfe. Ein Nutzer springt für die Priener Hütte in die Bresche und schreibt „Keine Frechheit, sondern reine Notwehr. Aus Bosheit passiert so etwas bestimmt nicht!“

Aus der Quarantäneverordnung geht hervor, dass Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Hütten mit Hohen Strafen rechnen müssen, sollten sie Gäste aus Risikogebieten unterbringen.

Anm. d. Redaktion: Eine Anfrage beim Betreiber der Priener Hütte wurde von rosenheim24.de bereits gestellt, jedoch bislang nicht beantwortet. Sobald eine Stellungnahme eingeht, berichten wir weiter.

jv

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