Lesermeinungen zum Ausflugsansturm in der Region

„Die Geister, die man rief“ vs. „Bei vielen setzt das Denken aus“

Touristische Hotspots beklagten zuletzt eine hohe Belastung durch die vielen Besucher. Für einige unserer Leser ist das Problem hausgemacht. Zudem müssten die Leute ja auch raus. Andere dagegen plädieren für mehr Respekt und Solidarität.

Aschau im Chiemgau - Simon Frank, Bürgermeister von Aschau im Chiemgau, beklagte zuletzt den hohen Ansturm von Tagesausflügen und den daraus resultierenden Belastung für die Bevölkerung und der Natur. Zu jeder Tageszeit wären Tourengehen unterwegs und würden Müll hinterlassen. Sogar Jugendliche mit Soundanlagen wurden gemeldet. „Die Berge sind offenbar für manche Leute mittlerweile eine riesengroße Fun-Arena! Leider!“

Ausflugsansturm für viele keine Überraschung: „Wurde viel dafür gemacht“

Für viele Leser ist das allerdings keine Überraschung. Schließlich würden die besagten Regionen auch von den Touristen leben. „Die Geister, die man viele Jahre rief, sind jetzt unbequem, weil man sie nicht melken darf“, kommentiert beispielsweise Ralf H. unter dem Facebook-Post des Artikels. Auch Andreas N. glaubt, dass die Gemeinden ohne Corona „liebend gerne das Geld der Touristen und Einheimischen annehmen“ würden. „Wurde die letzten Jahre ja auch viel gemacht, um die Berge als „fun Area“ zu sehen“, schreibt auch Christian I..

„Die Leute müssen einfach raus, was ist daran so schwer zu verstehen? In der Arbeit stehen sie auch mit zig verschiedenen Haushalten zusammen, und an der frischen Luft wäre es ein Problem?“, fragt etwa Claudia P.. Auch für Andrea A. ist das alles kein großes Problem: „Lasst doch den Menschen die Freude im Schnee, ist doch gesund: frische Luft, Bewegung und Spaß für die Kinder.“

Auch kritische Stimmen für Tagesausflüge

Natürlich würde es laut Maria B. vielen nicht gefallen, „eingesperrt zu sein“. Sie glaube daher, dass bei vielen „ab einem gewissen Quantum „Vorschriften“ das Denken aussetzen“ würde. Das Phänomen sei jedoch nichts neues. Dennoch: „Es gab und gibt keinen Grund, sich nachts im Wald oder am Berg aufzuhalten, was der Erholung oder dem Freizeitspaß dient.“

Petra W. fordert „gegenseitigen Respekt und keinen Egoismus“. Zwar würden die Menschen Vieles wollen, aber das eben nicht auf die Kosten anderer Menschen. „Lernt die neumodische Spaßgesellschaft denn nie dazu? Die Welt ist nicht nur für sie alleine.“ Joe B. plädiert in diesem Zusammenhang für mehr Solidarität für das Krankenhauspersonal, das niemandem schaden würde.

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Polizei kontrolliert - letzte Möglichkeit vor verschärften Lockdown?

Auch an diesem Wochenende rechnet die Polizei wieder mit einem erhöhten Aufkommen und wird auch wieder verstärkt die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und das Freihalten der Zufahrtsstraßen in den Ausflugsregionen kontrollieren. Aber auch die Vorschriften zur Bekämpfung von vermeidbaren Infektionsgefahren, das Vorliegen von triftigen Gründen für das Verlassen der eigenen Wohnung (Allgemeine Ausgangsbeschränkung), aber auch die Beachtung der Kontaktbeschränkung im Rahmen von ganzheitlichen Kontrollen sollen überprüft werden.

Es könnte für einige der letzte Ausflug für die kommenden Wochen sein. Denn ab Montag tritt der verschärfte Lockdown in Kraft, der u.a. ab einem Inzidenzwert von über 200 eine Umgangsbeschränkung vorsieht. Dann wird die Bewegungsfreiheit der Menschen auf einen Radius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort herum eingeschränkt – und bedeutet somit auch wohl das Ende des Ausflugsansturms.

jz

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen (dpa/Symboldbild)

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