Behandlung auf der "Bergstation"

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Patient Dominic hat eine schwere Beinoperation hinter sich. Doch Schmerzen hat er keine. Dafür sorgt das Ärzteteam der orthopädischen Kinderklinik Aschau mit der "Klinik ohne Schmerzen".

Aschau - Die Aschauer Kinderklinik hat hohe Ziele. Ein großes Projekt ist "Die Klinik ohne Schmerzen". Manche Patienten kommen deswegen von weit her.

Dominic Scheffler ist extra aus Sachsen angereist. Wirklich erholsam ist sein Aufenthalt in Aschau zwar nicht, aber alle machen es ihm so schön wie möglich. Der 15-Jährige wird derzeit in der orthopädischen Kinderklinik in Aschau behandelt, genauso wie 84 andere Kinder und Jugendliche auch.

Von Geburt an lebte Dominic mit starken O-Beinen, durch die Fehlstellung hatte er immer wieder Schmerzen im Knie. Nun haben ihn Ärzte in der Kinderklinik operiert. Das rechte Bein wurde begradigt und durch eine Platte fixiert. Schmerzen? "Habe ich überhaupt nicht", sagt Dominic.

In Aschau legen die Ärzte großen Wert darauf, den kleinen Patienten während und nach der Operation möglichst wenig zuzumuten. Dafür zuständig ist unter anderem der Anästhesist Dr. Peter Konsek. "Gerade Kindern muss man die Zeit in der Klinik so angenehm wie möglich machen", sagt er. Das ausvisierte Ziel in Aschau: "Die Klinik ohne Schmerzen".

Sollte Dominics Bein doch wehtun, kann er den Nerv am Oberschenkel durch einen Druck auf einen kleinen grauen Kasten neben seinem Bett selbst betäuben. "Manche Kinder spielen damit wie mit einem Gameboy", erzählt der Mediziner und schmunzelt. Der Kasten schütte aber nicht jedesmal Betäubungsmittel aus, so der Anästhesist, der seine Patienten auch nach der Operation regelmäßig besucht.

Wenn möglich, verzichten die Ärzte in Aschau nach der Operation auf einen Gipsverband. Stattdessen kommen abnehmbare Schienen zum Einsatz, sogenannte Orthesen. Ihr Vorteil: Das Gelenk kann früher wieder bewegt werden und droht nicht, steif zu werden. Und die Heilung dauert auch nicht länger als mit Gips.

Zehn Tage soll Dominic in Aschau bleiben. Bereits am zweiten Tag nach der Operation wird er schon wieder im Rollstuhl durch die Klinik fahren können - durch die lichtdurchfluteten Gänge mit Blick auf eine traumhafte Bergkulisse. Dass der 15-Jährige schnell wieder auf die Beine kommt, dafür sorgt auch Wencke Ackermann. "Es macht einfach Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten", sagt die Physiotherapeutin. Sie seien viel ehrlicher und zeigen ihre Dankbarkeit. So wie Amelie, die eine Bein-Operation hinter sich hat. Mit ihr spielt Ackermann öfters in einer kleinen Kinderküche. Amelie greift rechts nach einem Kuchenstück aus Holz, links nach einem kleinen Topf. "Weil sie ihr Gewicht dabei verlagert, trainiert sie ihre Beine. Und das ganz spielerisch", so Ackermann.

Die Ärzte hier in Aschau seien bestens auf ihre kleinen Patienten eingestellt. Alles ist kindgerecht, überall stehen Stofftiere und Spielzeug. "Und die Stationen sind nicht etwa nach den Ärzten benannt, sondern heißen Bergstation, Mittelstation und Talstation", erklärt die Kinderorthopädin Dr. Maya Salzmann.

Zum Behandlungszentrum Aschau gehören eine Schule, ein Wohnheim und eine Tagesstätte - und das alles unter einem Dach. Zudem arbeiten die mehr als 125 Mitarbeiter eng zusammen. Die Kinder kommen bis aus Arabien, um von den außergewöhnlichen Möglichkeiten in Aschau zu profitieren.

rfe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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