Red Bull X-Alps kommt nach Aschau

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Aschau - Die Red Bull X-Alps machen in diesem Jahr auch halt an der Kampenwand in Aschau. Wo die Herausforderungen in den bayerischen Bergen liegen, hat uns Pilot Paul Guschlbauer verraten:

Zu Fuß und mit dem Gleitschirm von Salzburg nach Monaco - dass sind die Red Bull X-Alps 2015. Über 1000 Kilometer müssen die insgesamt 33 Athleten - mit ihrem kompletten Equipment - dabei zurücklegen. Gewonnen hat der Erste, der in Monaco ankommt.

Paul Guschlbauer.

Ein Wendepunkt für die Gleitschirm-Flieger ist in diesem Jahr auch die Kampenwand in Aschau. Doch wo liegen eigentlich die besonderen Herausforderungen in den bayerischen Bergen? Rosenheim24.de hat einen gefragt, der es wissen muss: Paul Guschlbauer. Der gebürtige Österreicher hat drei Jahre in Schleching gewohnt und kennt die heimischen Berge, wie seine Westentasche. "Ich bin gefühlte 500 Mal an der Kampenwand geflogen. Das war mein Hausberg." Doch seine Erfahrung mit den Bergen der Region könnte nicht nur von Vorteil sein, meint der Sportler: "Wenn die Windverhältnisse bei dem Rennen anders sind, als gewohnt, dann kann das auch ein Nachteil sein."

Pressekonferenz zu den Red Bull X-Alps 2015

Besonders tückisch seien dabei die "bayerischen Winde". Diese drücken von Norden her auf die Berge und erzeugen so Verwirbelungen und Turbolenzen an der Südseite. "Es wird sehr schwer einzuschätzen sein, von welcher Seite man die Kampenwand am besten anfliegt - von Süden oder von Norden". Doch Guschlbauer ist ein erfahrener Pilot, landete bei den Red Bull X-Alps 2011 auf dem dritten Platz.

Und auch Aschaus Bürgermeister Peter Solnar ist schon sehr gespannt auf das Event: "Ich freue mich, dass unsere Bewerbung angenommen wurde und dass Aschau dieser tollen Extremsportart einen Standort bieten kann." Aber ist es nicht ein starkes Kontrastprogramm zu Aktionen wie dem Bankerl-Jahr, dem Entschleunigungsweg und der Prientaler Flusslandschaft? Solnar: "Ich finde nicht, denn Extremsport ist ja auch ein Weg der Entschleunigung und eine Möglichkeit, den Alltagsstress zu vergessen."

Der Ablauf der X-Alps 2015

Von Salzburgs historischer Altstadt bis zur Mittelmeerküste von Monaco durchquert sie in einem großen Bogen sechs Länder und Europas höchste Berge: Heute enthüllen die Organisatoren die neue Route von Red Bull X-Alps – und es wird härter denn je! Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr einen eintägigen Prolog, bei dem sich die Athleten zu Fuß oder in der Luft rund um die Seen und Berge des Salzkammerguts messen werden.

Der Prolog

Am 2. Juli 2015 findet erstmals in der Geschichte der Red Bull X-Alps ein Prolog statt, bei dem die Athleten in den Salzburger Bergen gegeneinander antreten. Start und Ziel des Rennes befinden sich in Fuschl am See. Für die Athleten gibt es einen triftigen Grund, sich dabei ins Zeug zu legen: Die ersten drei Piloten, die die Ziellinie überqueren, erhalten einen Vorsprung von fünf Minuten für das Hauptrennen am 5. Juli. Des Weiteren werden sie mit einem zusätzlichen "Night Pass" belohnt, mit dem sie sich einen entscheidenden Vorsprung verschaffen können.

Die Route

Die 1038 Kilometer lange Route passiert zehn Wendepunkte und ist nur einige Kilometer länger als 2013 – hier hören die Gemeinsamkeiten jedoch auf. Den Wettkampf 2013 gewann Chrigel Maurer (Schweiz) in einer Rekordzeit von 6 Tagen, 23 Stunden und 40 Minuten. 2015 ist die Wahrscheinlichkeit gering, erneut einen solchen Erfolg zu erzielen. Der Grund? "Die Route ist um einiges anspruchsvoller", so Mastermind der Red Bull X-Alps, Hannes Arch. "Die neue Route verlangt von den Athleten ein Höchstmaß an taktischem Geschick. An vielen Stellen gibt es keine offensichtliche Flugroute und die Athleten müssen ihr gesamtes Können anwenden um in der Luft zu bleiben. Wenn sie zur Landung gezwungen werden, könnten die Folgen gravierend sein."

Das Rennen startet in Salzburg und führt vom Gaisberg nach Osten zum Dachstein-Massiv auf 2995 Meter. Hier treten die Athleten von den vergletscherten Hängen die lange Reise zum Meer an. Während die Abenteurer 2013 - auf Grund der günstigen Flugbedingungen - über 100 Kilometer in einem einzigen Zug durch das Pinzgauer Tal zurücklegen konnten, müssen sie dieses Jahr nördlicher fliegen – ein weitaus komplizierteres Fluggelände.

Der nächste Wendepunkt ist auf 1669 Metern die Kampenwand in Aschau. Die Route verläuft dann südwestlich über die Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg mit 2962 Meter, nach Lermoos in Österreich und anschließend weiter südlich zu den Bergen von Brenta in Italien. "Hier wird sich zeigen, wer die wahren Red Bull X-Alps Anwärter sind", glaubt Renndirektor Christoph Weber. "Dieser Abschnitt ist viel schwieriger, als alles andere im Jahr 2013. Die Täler sind tief und weit und sind schwer mit dem Gleitschirm zu überqueren. Wer sich entscheidet, in den Tälern zu bleiben, muss sehr lange wandern oder unglaublich hoch klettern, um mit dem Paragleiter starten zu können."

Die technischen Herausforderungen bleiben hoch, während sich die Athleten dem 6. Wendepunkt, St. Moritz-Piz Corvatsch in der Schweiz, nähern. "Es gibt keine offensichtlichen Täler, denen man folgen kann", fügt Weber hinzu. "Die Athleten werden ihre Hausaufgaben machen müssen. Wenn sie sich im Vorhinein nicht gut genug über die Region informieren, könnten sie kostbare Zeit verlieren und in schwierige Situationen geraten."

Ab Piz Corvatsch folgt die Route weitgehend der Strecke der vergangenen Jahre, vorbei an den legendären Gipfeln des Matterhorns und des Mont Blancs nach Annecy, Frankreich, die Heimat des alpinen Gleitschirmfliegens und der "vol bivouac" Abenteuer. Von dort aus geht es Richtung Süden, den Alpes Maritimes entlang, nach Peille, bis über den Stadtstaat von Monaco.

Diese Strecke wurde Zeuge des spannendsten Duells im Jahr 2013, als die Franzosen Antoine Girard und Clément Latour 200 Kilometer lang über unterschiedliche Wege um den zweiten Platz kämpften und beide innerhalb einer Stunde am Ziel ankamen, nachdem sie fast 24 Stunden ohne Unterbrechung unterwegs waren.

In Peille stoppt die Uhr offiziell, aber das Rennen ist erst vorbei, sobald die Athleten den zeremoniellen letzten Flug auf das Landefloß in der Bucht von Monaco gemeistert haben. Im Durchschnitt kommen nur 12 Prozent der Red Bull X-Alps Teilnehmer bis ins Ziel.

PS/Red Bull

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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