Lockdown, Auflagen, warmes Wetter

Viele Fragezeichen: So sehen Betreiber der Steinlingalm dem Corona-Winter entgegen

Steinlingalm Winter
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Die Betreiber der Steinlingalm sehen dem Winter mit vielen Fragezeichen entgegen

Aschau im Chiemgau - Lockdown, Beschränkungen und neue Regeln machten das Jahr 2020 zu einer echten Herausforderung. Auch die Alm- und Hüttenbetreiber sahen sich immer wieder vor neue Probleme gestellt. Nun soll auch noch ein ungewöhnlich warmer Winter dazu kommen. Wir haben nachgefragt, wie Hüttenwirte sich vorbereiten.

Lockdown-bedingt ist die Gastronomie und Hotellerie derzeit ohnehin geschlossen. Wann die Türen wieder geöffnet werden können, bleibt abzuwarten.

Michael und Sepp Stein von der Steinlingalm in Aschau im Chiemgau sehen der kommenden Saison mit einem großen Fragezeichen entgegen. Viele Regelungen stehen derzeit einfach noch nicht fest. Man wisse beispielsweise nicht, wie viele Personen an einem Tisch sitzen und wie viele verschiedene Haushalte sich treffen dürfen. Welche Regeln im Winter gelten, müssen man abwarten. „Aber eines ist sicher: Die Corona-Vorschriften in einer beengten Berghütte auf 1.500 Meter im Winter akkurat einzuhalten, ist eine große Herausforderung“, wissen die beiden.

Dem vorhergesagte warme Winter sehen sie gelassen entgegen. Der Bergtrend werde immer beliebter, auf der Steinlingalm glaube man nicht daran, dass sich die Berg-Fans von weniger Schnee abhalten lassen werden, die Berge zu erklimmen. Zudem seien die Kapazitäten dieses Jahr durch Corona ohnehin sehr eingeschränkt, eine Auslastung der Alm sei also gar nicht möglich. Zu viele Gäste könne man gar nicht unterbringen.

Corona-Winter stellt Hüttenwirte vor neue Herausvorderung

Allgemein werde der Corona-Winter eine echte Herausforderung: „Im Sommer hat man genug Platz im Freien, wo man seine Tische im geforderten Abstand positionieren kann. Im Winter steht uns nur unsere Gaststube zur Verfügung, da durch die exponierte Lage im Freien nur äußerst selten eine Bewirtung möglich ist.“, erörtern Michael und Sepp Stein. Besonders der Skitourenabend werde sie fordern. Der war in den vergangenen Jahren immer bis auf den letzten Platz ausgebucht. Das ginge dieses Jahr natürlich nicht. Die Nachfrage nach Skitouren steige, die Plätze dagegen sind weniger. Man müsse sich also überlegen, wer für den Abend einen Sitzplatz in der Hütte bekomme, womöglich durch ein Reservierungssystem oder einen Türsteher.

Im Sommer konnte der Außenbereich der Steinlingalm gut genutzt werden. Für den Winter muss man nun umdisponieren.

Auch das geforderte Lüftungskonzept stelle die Betreiber vor eine Herausforderung, da die Steinlingalm, sowie viele andere Hütten kein Belüftungssystem habe und nur durch das Öffnen von Fenstern gelüftet werden könne. Man mache sich Sorgen, wie die Gäste das im Winter aufnehmen werden. „Aber wenn man sich an die Regeln halten will, hilft es nichts“, akzeptieren die Steins.

Von ihren Gästen wünschen sie sich „vor allem Verständnis dafür, dass uns die Maßnahmen auch keinen Spaß machen, wir sie aber umsetzten müssen. Und die Bereitschaft, ohne Aufforderung unsererseits und ohne Diskussion an den Maßnahmen teilzunehmen“, erklären sie.

Auch von der Regierung wünsche man sich etwas mehr Kulanz: Sie solle der „Wissenschaft mehr Glauben schenken, dass die Gastronomie nur einen kleinen Teil der Coronaneuinfektionen verursacht. Das Lahmlegen der Gastronomie kann nicht die Lösung des Problems sein.“

jv

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